§ 101
1. Über die Tatsache, daß die Lehren der Philosophen von den Hebräern entwendet sind, werden wir ein wenig später sprechen; vorher aber müssen wir jetzt, wie es der richtigen Reihenfolge entspricht, davon handeln, in welcher Zeit Moses lebte; dadurch wird unbestreitbar erwiesen werden, daß die hebräische Philosophie älter als jede andere Weisheit ist.
2. Nun hat zwar über diese Frage bereits Tatianus in seiner „Rede an die Griechen“ genau gehandelt und auch Cassianus in dem ersten Buch seiner „Erklärungen“; trotzdem macht es der Plan unserer Aufzeichnungen nötig, daß auch wir das über diese Frage 91 Gesagte kurz erwähnen.
3. An erster Stelle ist der Grammatiker Apion mit dem Beinamen Pleistonikes zu nennen. Obwohl er entsprechend seiner Herkunft aus Ägypten von mißgünstigem Haß gegen die Hebräer erfüllt ist, so daß er sogar eine Schrift gegen die Juden verfaßte, führt er doch da, wo er den ägyptischen König Amosis und die mit ihm gleichzeitigen Ereignisse erwähnt, in dem vierten Buch seiner „Ägyptischen Geschichten“, als Gewährsmann den Ptolemaios von Mendes an.
4. Und die aus ihm angezogene Stelle lautet wörtlich so: „Auaria wurde von Amosis zerstört, der ein Zeitgenosse des Inachos von Argos war, wie Ptolemaios von Mendes in seinem Werk ‘Jahrbücher’ aufgezeichnet hat“.
5.Dieser Ptolemaios war ein Priester, der die Geschichte der ägyptischen Könige in insgesamt drei Büchern darstellte. In diesem Werk sagt er, daß der Auszug der Juden aus Ägypten unter der Führung des Moses zur Zeit des ägyptischen Königs Amosis stattgefunden habe; daraus ergibt sich, daß Moses zur Zeit des Inachos auf der Höhe seines Lebens gestanden hat.
§ 102
1. Von der griechischen Geschichte ist aber der älteste Teil die argolische, nämlich die Geschichte, die mit Inachos beginnt, wie Dionysios von Halikarnassos in seinen „Jahrbüchern“ zeigt.
2. Um vier Menschenalter jünger als die argolische ist die attische Geschichte, die mit dem doppelgestaltigen Ureinwohner Kekrops beginnt, wie Tatianus wörtlich sagt; um neun Menschenalter jünger aber ist die arkadische Geschichte, die mit Pelasgos beginnt; auch er wird als Ureinwohner bezeichnet.
3. Um noch zwei Menschenalter jünger als die arkadische ist die mit Deukalion beginnende phtiotische Geschichte. Bis zur Zeit des Trojanischen Krieges rechnet man von Inachos an zwanzig oder einundzwanzig Menschenalter, das sind rund vierhundert Jahre und darüber.
4. Wenn aber nach 92 dem, was Ktesias sagt, die assyrische Geschichte um viele Jahre älter als die griechische ist, so wird sich ergeben, daß der Auszug des Moses aus Ägypten, der zur Zeit des Amosis von Ägypten und des Inachos von Argos stattfand, in das 402. Jahr der Herrschaft der Assyrier und das 32. Jahr der Regierung des Beluchos VIII. zu setzen ist.
5. In Griechenland aber war zur Zeit des Phoroneus, des Nachfolgers des Inachos, die Überschwemmung unter Ogyges und die Herrschaft der Könige in Sikyon, zuerst des Aigialeus, dann des Europs, dann des Telchin, und die Herrschaft des Königs Kres in Kreta.
6. Von Phoroneus sagt nämlich Akusilaos, daß er der erste Mensch gewesen sei. Deshalb sagte auch der Dichter des Epos „Phoronis“ von ihm, daß er „der Vater der sterblichen Menschen“ sei.
§ 103
1. Daher schreibt Platon im Timaios im Anschluß an Akusilaos: „Und als er sie einmal dazu bringen wollte, von den alten Zeiten zu reden, begann er von dem zu erzählen, was für unsere Stadt das Älteste ist, nämlich von Phoroneus, von dem es heißt, daß er der erste Mensch war, und von Niobe und von den Ereignissen nach der großen Überschwemmung.“
2. „Zur Zeit des Phorbas lebte Aktaios, nach dem Attika ‘Aktaia’ genannt wurde. Zur Zeit des Triopas lebten Prometheus, Atlas, Epimetheus, der doppelgestaltige Kekrops und Io. Zur Zeit des Krotopos erfolgten der phaethontische Weltbrand und die deukalionische Flut.
3. In die Zeit des Sthenelos fallen die Herrschaft des Amphiktyon und die Einwanderung des Danaos in den Peloponnes und die Gründung von Dardania durch Dardanos“ (von ihm sagt Homeros: „Diesen erzeugte als ersten der Herrscher im Donnergewölk Zeus“ „und die Entführung der Europe aus Phönikien nach Kreta.
