„Von meiner Hand“ und „von der Hand meines Vaters.“ Was ist das: „Niemand raubt aus meiner Hand“, und „niemand raubt aus der Hand meines Vaters“? Hat der Vater und der Sohn nur* eine* Hand, oder ist vielleicht der Sohn die Hand seines Vaters? Wenn wir unter der Hand die Macht verstehen, so ist die Macht des Vaters und des Sohnes nur eine, weil die Gottheit nur* eine* ist; wenn wir aber die Hand so verstehen, wie es beim Propheten heißt: „Und der Arm des Herrn ― wem ist es geoffenbart?“ so ist die Hand des Vaters der Sohn selbst. Das ist nicht so gemeint, als hätte Gott eine menschliche Gestalt oder gleichsam Glieder des Leibes, sondern es heißt so, weil alles durch ihn geworden ist. Denn auch die Menschen pflegen andere Menschen, durch welche sie ihren Willen ausführen, ihre Hände zu nennen. Bisweilen wird auch das Werk des Menschen selbst die Hand des Menschen genannt, weil es durch die Hand geschieht, wie man ja auch sagt, es erkenne jemand seine Hand, wenn er das 707 von ihm Geschriebene anerkennt. Da man also auf mancherlei Weise auch von der Hand des Menschen spricht, der unter den Gliedern seines Leibes im eigentlichen Sinne eine Hand hat, um wieviel mehr ist es nicht auf einerlei Weise zu verstehen, wenn man von der Hand Gottes liest, der keine körperliche Gestalt hat? Und deshalb verstehen wir an unserer Stelle unter der Hand des Vaters und des Sohnes besser die Macht des Vaters und des Sohnes, damit nicht, wenn wir hier die Hand des Vaters als den Sohn selbst auffassen, das fleischliche Denken anfange, auch vom Sohne selbst einen Sohn zu suchen, den es gleichfalls für die Hand Christi hält. Also „niemand raubt von der Hand meines Vaters“, heißt dies: Niemand raubt mir.