Ephräm der Syrer · Proben katholischer Polemik aus des hl. Ephräm Reden gegen die Ketzer. · Buch 16 · Kapitel 5
5. Gottes Diener sollen in der geistlichen Heilkunst ihm nachahmen. Marcion’s Hartnäckigkeit.
Wenn jedoch jener Gute, obwohl nicht feindlich drohend und leidenschaftlich verwirrt, gegen die Frevler einen sehr scharfen Schnitt, eine sehr stark wirkende Arznei, ein sehr schmerzliches Brennmittel anwandte, so sollen ihm auch seine Diener nachahmen. um mit dem Eisen der Wahrheit und mit der Arznei gerechter Strenge die Irrenden gesund zu machen. Das “Wehe!” welches unser Herr ausgesprochen hat, komme über Marcion, weil er über seinen Erschaffer lästerte. Die Arznei selbst ist ein Beweis gegen die Krankheit der Lästerung, daß Er (der Erlöser nämlich) jenes Wehe 307 nicht mit Gerechtigkeit ausgesprochen habe. Weil er (Marcion) seinen Wundarzt verläugnete, wurde sein Leiden nicht geheilt. Er schied mit seiner lebensgefährlichen Wunde dahin und vererbte sie auf seine Söhne (die Anhänger seiner Lehre).
286Hineinzudenken als Gegensatz: “sondern aus gütigen und weisen Absichten.”
287Christus sprach über die Reichen, das ungläubige Jerusalem , die heuchlerischen Schriftgelehrten und Pharisäer drohende Weherufe aus, trieb die Käufer und Verkäufer aus dem Tempel. So bahnt sich Ephräm den Übergang zu dem folgenden Wehe über Marcion u.s.w. Die Diener Christi, die Lehrer der Kirche sollen, wie er sagt, die Irrenden auch scharf zurechtweisen, um sie zu belehren.
288Das zur Bekehrung der Sünder verkündete Wehe beweist, wie ungerecht Marcion’s Lästerung sei, Christus hätte auf ungerechte Weise dasselbe ausgesprochen.
289Die Worte können auch erklärt werden: nicht der strengen Gerechtigkeit wegen." Tertullian bemerkt in seiner Schrift gegen Marcion ausdrücklich zu Luk. 6, 24, daß dieser gesagt habe: “Non tam maledicitionis quam admonitionis esse verbum. Deus optimus nescit offendi et irasci.”