4. In die Zeit des Lynkeus fallen der Raub der Kore 93 und die Gründung des Heiligtums in Eleusis und der Beginn des Getreidebaus durch Triptolemos und die Ankunft des Kadmos in Theben und die Herrschaft des Minos.
5. In die Zeit des Proitos fällt der Krieg des Eumolpos gegen die Athener. In die Zeit des Akrisios fällt die Überfahrt des Pelops von Phrygien und die Ankunft des Ion in Athen und der zweite Kekrops und des Perseus und des Dionysos Taten und Orpheus und Musaios.“
§ 104
1. Im 18.Jahre der Regierung Agamemnons wurde Ilion erobert, im ersten Regierungsjahr des athenischen Königs Demophon, des Sohnes des Theseus, am 12. Tag des Monats Thargelion, wie Dionysios von Argos sagt.
2. Agias aber und Derkylos im dritten Buch behaupten, es sei am 23. Tag des Monats Panemos gewesen, ferner Hellanikos am 12.Tag des Monats Thargelion, und einige der Verfasser von Werken über attische Geschichte setzen die Eroberung auf den 23.Tag in das letzte Regierungsjahr des Königs Menestheus, auf einen Vollmondstag. „Mitternacht war es“, so sagt der Dichter der „Kleinen Ilias“, „da ging mit strahlendem Lichte der Mond auf.“ Wieder andere setzen sie auf den nämlichen Tag des Monats Skirophorion.
3. Theseus aber ist als ein Genosse des Herakles um ein Menschenalter älter als der Trojanische Krieg; denn Homeros erwähnt den Tlepolemos, der ein Sohn des Herakles war, als Teilnehmer des Zugs gegen Troia.
§ 105
1. Es ist also bewiesen, daß Moses 604 Jahre vor der Aufnahme des Dionysos unter die Götter gelebt hat, wenn er wirklich im 32. Jahr der Regierung des Königs Perseus unter die Götter aufgenommen wird, 94 wie Apollodoros in seiner „Chronik“ sagt.
2. Von Dionysos bis zu Herakles und zu Iason und seinen Helden, die mit ihm auf der Argo fuhren, errechnen sich 63 Jahre; mit ihnen fuhren auch Asklepios und die Dioskuren, wie Apollonios von Rhodos in seinen „Argonautika“ bezeugt.
3. Von der Zeit der Herrschaft des Herakles in Argos bis zu der Aufnahme des Herakles selbst und des Asklepios unter die Götter ergeben sich nach dem Chronographen Apollodoros 38 Jahre.
4. Von da bis zur Aufnahme des Kastor und Polydeukes unter die Götter sind 53 Jahre. Und zu dieser Zeit ungefähr ist auch die Einnahme von Ilion.
5. Wenn man aber auch dem Dichter Hesiodos Glauben schenken soll, so wollen wir ihn anhören: „Maie, die Tochter des Atlas, gebar den herrlichen Hermes, Boten der Götter, dem Zeus, ihm vermählt auf heiligem Lager. Semele, Tochter des Kadmos, gebar einen strahlenden Sohn ihm, Liebend verbunden mit ihm, den Bringer der Lust Dionysos.“
§ 106
1. Der Vater der Semele Kadmos kommt zur Zeit des Lynkeus nach Theben und wird der Erfinder der griechischen Schrift; Triopas lebt gleichzeitig mit Isis im 7. Menschenalter nach Inachos (die Isis nennt man auch Io, weil sie auf ihrer Irrfahrt die ganze Erde durchwanderte); von ihr sagt Istros in seinem Werk über die Kolonien der Ägypter, sie sei eine Tochter des Prometheus.
2. Prometheus lebte aber zur Zeit des Triopas im 7.Menschenalter nach Moses, woraus sich ergibt, daß Moses schon lebte, bevor nach der griechischen Sage überhaupt Menschen entstanden.
3. Ferner sagt Leon, der Verfasser des Werkes über die ägyptischen Götter, daß Isis von den Griechen Demeter genannt werde, die zur Zeit des 95 Lynkeus im 11.Menschenalter nach Moses lebte.
4. Und Apis, der König von Argos, ist der Gründer von Memphis, wie Aristippos in dem ersten Buch seiner „Geschichte von Arkadien“ sagt.
5. Von diesem Apis behauptet Aristeas von Argos, er habe den Beinamen Sarapis bekommen und er sei es, den die Ägypter verehren.
6. Dagegen sagt Nymphodoros von Amphipolis in dem dritten Buch seines Werkes „Gebräuche in Asien“, der Stier Apis sei nach seinem Tod einbalsamiert und in dem Tempel der verehrten Gottheit in einem Sarg ((xxx) soros) beigesetzt worden; davon habe er den Namen Soroapis und später infolge einer bei den Einheimischen üblich gewordenen Aussprache den Namen Sarapis bekommen. Apis ist aber der dritte König in der mit Inachos beginnenden Reihe.
§ 107
1. Gewiß aber lebte Leto zur Zeit des Tityos; denn von diesem heißt es: „Leto mißhandelte er, Zeus’ herrliche Lagergenossin.“ Tityos aber war ein Zeitgenosse des Tantalos.
