“Mit ganzer Seele” aber wird, wie ich glaube, Gott von denjenigen geliebt, die aus dringendem Verlangen nach der Gemeinschaft mit Gott ihre Seele nicht nur von dem irdischen Körper, sondern auch von jedem Körper losreißen und trennen, die sogar ohne Umschweife und Schwankungen den “Leib der Erniedrigung” abzulegen imstande sind, sobald sich Gelegenheit bietet, durch den für alle bestimmten “Tod” den Leib “des Todes” auszuziehen und erhört zu werden, wenn man mit dem Apostel betet und spricht: “Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von diesem Todesleibe? Denn wer von denjenigen, die (noch) 156 von der”Leibeshütte" umschlossen unter dem Druck des vergänglichen Leibes “seufzen”, vorher das Wort gesprochen hat: “wer wird mich erlösen von diesem Todesleibe?” - sollte der nicht auch (nachher) Dank sagen, wenn er sieht, dass er, durch das Bekenntnis von dem “Todesleibe” erlöst, in heiliger Weise ausrufen kann: “Dank sei Gott durch Christus Jesus unsern Herrn”? Wem aber solches Handeln schwer dünkt, der hat nicht “gedürstet nach Gott, dem starken, dem lebendigen”, auch nicht “verlangt nach Gott, wie die Hirschkuh verlangt nach den Wasserbächen”, auch nicht gesprochen: “Wann also werde ich kommen und von Gottes Angesicht geschaut werden?”, und auch nicht bei sich erwogen, was der Prophet, als ihm “täglich gesagt wurde”: “Wo ist dein Gott?”, erwog, indem er “seine Seele” in sich ausschüttete und sie schalt, dass sie noch in Schwachheit betrübt und erschüttert sei, und die Worte sprach: “Denn ich werde hindurchgehen an den Ort des wunderbaren Zeltes bis zu dem Hause Gottes, mit der Stimme des Jubels und des Bekenntnisses einer festlichen Menge.”