Merke auf, auch du, Seele des großen Konstantius, sofern du noch hören kannst, und merket auf, all ihr Herrscherseelen vor ihm, soweit ihr Christus geehrt habt! Obwohl des Konstantius Macht mit der Macht der Kirche Christi gewachsen war, obwohl er diese nach Kräften gefördert und im Laufe der Zeit befestigt hatte, so daß er von allen ehemaligen Kaisern ― was er nicht verdient! ― das größte Ansehen genießt, fiel vor allem er in eine Torheit, die ganz im Widerspruch mit seiner Kirchlichkeit stand. Ohne es zu merken, zog er gegen die Christen den Feind Christi groß. Darin allein war seine Humanität ungesund, daß er den schützte und zum Cäsar nahm, der zum Unglück am Leben blieb und zur Herrschaft gelangte. Wie über die Niederlage der Gottlosen und die 73 Wiederherstellung der christlichen Kirche wird sich Konstantius wohl auch sehr über meine Rede freuen. Gott will ich aus Dankbarkeit meine Rede weihen. Sie ist reiner und heiliger als irgendein unvernünftiges Opfer; nicht gleicht sie den ungerechten Reden und Schwätzereien eines Julian, nicht den ungerechteren Opfern, deren Macht und Stärke Kraft der Sünde und sozusagen törichte Weisheit war. Denn alle Macht und Bildung dieser Welt wandelt in Finsternis und ist fern vom Licht der Wahrheit. Bezüglich ihrer Art, ihrer Vertreter, ihrer Früchte erinnert sie an „die Gräser, die rasch verdorren, an die grünen Kräuter, die früh verwelken“; sie schwindet hin mit den Vätern, die geräuschvoll zugrunde gehen und durch ihren Untergang noch berüchtigter sind als durch ihre Gottlosigkeit.