1. Kommen wir jetzt auch wieder zu den Griechen, um zu sehen, was sie für eine Anschauung von [dem wahren] Gott haben. 2. Da nun die Griechen weiser sind als die Barbaren, haben sie mehr als die Barbaren geirrt, indem sie viele erdichtete Götter, teils männliche, teils weibliche einführten, so daß unter ihren Göttern welche erfunden wurden als Ehebrecher und Mörder, als eifersüchtig und neidisch, als zornig und hitzig, als Vater- und Brudermörder, als Diebe und Räuber. 3. Und gewisse, sagen sie, waren hinkend und krüppelhaft, andere Zauberer, manche rasten, andere spielten Zither, einige streiften auf den Bergen umher, etliche starben (eines natürlichen Todes), andere wurden vom Blitz 36 erschlagen, welche wurden sogar Menschen dienstbar, einige flohen, andere wurden von Menschen gestohlen, gewisse gar [von Menschen] beweint und beklagt. Einige sollen zum Hades hinabgestiegen, andere durchbohrt worden sein. 4. Gewisse verwandelten sich in Tiergestalt, um mit dem Geschlecht sterblicher Weiber Ehebruch zu treiben; einige mußten sich wegen Beilagers mit Männlichen schmähen lassen. Von andern heißt es, daß sie mit ihren Müttern, Schwestern und Töchtern verheiratet waren. Auch behaupten sie von ihren Göttern, daß sie mit Menschentöchtern Ehebruch trieben und von diesen ein gewisses Geschlecht geboren wurde, das selbst auch sterblich war. Und von einigen (Göttinnen) behaupten sie, daß sie wegen (ihrer) Schönheit (miteinander) in Streit gerieten und vor Menschen zu Gericht erschienen.
5. Gottloses, lächerliches und albernes Gerede, o Kaiser, haben also die Griechen über ihre Götter und über sich selbst aufgebracht, wenn sie solche Götter nannten, die keine sind. 6. Und daher nahmen die Menschen jeweils Anlaß, Ehebruch und Unzucht zu treiben, zu rauben und alles Böse, Häßliche und Scheußliche zu verüben. Denn wenn ihre sogenannten Götter all das oben Beschriebene verübt haben, um wieviel mehr werden es die Menschen tun, die an eben die glauben, die solches verübten. Ja infolge dieses gottlosen Irrtums kamen über die Menschen langwierige Kriege, große Hungersnöte, bittere Gefangenschaft und vollständige Entblößung. Ja sie müssen dulden, und all das 37 bricht einzig aus diesem Grunde über sie herein. Und während sie’s erdulden, merken sie nicht in ihrem Sinn, daß ihnen dies ob ihres Irrtums widerfährt.