Hören wir den Johannes: „Jesus taufte“. Wir haben gesagt: Jesus taufte. Wie Jesus? Wie der Herr? Wie der Sohn Gottes? Wie das Wort? Aber das Wort ist Fleisch geworden. „Es taufte aber auch Johannes in Aenon bei Salim.“ Aenon war ein Teich. Woraus ist zu ersehen, daß es ein Teich war? „Weil dort viel Wasser war, und sie kamen und ließen sich taufen. Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen.“ Wenn ihr euch erinnert (siehe, ich wiederhole es), so habe ich gesagt, warum Johannes taufte: weil der Herr getauft werden mußte. Und warum mußte der Herr getauft werden? Weil viele einmal die Taufe verachten könnten mit Rücksicht darauf, daß sie anscheinend eine größere Gnade besitzen, als sie an andern Gläubigen wahrnehmen. Z. B. ein Katechumenus, der bereits enthaltsam lebt, würde einen Verheirateten verachten und sagen, er sei besser als jener Gläubige. Dieser Katechumenus könnte in seinem Herzen sagen: Was habe ich nötig, die Taufe zu empfangen, um das zu haben, was jener hat, da ich doch schon besser bin? Damit also nicht diese Überhebung manche auf das Verdienst ihrer Gerechtigkeit in hohem Grade Pochende zum Falle brächte, wollte sich der Herr vom Knechte taufen lassen, gleich als würde er diese Kapitalssöhne so anreden: Was erhebt ihr euch? Was seid ihr stolz auf das, was ihr habt, der eine Klugheit, der andere Wissenschaft, dieser Keuschheit, jener unerschrockene Geduld? Könnt ihr etwa soviel haben als ich, der ich es gegeben? Und dennoch habe ich mich vom Knechte taufen lassen, ihr aber verschmäht es, euch vom Herrn 224 taufen zu lassen. Das heißt: „Damit jede Gerechtigkeit erfüllt werde“.