Ephräm der Syrer · Proben katholischer Polemik aus des hl. Ephräm Reden gegen die Ketzer. · Buch 14 · Kapitel 1
1. Wahrhafte Gegenwart des Leibes und Blutes Christi in der Eucharistie; bei den Ketzern findet sie nicht statt.
294 Die hebräischen Bräute setzten ihren Ruhm in ihre Schleier. Sieh’: unser Ruhm beruht auch auf unserm Schleier, das über Alles kostbare Blut Jesu nämlich. 295 Die Gemeinden der Abtrünnigen haben in ihren Schleiern nicht das wahre Blut Christi, sondern nur ein Scheinbild des Blutes, weil sie an den Leib Jesu nicht glauben. Wo der wahre Leib ist, da befindet sich auch das wahre Blut. Wenn unser Herr den Leib deßwegen verachtete, weil er unrein und häßlich und verabscheuungswürdig, so ist auch das Brod und der Kelch des Heiles (die Eucharistie) unter den Abtrünnigen häßlich und unrein. Wie geht aber Dieß zu, daß er den Leib verachtete und sich doch in Brod verhüllte? Denn sieh’: das Brod steht ja doch in Verwandtschaft mit dem schwachen Leibe. Wenn ihm nun das stumme Brod gefiel, um wieviel mehr der redende Leib! Auch der Gerechte gab am Brode ein Gleichniß; denn sein Tisch liebte das Schaubrod.
235Die siebenundvierzigste Rede des Originals.
236Diese Worte deuten auf den Gebrauch in der syrischen Kirche, die consecrirte Hostie in den Kelch einzutauchen und damit die andern Partikeln zu benetzen. So bekamen die weiblichen Personen in dem Schleier, d. i. dem Tuche auf ihren Händen zum Empfange der Kommunion, auch einen Tropfen des hl. Blutes; daher sagt Ephräm in der zehnten Ode gegen die Grübler: „Vom Kelche, darin das Leben quillt, empfangen auch deine Mägde ein Tröpfchen Leben in einem Schleier.“ Wie deutlich sprechen solche Stellen für den katholischen Glauben in Bezug auf das Altarssakrament!
237Die Marcioniten und Manichäer glaubten wie die Doketen nicht, daß Jesus einen wahren Leib an sich hatte; daher haben sie auch in ihrer Eucharistie nicht den wahren Leib.
238Es wäre ein Widerspruch, wenn Christus nicht wahres Fleisch an sich gehabt hätte und doch unter Brodsgestalt seinen Leib hingäbe. „Sich in Brod hüllen = in Brodsgestalt gegenwärtig sein.“
239Nach dem Wahne der Ketzer; darum habe, sagten sie, Christus nicht wahres Fleisch angenommen
240Der Ausdruck „Brod anziehen“ bedeutet die wahre, wirkliche Gegenwart unter der Gestalt des Brodes.
241Wenn er unter der Gestalt des Brodes wahrhaft gegenwärtig war, um wie viel mehr mußte er einen wahren und wirklichen Leib, nicht bloß einen Scheinleib tragen!
242Gott im alten Bunde.
243Die Schaubrode im alten Testamente waren ein Vorbild des allerheiligsten Altarssakraments. III. Mos. 24, 5 u. s. f.