2. Mit Recht schreibt also auch Pindaros von Theben: „Spät in der Zeit erst erstand Apollon.“ Und das ist gar nicht zu verwundern, wenn er doch, wie bekannt ist, zusammen mit Herakles dem Admetos als Knecht diente „ein ganzes Jahr lang.“
3. Zethos und Amphion, die Erfinder der Musik, haben zur Zeit des Kadmos gelebt.
4. Und wenn uns jemand sagt, Phemonoe habe als erste dem Akrisios Orakelsprüche verkündet, so soll er doch auch wissen, daß erst 27 Jahre nach Phemonoe Orpheus und Musaios und Linos, der Lehrer des Herakles, und ihre Zeitgenossen lebten.
5. Homeros aber und Hesiodos sind viel jünger als der Trojanische Krieg, und wieder viel jünger als sie sind die Gesetzgeber bei den Griechen, Lykurgos und Solon, und die sieben Weisen und Pherekydes von Syros und der große Pythagoras und ihre Schüler, die alle viel später, erst nach Beginn 96 der Olympiadenrechnung, gelebt haben, wie wir gezeigt haben.
6. Somit ist also von uns bewiesen, daß Moses nicht nur den sogenannten Weisen und Dichtern, sondern auch den meisten griechischen Göttern zeitlich vorangeht.
§ 108
1. Und nicht nur Moses, sondern auch die Sibylle ist älter als Orpheus; es gibt ja auch über ihre Beinamen und über die ihr zugeschriebenen Orakelsprüche verschiedene Erzählungen; sie soll Phrygierin gewesen sein und Artemis geheißen haben; diese sei nach Delphi gekommen und habe dort die Verse gesungen:
2. „Delphis Bewohner, ihr Diener des Fernhintreffers Apollon, Euch zu verkünden den Willen des aigishaltenden Gottes, Kam ich, grollend im Herzen dem leiblichen Bruder Apollon.“
3. Es gibt aber auch noch eine Erythräische Sibylle mit dem Namen Herophile. Diese Überlieferungen erwähnt Herakleides von Pontos in seiner Schrift über die Orakel. Nicht näher will ich auf die Ägyptische und auf die Italische Sibylle eingehen, die das Karmalon in Rom bewohnte und deren Sohn Euandros der Gründer des Luperkion genannten Panheiligtums in Rom war.
§ 109
1. Nachdem wir bis hierher gekommen sind, ist es angemessen, daß wir auch die Zeiten der übrigen nach Moses lebenden hebräischen Propheten festzustellen suchen.
2. Nach dem Lebensende des Moses übernimmt die Führung des Volkes Josua; er führte 5 Jahre Krieg und 97 lebte weitere 25 Jahre im Frieden „in dem guten Lande.“
3. Wie aber das Buch Josua angibt, war der Ebengenannte 27 Jahre lang Nachfolger des Moses.
4. Dann wurden die Hebräer, als sie sündigten, dem König von Mesopotamien Chusachar für 8 Jahre übergeben, wie das Buch der Richter erzählt.
5. Als sie später zu Gott flehten, bekommen sie zum Führer den Gothoniel, den jüngeren Bruder des Chaleb aus dem Stamme Juda; dieser tötete den König von Mesopotamien und herrschte über das Volk die folgenden 50 Jahre.
6. Und als sie wieder sündigten, wurden sie dem König der Moabiter Aiglom (Eglon) für 18 Jahre übergeben; und als sie sich wieder bekehrten, wurde Aod (Ehud) ihr Führer für 80 Jahre, ein Mann aus dem Stamm Ephraim, der mit beiden Händen gleich geschickt war; dieser ist es, der den Aiglon tötete.
§ 110
1. Als sie nach dem Tode Aods wieder sündigten, wurden sie dem König von Kanaan Jabeim (Jabin) für 20 Jahre übergeben; zu seiner Zeit ist Debbora, die Frau des Labidoth aus dem Stamme Ephraim, Prophetin, und Hoherpriester war Ozius, der Sohn des Riesu.
2. Auf ihre Veranlassung übernahm Barak, der Sohn des Benner aus dem Stamm Nephthalim, die Führung des Heeres, lieferte dem Sisara, dem Oberfeldherrn des Jabeim, eine Schlacht und besiegte ihn. Und hernach herrschte als Richterin über das Volk Debbora 40 Jahre.
3. Als nach ihrem Tod das Volk wieder sündigte, wird es den Madienäern 98 (Midianitern) für 7 Jahre übergeben.
4. Darnach führte Gedeon aus dem Stamme Manasse, der Sohn des Joas, 300 Mann ins Feld, vernichtete 120 000 Mann der Feinde und herrschte dann 40 Jahre, und nach ihm sein Sohn Abimelech drei Jahre.
5. Auf ihn folgt Boleas, der Sohn des Bedan, des Sohnes des Charran, aus dem Stamm Ephraim, und herrscht 23 Jahre. Als nach ihm das Volk wieder sündigte, wird es für 18 Jahre den Ammanitern übergeben.
