Wir wollen uns aber auch an das erinnern, was wir gesündigt haben, und daran denken, dass es nicht möglich ist, ohne Taufe Sündenvergebung zu erhalten, dass es ferner nach den Vorschriften des Evangeliums 185 ausgeschlossen ist, ein zweites Mal mit Wasser und Geist zur Vergebung der Sünden getauft zu werden, und dass uns die Taufe des Martyriums verliehen ist. So nämlich wird es offenbar bezeichnet, da dem Satz: „Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke?“ der andere folgt: „oder eich mit der Taufe taufen lassen, mit der ich getauft werde?“ Anderswo aber ist gesagt: „Mit einer Taufe aber muß ich mich taufen lassen, und wie drängt es mich, bis sie vollbracht ist.“ Erwäge auch, ob die Taufe durch das Martyrium, so wie die des Heilandes zur Sühnung für die Welt geworden ist, ebenfalls bei vielen, die durch den Dienst (der Märtyrer) gereinigt werden, sühnend wirkt. Denn wie diejenigen, welche nach dem Gesetz des Mose am Opferaltar dienten, „durch das Blut von Böcken und Stieren“ den Israeliten Vergebung der Sünden zu vermitteln schienen, so vermitteln „die Seelen der wegen ihres Zeugnisses für Jesus Enthaupteten“ die nicht umsonst an dem himmlischen Opferaltar dienen, denjenigen, die darum beten, Vergebung der Sünden. Zugleich aber wissen wir auch, dass, wie der Hohepriester Jesus Christus sich selbst als Opfer dargebracht hat, so die Priester, deren Oberhaupt er ist, sich selbst als Opfer darbringen und deshalb am Opferaltar als an ihrem eigentlichen Platz erscheinen. Aber von den Priestern verrichteten die einen, die fehlerfrei waren und fehlerfreie Opfer darbrachten, den göttlichen Dienst; die andern aber, mit den Fehlern behaftet, die Mose im Leviticus aufgezeichnet hat, wurden vom Opferaltar ausgeschlossen. Wer ist aber der fehlerlose Priester, der ein fehlerloses Opfer darbringt, anders, als wer am Bekenntnis 186 festhält und alles vollständig erfüllt, was der Begriff des Martyriums erfordert? Hierüber haben wir bereits oben gesprochen.