„Sie sprachen also zu ihm: Was sollen wir tun, um die Werke Gottes zu wirken?“ Er hatte nämlich zu ihnen gesagt: „Wirket die Speise, nicht die vergeht, sondern die bleibt ins ewige Leben“. „Was sollen wir tun?“ sagen sie. Was sollen wir beobachten, damit wir dieses Gebot erfüllen können? „Jesus antwortete und sagte zu ihnen: Dies ist das Werk Gottes, daß ihr an den glaubt, der ihn gesandt hat.“ Das heißt also essen „die Speise, die nicht vergeht, sondern die bleibt ins ewige Leben“. Wozu hältst du die Zähne und den Magen bereit? Glaube, und du hast gegessen. Es unterscheidet sich zwar der Glaube von den Werken, wie der Apostel sagt: „Gerechtfertigt wird der Mensch durch den Glauben ohne die Werke des Gesetzes“; und es sind Werke, die gut scheinen, ohne den Glauben an Christus, aber sie sind nicht gut, weil sie nicht in Beziehung gesetzt werden zu dem Ziele, durch welches sie gut sind. „Denn das Ziel des Gesetzes ist Christus, zur Rechtfertigung für jeden, der glaubt“. Deshalb wollte er den Glauben vom Werke nicht trennen, sondern nannte den Glauben selbst ein Werk. Es ist nämlich der Glaube, welcher durch die Liebe wirkt. Und er sagte nicht: Dies ist euer Werk, sondern: „Dies ist das Werk Gottes, daß ihr glaubet an den, der ihn gesandt hat“, damit, wer sich rühmt, im Herrn sich rühme. Weil er sie also zum Glauben einlud, so begehrten jene erst noch Zeichen, um auf diese hin glauben zu können. Siehe, ob die Juden nicht Zeichen verlangen. Sie sagten also zu ihm: „Was für ein Zeichen also tust Du, damit wir sehen und Dir glauben? Was wirkest Du?“ War es nicht genug, daß sie mit fünf Broten gespeist wurden? Sie wußten dies zwar, aber dieser Speise zogen sie das Manna vom Himmel vor. Der Herr Jesus aber erklärte sich für einen solchen, daß er sich dem Moses vorzog. 427 Denn Moses wagte es nicht, von sich zu sagen, er gebe „eine Speise, nicht die vergeht, sondern die bleibt ins ewige Leben“. Etwas Größeres verhieß er als Moses. Durch Moses nämlich wurde ein Reich verheißen und ein Land, fließend von Milch und Honig, zeitlicher Friede, reicher Kindersegen, leibliche Gesundheit und all das übrige, zeitliche Dinge zwar, jedoch im Vorbild geistige, weil sie den alten Menschen im Alten Testamente verheißen wurden. Sie schauten also hin auf die Verheißungen durch Moses und schauten hin auf die Verheißungen durch Christus. Jener verhieß einen vollen Magen auf Erden, aber von einer Speise, die vergeht, dieser verhieß „eine Speise, nicht die vergeht, sondern die bleibt ins ewige Leben“. Sie sahen ihn also mehr verheißen und sie sahen ihn sozusagen noch nicht Größeres tun. Sie erkannten sonach, was Moses getan hatte, und wollten noch etwas Größeres von dem getan sehen, der so Großes versprach. Was tust Du, sagen sie, daß wir Dir glauben? Und damit du erkennest, daß sie jene Wunder mit diesem Wunder verglichen und darum die von Christus vollbrachten gleichsam für kleiner hielten, sagen sie: „Unsere Väter haben Manna gegessen in der Wüste“. Aber was ist das Manna? Vielleicht verachtet ihr es. „Wie geschrieben steht: Er gab ihnen Manna zu essen.“ Durch Moses erhielten unsere Väter Brot vom Himmel, und es wurde ihnen von Moses nicht gesagt: „Wirket eine Speise, nicht die vergeht“. Du versprichst „eine Speise, nicht die vergeht, sondern die bleibt ins ewige Leben“, und Du vollbringst doch nicht solche Werke wie Moses. Dieser gab keine Gerstenbrote, sondern er gab Manna vom Himmel.