1. Wir müssen ein standhaftes Herz haben, Geliebter; denn die Trägheit widersteht feindlich der Tugend. Wenn uns also eine kleine Unlust überfällt, so dürfen wir deßhalb nicht kleinmüthig werden, sondern wir sollen uns Gewalt anthun wie ein rüstiger Wanderer.
2. Ein Solcher nämlich läßt, wenn er auf dem Wege matt zu werden anfängt, dennoch von dem Streben nicht ab, das Ziel der langen Reise zn erreichen, sondern er muntert sich selbst mit den Worten auf: „Nur noch eine kleine Weile, dann wirst du in die Herberge kommen und dort ausruhen.“ Auch der Herr gewährt ihm beim Anblicke der Gewalt (die er sich anthut) Stärke und erleichtert ihm die Beschwerlichkeit des Weges. Die Trägheit und Nachlässigkeit führen die Armuth herbei, und zwar nicht bloß in Bezug auf den 397 Geist der Gnadengaben, sondern auch in Rücksicht auf die leiblichen Bedürfnisse.