[Forts. v. 709 ] „Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, so glaubet mir nicht; wenn ich sie aber tue, und wenn ihr mir nicht glauben wollt, so glaubet den Werken, damit ihr erkennet und glaubet, daß der Vater in mir ist und ich in ihm.“ Nicht so sagt der Sohn: In mir ist der Vater und ich in ihm, wie es die Menschen sagen können. Wenn wir nämlich recht denken, sind wir in Gott; und wenn wir recht leben, ist Gott in uns; als Gläubige an seiner Gnade teilnehmend, von ihm erleuchtet, sind wir in ihm und er in uns. Aber nicht so der eingeborene Sohn, er ist im Vater und der Vater in ihm, als der Gleiche in dem, dem er gleich ist. Kurz, wir können ja wohl sagen: Wir sind in Gott, und Gott ist in uns; könnten wir etwa auch sagen: Ich und Gott sind eins? Du bist in Gott, weil Gott dich umschließt; Gott ist in dir, weil du ein Tempel Gottes geworden bist; aber kannst du etwa, weil du in Gott bist, und Gott in dir ist, sagen: Wer mich sieht, sieht Gott, wie der Eingeborene gesagt hat: „Wer mich gesehen hat, hat auch den Vater gesehen“, und: „Ich und der Vater sind eins“? Erkenne das Eigentum des Herrn und das Geschenk des Knechtes. Das Eigentum des Herrn ist die Gleichheit mit dem Vater, das Geschenk des Knechtes ist die Teilnahme am Heiland.