§ 111
1. Als sie Buße getan hatten, wird Jephthae der Galaaditer aus dem Stamm Manasse ihr Führer und herrschte 6 Jahre. Nach ihm herrschte Abatthan von Bethlehem aus dem Stamme Juda 7 Jahre, darnach Hebron der Zabuloniter 8 Jahre, darnach Eglom aus Ephraim 8 Jahre, Einige nehmen aber die 7 Jahre des Abatthan und die 8 Jahre des Hebron zusammen.
2. Und als nach ihm das Volk wieder sündigte, kam es unter die Macht eines fremden Volkes, nämlich der Philister, 40 Jahre lang. Als sie sich aber bekehrten, wird Sampson (Simson) aus dem Stamm Dan ihr Führer, nachdem er das fremde Volk im Kriege besiegt hatte. Dieser herrschte 20 Jahre.
3. Als nach ihm kein Herrscher vorhanden war, richtete der Priester Eli das Volk 40 Jahre.
4. Dessen Nachfolger ist der 99 Prophet Samuel, der, wenn man die Jahre mitrechnet, die Saul neben ihm König war, 27 Jahre lang sein Amt innehatte. Dieser salbte auch den David.
§ 112
1. Samuel starb aber zwei Jahre vor Saul unter dem Hohenpriester Abimelech. Er hatte den Saul zum Könige gesalbt, der der erste König über Israel wurde nach der Richterzeit, deren ganze Dauer bis zu Samuel sich auf 463 Jahre 7 Monate beläuft.
2. Dazu kommen, bis zum Schluß des ersten Buchs der Könige, die 20 Jahre Sauls, nachdem, er aufs neue in seiner Königswürde bestätigt worden war.
3. Nach dem Tode Sauls ist David, der Sohn des Jessai aus dem Stamme Juda, an zweiter Stelle König in Hebron 40 Jahre lang, was den Inhalt des zweiten Buchs der Könige bildet, und Hoherpriester war Abiathar, der Sohn des Abimelech aus der Verwandtschaft des Eli und Propheten sind zu seiner Zeit Gad und Nathan
4. Es ergeben sich also von Josua, dem Sohne Naves (Nuns) bis zu der Zeit, da David die Königsherrschaft übernahm, wie die einen berechnen, 450 Jahre; wie aber die vorliegenden Zeitangaben zeigen, ist die Gesamtsumme bis zum Tode Davids 523 Jahre 7 Monate.
§ 113
1. Und hernach wurde Salomon, der Sohn Davids, König für 40 Jahre. Zu seiner Zeit bleibt noch Nathan Prophet; er erinnerte ihn auch an den Tempelbau. In gleicher Weise ist auch Achias aus Selom (Silo) Prophet, 100 und auch die beiden Könige, David und Salomon, waren Propheten.
2. Der Hohepriester Sadok war der erste Priester in dem Tempel, den Salomon erbaut hatte. Er war der achte in der Reihe, die mit dem ersten Hohenpriester Aaron begann.
3. Es ergeben sich also von Moses bis zu der Zeit Salomons, wie die einen sagen, 595 Jahre, wie die anderen sagen, 576 Jahre.
4. Wenn man zu den 450 Jahren von Josua bis David die 40 Jahre des Zuges des Moses und die anderen 80 Jahre hinzuzählt, die Moses vor dem Beginn des Auszuges der Hebräer aus Ägypten gelebt hatte, und ferner noch die 40 Jahre der Regierung Davids hinzufügt, so wird man im ganzen 610 Jahre herausbringen.
§ 114
1. Zu einem genaueren Ergebnis wird man aber mit unseren Zeitangaben kommen, wenn man zu den 523 Jahren und 7 Monaten bis zum Tode Davids die 120 Jahre des Moses und die 40 Jahre des Salomon hinzufügt; dann wird man als Gesamtsumme bis zum Tode Salomons 683 Jahre 7 Monate herausbringen.
2. Eiramos (Hieram) gab seine Tochter dem Salomon zu der Zeit, zu der Menelaos nach der Einnahme Trojas nach Phönikien kommt, wie Menandros von Pergamon und Laitos in ihrer Geschichte Phöniziens sagen.
3. Nach Salomon ist sein Sohn Rhobiam (Rehabeam) 17 Jahre lang König und Hoherpriester war Abimelech, der Sohn des Sadok.
4. Unter ihm wurde das Reich geteilt, und in Samaria ist König Hieroboan (Jerobeam) aus dem Stamme Ephraim, der Knecht Salomons; und Prophet ist noch Achias der Seloniter und Samaias, 101 der Sohn des Ailami, und der Mann, der aus Juda zu Hieroboam kam und am Opferaltare weissagte.
§ 115
1. Nach diesem (Rhoboam) ist sein Sohn Abium (Abia) drei Jahre lang König, und ebenso dessen Sohn Asa 41 Jahre; dieser erkrankte im Alter an einem Fußleiden Zu seiner Zeit ist Prophet Iu (Jehu) der Sohn des Ananias. Nach ihm ist sein Sohn Josaphat 25 Jahre König. Zu seiner Zeit sind Propheten Elias der Thesbiter und Michaias, der Sohn des Jemla, und Abdias (Obadja) der Sohn des Ananias.
