Nunmehr also zwingt uns die Reihenfolge der Lesung, zu demselben Johannes zurückzukehren. Er ist es, der durch Isaias voraus verkündet wurde: „Die Stimme des Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg dem Herrn, machet gerade seine Pfade“. Ein solches 218 Zeugnis gab er seinem Herrn und (weil dieser sich würdigte) seinem Freunde, und sein Herr und sein Freund gab seinerseits Zeugnis für Johannes. Er sagte nämlich von Johannes: „Unter den von Weibern Geborenen ist kein Größerer aufgestanden als Johannes der Täufer“. Allein weil er sich ihm vorsetzte, sofern er mehr war als Johannes, war er Gott. „Der aber kleiner ist, sagt er, im Himmelreiche, ist größer als er“. Kleiner (jünger) der Geburt nach, größer durch die Macht, größer durch die Gottheit, durch die Majestät, durch die Herrlichkeit, weil er „im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort“. In der Weise aber hatte in den vorausgehenden Lesestücken Johannes dem Herrn Zeugnis gegeben, daß er ihn zwar Sohn Gottes nannte, jedoch nicht Gott nannte, aber auch nicht verneinte; er hatte den Namen „Gott“ verschwiegen, nicht verneint. Indes verschwieg er seine Gottheit nicht überhaupt; vielleicht nämlich finden wir dies im heutigen Lesestück. Er hatte ihn Sohn Gottes genannt, aber auch Menschen wurden Söhne Gottes genannt. Er hatte gesagt, jener sei von solcher Hoheit gewesen, daß er nicht würdig war, ihm den Schuhriemen aufzulösen. Schon diese Größe gibt in hohem Grade zu verstehen,* wem* er nicht würdig war, den Schuhriemen aufzulösen, er, im Vergleich zu dem kein Größerer unter den von Weibern Geborenen aufgestanden war. Er war nämlich mehr als alle Menschen und Engel. Denn wir finden, wie ein Engel sich gesträubt habe, daß ein Mensch ihm zu Füßen falle. Als nämlich in der Apokalypse ein Engel dem Johannes, der dieses Evangelium geschrieben hat, einiges gezeigt hatte, da fiel Johannes, erschreckt durch die Größe des Gesehenen, dem Engel zu Füßen. Dieser aber sagte: „Steh auf; siehe zu, tue das nicht, bete Gott an; denn ich bin dein Mitknecht und der deiner Brüder“. Also der Engel wehrte sich, daß ihm ein Mensch zu Füßen falle. Ist es nicht klar, daß über alle Engel* der* ist, von dem der Größte unter den von Weibern Geborenen sagt, er sei nicht würdig, ihm den Schuhriemen aufzulösen?