„Der Tröster aber“, sagt er, „der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“. Spricht denn etwa der Sohn und lehrt der Heilige Geist, so daß wir, wenn der Sohn 893 spricht, die Worte vernehmen, wenn aber der Heilige Geist lehrt, dieselben Worte verstehen? Als ob der Sohn ohne den Heiligen Geist sprechen oder der Heilige Geist ohne den Sohn lehren würde; oder aber als ob nicht auch der Sohn lehren und der Heilige Geist sprechen und, wenn Gott etwas spricht und lehrt, die Trinität selbst sprechen und lehren würde? Allein weil es eine Trinität ist, mußte er die einzelnen Personen derselben namhaft machen, und wir müssen sie getrennt hören, aber ungetrennt verstehen. Höre den Vater sprechen, wo du liesest: „Der Herr sprach zu mir: Mein Sohn bist Du“; höre ihn auch lehren, wo du liesest: „Jeder, der vom Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir“. Den Sohn aber hast du eben sprechen hören; er sagt nämlich von sich selbst: „Was ich zu euch immer gesprochen habe“, und wenn du ihn auch als Lehrer kennen lernen willst, so erinnere dich des „Lehrers“: „Einer“, sagt er, „ist euer Lehrer Christus“. Den Heiligen Geist ferner, den du vorher lehren gehört hast, wo es heißt: „Er wird euch alles lehren“, höre auch sprechen, wo du in der Apostelgeschichte liesest, der Heilige Geist habe zu Petrus gesprochen: „Gehe mit ihnen, denn ich habe sie gesandt“. Es spricht und lehrt also die ganze Trinität, allein wenn sie nicht auch im einzelnen zum Ausdruck gebracht würde, so könnte sie die menschliche Schwäche sicher auf keine Weise fassen. Da sie nun durchaus unzertrennlich ist, so würde sie nie als Trinität erkannt werden, wenn sie immer unzertrennlich genannt würde; denn wenn wir den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist nennen, so nennen wir sie eben nicht zugleich, obwohl es ausgeschlossen ist, daß sie nicht zugleich sein können. Wenn er aber beifügte: „Er wird euch erinnern“, so sollen wir erkennen, daß, was wir nicht zu vergessen befohlen werden, auch die heilsamen Ermahnungen zur Gnade gehören, welche der Heilige Geist uns einflößt.