2. Zur Zeit des Michaias gab es auch einen falschen Propheten, den Sedekias, den Sohn des Chanaan.
3. Darauf folgt die Regierung des Joram, des Sohnes des Josaphat, 8 Jahre lang; zu seiner Zeit ist Elias Prophet und nach Elias Elissaios (Elisa) der Sohn des Saphat.
4. Zu seiner Zeit aßen die Einwohner von Samaria Taubenmist und ihre eigenen Kinder. Die 102 Erzählung von der Zeit des Josaphat erstreckt sich von den letzten Abschnitten des dritten Buches der Könige bis in das vierte hinein.
5. Zur Zeit des Joram wurde Elias gen Himmel entrückt, und Elisaius, der Sohn des Saphat, übernahm das Prophetenamt für 6 Jahre, im Alter von 40 Jahren. Dann wurde Ochozias (Ahasja) König für ein Jahr; zu seiner Zeit ist Elessaios noch Prophet und mit ihm Abdadonaios.
§ 116
1. Nach ihm herrschte die Mutter des Ochozias, Gotholia (Athalia) 8 Jahre, nachdem sie die Kinder ihres Bruders getötet hatte; denn sie stammte aus dem Geschlechte Achaabs. Die Schwester des Ochozias, Josabaia, nahm aber den Joas, den Sohn des Ochozias, heimlich fort und übertrug ihm später die Königswürde.
2. Zu der Zeit dieser Gotholia ist Elissaios noch Prophet; nach ihr ist wie ich eben sagte, Joas König, der von Josanaia, der Frau des Hohenpriesters Jodae (Jojada) gerettet worden war, und im ganzen dauert seine Regierung 40 Jahre.
3. Es ergeben sich also von Salomon bis zu dem Tode des Propheten Elissaios nach den einen 105 Jahre, nach den anderen 102 Jahre; wie aber die vorstehende Zeitenangabe zeigt, ergeben sich von dem Beginn der Herrschaft Salomons an 181 Jahre.
§ 117
1. Vom Trojanischen Krieg bis zur Geburt des Homeros sind es nach Philochoros 180 Jahre, und zwar schon nach der ionischen Kolonisation.
2. Aristarchos dagegen sagt in seiner Erklärungsschrift zu Archilochos, daß Homer zur Zeit der ionischen Kolonisation gelebt habe, die 103 140 Jahre nach dem Trojanischen Krieg stattfand.
3. Apollodoros aber setzt Homeros 100 Jahre nach der ionischen Kolonisation an, in die Zeit, da Agesilaos, der Sohn des Doryssos, König der Lakedämonier war, so daß der Gesetzgeber Lykurgos als junger Mann noch in seine Lebenszeit hinaufreichte.
4. Euthymenes dagegen sagt in seinen Jahrbüchern, daß er gleichzeitig mit Hesiodos gelebt habe und zur Zeit des Akastos auf Chios ungefähr 200 Jahre nach der Einnahme Ilions geboren sei.
5. Dieser Ansicht ist auch Archemachos in dem dritten Buch seiner Geschichte Euboias. Demnach sind Homeros und Hesiodos sogar jünger als der Prophet Elissaios.
6. Und wenn man dem Grammatiker Krates folgen will und sagt, Homeros sei zu der Zeit der Rückkehr der Herakliden 80 Jahre nach der Einnahme von Ilion geboren, so ergibt sich daraus wieder, daß er später als Salomon ist, zu dessen Zeit Menelaos nach Phönikien kam, wie oben gesagt ist.
7. Eratosthenes ferner setzt die Zeit des Homeros 100 Jahre nach der Einnahme von Ilion an.
8. Theopompos vollends berichtet in dem 43. Buch seiner Geschichte des Philippos, daß Homeros 500 Jahre nach dem Zug gegen Ilion geboren sei.
9. Und Euphorion setzt in seiner Schrift über die Aleuaden seine Geburt in die Zeit des Gyges, der mit der 18. Olympiade zu herrschen begann; von ihm erzählt er auch, daß er der erste war, der Tyrann genannt worden ist.
10. Und der Lakonier Sosibios setzt in seinem Werk über Zeitrechnung Homeros in das 8.Jahr der Regierung des Charillos, des Sohnes des Polydektes. Nun ist Charillos 64 Jahre König, und nach ihm sein Sohn Nikandros 39 Jahre; in dessen 34. Jahr wurde, wie er sagt, das erste olympische Kampfspiel abgehalten; demnach habe Homeros ungefähr 90 Jahre vor der Stiftung der olympischen Spiele gelebt.
§ 118
104 1. Nach Joas übernimmt sein Sohn Amassias die Herrschaft für 39 Jahre. Auf diesen folgt ebenso sein Sohn Ozias (Usia) für 52 Jahre; und er starb am Aussatz. Zu seiner Zeit sind Propheten Amos und sein Sohn Hesaias (Jesaja) und Osee (Hosea), der Sohn des Beeri, und Jonas, der Sohn des Amathi (Amitthai) aus Geth Chober, der den Einwohnern von Ninive predigte und der von dem Meeresungeheuer wieder ausgespieen wurde.
