Jener hält nach dem Geheimnis des Wunders auch eine Rede, damit, womöglich, diejenigen gespeist würden, die gespeist worden waren, und damit er den Geist derjenigen, deren Leib er mit Brot gesättigt hatte, auch mit Reden sättige; aber wenn sie es fassen. Und wenn sie es nicht fassen, so möge doch genommen werden, was sie nicht fassen, damit die Reste nicht verloren gehen. Er rede also, und wir wollen hören. „Jesus antwortete und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr suchet mich, nicht weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von meinen Broten gegessen habt.“ Wegen des Fleisches suchet ihr mich, nicht wegen des Geistes. Wie viele suchen Jesus nur, damit er ihnen Gutes tue für diese Zeit! Der eine hat eine Geschäftssache, er sucht die Vermittlung der Kleriker; der andere wird von einem Mächtigeren gedrückt, er nimmt zur Kirche die Zuflucht; wieder ein anderer will, daß man sich für ihn verwende bei dem, bei welchem er wenig vermag; der eine so, der andere anders; täglich füllt sich die Kirche mit solchen. Kaum wird Jesus um Jesu willen gesucht. „Ihr suchet mich, nicht weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von meinen Broten 424 gegessen habt. Wirket nicht die Speise, die vergeht, sondern die dauert ins ewige Leben.“ Ihr suchet mich wegen etwas anderem, suchet mich meinetwegen. Sich selbst nämlich stellt er als die Speise dar, was aus dem Folgenden klar wird: „Welche der Menschensohn euch geben wird“. Du erwartest, glaub’ ich, wiederum Brot zu essen, wiederum dich niederzusetzen, wiederum gespeist zu werden. Aber er hatte gemeint „eine Speise, die nicht vergeht, sondern die dauert ins ewige Leben“, wie zu jenem Weibe aus Samaria gesagt worden war: „Wenn du wüßtest, wer von dir zu trinken verlangt, so hättest wohl du ihn gebeten, und er würde dir lebendiges Wasser geben“. Als jene sagte: Woher nimmst Du es, da Du doch kein Schöpfgefäß hast, und der Brunnen ist tief? erwiderte er der Samariterin: „Wenn du wüßtest, wer von dir zu trinken verlangt, so hättest wohl du ihn gebeten, und er würde dir Wasser geben, und wer davon trinkt, den wird nicht mehr dürsten; denn wer von dem Wasser hier trinkt, den wird wiederum dürsten“. Und sie freute sich und wünschte solches zu erhalten, als würde sie dann keinen leiblichen Durst mehr empfinden, da sie durch die Mühe des Schöpfens ermüdet wurde, und so kam sie unter solchen Reden zum geistigen Trank: genau so auch hier.