Ephräm der Syrer · Proben katholischer Polemik aus des hl. Ephräm Reden gegen die Ketzer. · Buch 12 · Kapitel 5
5. Von Gottes Reue.
Nicht ohne Grund zeigte der Allerhöchste Reue und Betrübniß. Dieß vernahmen die Irrenden und glaubten, daß es wahrhaft so sei. Es steht über unsern Herrn ferner geschrieben, daß er sich gefürchtet und verborgen habe, und darüber stellten sie eine exegetische Untersuchung an. So zeigten sie offenbar ihren Haß, indem sie das Eine tadelten und das Andere verwarfen. Die geheimnißvollen Bilder unser’s Schöpfers wurden (von den Irrlehrern) angeklagt; die Angelegenheiten des Fremden wurden willkürlich ausgelegt.
201Daß Gott wirklich nach den Ausdrücken des alten Testaments menschliche Affekte habe.
202D.i. sie verstanden diese Worte nicht im natürlichen Sinne.
203Sie tadeln die menschlichen Ausdrücke des alten Bundes über Gott, als hätte er wirklich Reue, Zorn u. s. w.; zugleich aber läugnen sie die wirkliche Menschheit des Erlösers und erklären sie als Schein
204D. i. die menschlichen Vorstellungen davon im alten Testamente.
205So nannte Marcion den erschienenen Messias oder Christengott dem Judengott des alten Testaments gegenüber.