2. Hernach ist König Jonathan, der Sohn des Ozias, für 16 Jahre; zu seiner Zeit ist Hesaias noch Prophet und Osee und Michaias der Morasthite (Micha von Moreseth) und Joel, der Sohn des Bathuel.
§ 119
1. Auf Jonathan folgt sein Sohn Achaz (Ahas) für 16 Jahre. Zu seiner Zeit, im 15. Jahr seiner Regierung, wurde Israel nach Babylon abgeführt, und Salmanassar, der König von Assyrien, verpflanzte die Einwohner von Samaria nach Medien und Babylon.
2. Auf Achaz folgt wieder Osee für 8 Jahre, dann Ezekias (Hiskia) für 29 Jahre. Als dieser seinem Lebensende nahe war, schenkt ihm Gott wegen seiner Frömmigkeit durch Hesaias, daß er noch 15 Jahre leben durfte, wobei die Sonne rückwärts ging.
3. Bis in seine Zeit dauert noch die Tätigkeit der Propheten Hesaias und Osee und Michaias. Diese sollen 105 erst nach der Zeit des Lykurgos, des Gesetzgebers der Lakedämonier, gelebt haben.
4. Dieuchidas setzt nämlich in dem vierten Buch seiner Geschichte Megaras die Blütezeit des Lykurgos ungefähr in das 290. Jahr nach der Einnahme von Ilion.
5. Hesaias ist aber, wie sich zeigt, im 300. Jahre nach dem Beginn der Regierung des Salomon, zu dessen Zeit, wie wir nachwiesen, Menelaos nach Phönikien kam, noch als Prophet tätig und mit ihm Michaias und Osee und Joel, der Sohn des Bathuel.
§ 120
1. Nach Ezekias ist sein Sohn Manasses König für 55 Jahre, sodann dessen Sohn Amos 2 Jahre lang, nach ihm sein Sohn Josias, der an Gesetzestreue alle übertraf, 31 Jahre lang. Dieser warf, wie im Levitikus geschrieben steht, „die Leichen der Menschen auf die Leichen der Götzen“.
2. Im 18. Jahre seiner Regierung wurde das Passahfest gefeiert, wie es seit Samuel in der dazwischenliegenden Zeit nie gefeiert worden war. Damals war es auch, daß der Priester Chelkias (Hilkia), der Vater des Propheten Jeremias, das in dem Tempel aufbewahrte Gesetzbuch fand und, nachdem er es gelesen hatte, starb. Zu der Zeit des Josias sind Propheten Olda (Hulda) und Sophonias (Zephanja) und Jeremias.
3. Zu der Zeit des Jeremias tritt als falscher Prophet Ananias (Hananja) auf. Da dieser Josias dem Propheten Jeremias nicht gehorchte, wurde er von Nechao (Necho), dem König von Ägypten, an dem Flusse Euphrat getötet, als er ihm bei seinem Zug gegen die Assyrier entgegengetreten war.
§ 121
106 1. Auf Josias folgt sein Sohn Jechonias, der auch Joachas heißt, für 3 Monate und 10 Tage. Diesen führte Nechao, der König von Ägypten, gefesselt nach Ägypten fort, nachdem er an seiner Stelle seinen Bruder Joakeim (Joachim) als König eingesetzt hatte, damit er die Steuer des Landes eintreibe; er regierte 11 Jahre.
2. Nach ihm ist der mit ihm gleichnamige Joakeim 3 Monate König und dann Sedekias (Zedekia) 11 Jahre.
3. Und bis zu dessen Zeit dauert noch die Prophetentätigkeit des Jeremias fort; außerdem sind damals Propheten Buzi und Urias, der Sohn des Samaias (Semaja) und Ambakum (Habakuk) mit ihm; und damit schließt die Geschichte der hebräischen Könige.
4. Es ergeben sich also von der Geburt des Moses bis zu dieser Verpflanzung (der babylonischen Gefangenschaft) wie einige sagen, 972 Jahre, nach der genauen Zeitrechnung aber 1805 Jahre 6 Monate 10 Tage; von dem Regierungsantritt Davids bis zu der von den Chaldäern herbeigeführten Gefangenschaft 452 Jahre 6 Monate, wie aber unsere genaue Angabe der einzelnen Zeiten ergibt, 482 Jahre 6 Monate 10 Tage.
§ 122
1. Im 12.Jahre der Regierung des Sedekias zog Nabuchodonosor (Nebukadnezar) 70 Jahre vor Beginn der Herrschaft der Perser, gegen die Pönizier und Juden zu Feld, wie Berossos in seinen „Chaldäischen Geschichten“ sagt.
2. Und Iuba gibt in seiner Schrift über die Assyrier zu, die Geschichte von Berossos übernommen zu haben; damit bezeugt er zugleich dem Mann die Wahrheit.
3. Nachdem nun Nabuchodonosor den Sedikias 107 geblendet hatte, führte er ihn nach Babylon fort und verpflanzte das ganze Volk (und die Gefangenschaft dauert 70 Jahre) mit Ausnahme weniger, die nach Ägypten flohen.
4. Propheten sind auch noch unter Sedekias Jeremias und Ambakum; im 5. Jahre seiner Regierung ist in Babylon Jezekiel Prophet, nach ihm der Prophet Naum, sodann Daniel, und wieder nach diesem sind Propheten zu der Zeit des Dareios des Ersten zwei Jahre lang Angaios (Haggai) und Zacharias (Sacharja) und darnach der zu den Zwölf Propheten gerechnete Angelos (Maleachi).
§ 123
1. Nach Angaios und Zacharias erbaut Neemias, der Erzmundschenk des Artaxerxes, der Sohn des Israeliten Acheli (Hachalja) die Stadt Jerusalem und richtet den Tempel wieder auf.
2. Während dieser Gefangenschaft leben Esther und Mardochaios, worüber ein Buch vorhanden ist, ebenso wie das Buch von den Taten der Makkabäer.
3. Während dieser Gefangenschaft werden Misael, Ananias und Azarias, weil sie das (goldene) Bild nicht hatten anbeten wollen, in einen Feuerofen geworfen, aber durch das Erscheinen eines Engels gerettet.
4. Damals wurde Daniel wegen eines Drachen in eine Löwengrube geworfen, durch Gottes Fürsorge von Ambakum gespeist und am 7. Tage gerettet.
5. Damals begab sich auch das Wunder des Jonas, und Tobias gewinnt mit Hilfe des Engels Raphael Sarra zum Weibe, nachdem der böse Geist ihre ersten sieben Freier umgebracht hatte; 108 und nach der Hochzeit des Tobias bekommt sein Vater Tobit das Augenlicht wieder.
§ 124
1. Damals trägt Zorobabel (Serubbabel) durch seine Weisheit den Sieg über seine Mitbewerber davon und erreicht von Dareios die Erlaubnis zum Wiederaufbau von Jerusalem, indem er sich dies als Lohn ausbat, und kehrt mit Esdras (Esra) in sein Vaterland zurück.
2. Auf dessen Veranlassung geschieht die Entsühnung des Volkes, und die Wiederbekanntgabe und Erneuerung der von Gottes Geist eingegebenen Schrift und das Passahfest, das Fest der Erinnerung an die Errettung, wird begangen, und die Möglichkeit der Verschwägerung mit Volksfremden wird aufgehoben.
3. Es hatte aber auch schon Kyros die Zurückführung der Hebräer verheißen. Als aber unter Dareios das Versprechen erfüllt worden war, wird das Fest der Tempelweihe gefeiert und ebenso das Laubhüttenfest.
4.Und die Gesamtsumme der Jahre, einschließlich der Jahre der Gefangenschaft, von der Geburt des Moses bis zur Rückkehr des Volkes beträgt 1155 Jahre 6 Monate 10 Tage, von dem Regierungsantritt Davids an, wie einige sagen, 552 Jahre, nach genauerer Rechnung jedoch 572 Jahre 6 Monate 10 Tage.
§ 125
1. Erfüllt ist also von der babylonischen Gefangenschaft an, die zu der Zeit des Propheten Jeremias begann, das von dem Propheten Daniel Gesagte, das so lautet:
2. „Siebzig Siebenheiten wurden festgesetzt für dein Volk und für die heilige Stadt, um den Frevel zur Vollendung kommen zu lassen und die Sünde zu versiegeln (d.h. sie als abgeschlossen, auf ihren Höhepunkt gekommen zu bezeichnen) und die Ungerechtigkeiten auszutilgen und Versöhnung zu bringen und ewige Gerechtigkeit herbeizuführen und Gesicht und Propheten zu versiegeln (d.h. sie als erfüllt zu kennzeichnen) und ein Hochheiliges zu salben.
3.Und du wirst erkennen und wahrnehmen: von der Zeit an, da die Weisung ausging, heimzukehren und Jerusalem wieder zu erbauen, bis zu einem Gesalbten, einem Fürsten, sind 7 Siebenheiten, und 62 Siebenheiten, und du 109 wirst dich bekehren, und Straße und Mauer wird wieder erbaut werden, und die Zeiten werden bedrängt sein.
4. Und nach den 62 Siebenheiten wird ein Gesalbter ausgetilgt werden, ohne daß ein gerechtes Urteil über ihn gefällt würde. Und er wird die Stadt und das Heiligtum zerstören zusammen mit dem Fürsten, der kommt; durch eine Überschwemmung werden sie ausgetilgt werden; und (dies wird dauern) bis zum Ende eines Krieges, dessen Ziel die völlige Vernichtung ist.
5. Und eine einzige Siebenheit wird für viele einen festen Bund schließen, und in der Mitte der Siebenheit wird mein Schlachtopfer und mein Trankopfer beseitigt werden; und über den Tempel (wird kommen) der Greuel der Verwüstungen, und bis zur Vollendung der Zeit wird Vollendung für die Verwüstung gewährt sein.
6. Und die Hälfte der Siebenheit wird dem Räucherwerk des Opfers ein Ende machen und (es wird sein) völlige Vernichtung des Flügels (des Altars) und Gegenstand des (größten) Eifers wird die Vernichtung sein.“
§ 126
1. Daß nun der Tempel in 7 Siebenheiten wieder aufgebaut wurde, das ist bekannt; denn es steht im Esra geschrieben; und so wurde ein gesalbter König Führer der Juden in Jerusalem, als die 7 Siebenheiten voll wurden, und in den 62 Siebenheiten herrschte Ruhe in ganz Judäa, und es war ohne Kriege.
2. Und unser Herr Christus, „der Hochheilige“, kam und erfüllte „das Gesicht und den Propheten“, und sein Fleisch wurde mit dem Geist seines Vaters gesalbt in diesen „62 Siebenheiten“, wie der Prophet sagte.
3. Und „in der einen Siebenheit“, deren Hälfte die Regierung Neros einnahm, und während deren dieser in der Heiligen Stadt Jerusalem den „Greuel“ aufstellte, und in der „Hälfte der Siebenheit“ wurde er selbst getötet und Galba und Otho und Vitellius, und zur Herrschaft kam Vespasianus und zerstörte Jerusalem und verwüstete das Heiligtum. Und daß sich dies so verhält, ist jedem klar, der, wie auch der Prophet gesagt hat, „verstehen“ kann.
§ 127
1. Als nun das 11. Jahr vollendet war, kommt bei Beginn des folgenden Jahres unter der Regierung des 110 Joakeim die babylonische Gefangenschaft durch den König Nabuchodonosor, im 7. Jahre seiner Regierung über die Assyrier, im 2. Jahre der Regierung des ägyptischen Königs Uaphres, während Philippos in Athen Archon war im 1. Jahre der 48. Olympiade (588 v. Chr).
2. Und die Gefangenschaft dauerte 70 Jahre und endigte im 2. Jahre der Regierung des Dareios, des Sohnes des Hystaspes, der König über die Perser und die Assyrier und die Ägypter geworden war. Unter ihm sind, wie ich früher sagte, Propheten Angaios und Zacharias und der unter die Zwölf Propheten gezählte Angelos, und Hoherpriester war Jesus, der Sohn des Josedek.
3. Und in dem 2. Jahre der Regierung des Dareios, von dem Herodotos erzählt, daß er die Herrschaft der Magier gestürzt habe, wird Zorobabel, der Sohn des Salathiel, abgesandt, um den Tempel in Jerusalem wieder aufzurichten und auszuschmücken.
§ 128
1. Nun wollen wir auch die Zeiten der Perser(könige) angeben. Sie berechnen sich folgendermaßen: Kyros 30 Jahre, Kambyses 19, Dareios 46, Xerxes 26, Artaxerxes 41, Dareios 8, Artaxerxes 42, Ochos 8, Arses 3 Jahre.
2. Zusammen ergeben sich für die persischen Könige 235 Jahre. Nachdem der Makedonier Alexandros diesen Dareios entsprechend den angegebenen Jahren gestürzt hatte, beginnt seine Regierung.
3. Ebenso berechnen sich auch die Zeiten der Makedonischen Könige folgendermaßen: Alexandros 18 Jahre, Ptolemaios, der Sohn des Lagos, 40 Jahre, Ptolemaios Philadelphos 27 Jahre, dann Ptolomaios Euergetes 25 Jahre, dann Ptolomaios Philopator 17 Jahre, nach ihm Ptolemaios Epiphanes 24 Jahre.
4. Auf ihn folgt Ptolemaios Philometor und regierte 35 Jahre, nach ihm Ptolemaios Physkon 29 Jahre, dann Ptolemaios Lathuros 36 Jahre, dann Ptolemaios mit dem Beinamen Dionysos 29 Jahre.
§ 129
111 1. Zuletzt war Kleopatra 22 Jahre Königin; nach ihr kommt noch die 18 Tage dauernde Regierung der Kinder der Kleopatra.
2. Zusammengerechnet ergeben sich für die Zeiten der Makedonischen Könige 312 Jahre 18 Tage.
3. Es ist somit erwiesen, daß die Propheten, die unter Dareios, dem Sohne des Hystaspes, in dem 2. Jahre seiner Regierung wirkten, nämlich Angaios und Zacharias und der zu den Zwölf Propheten gerechnete Angelos, da sie in dem 1. Jahre der 48. Olympiade wirkten, älter sind als Pythagoras, der in die 62. Olympiade gesetzt wird, und älter als Thales, der älteste von den griechischen Weisen, der um die 50. Olympiade lebte.
4. Zeitgenossen waren aber alle die Männer, die zusammen mit Thales zu den Sieben Weisen gerechnet wurden, wie Andron in seinem Werk „Dreifuß“ sagt. Ferner lebte Herakleitos später als Pythagoras; denn er erwähnt ihn in seiner Schrift.
§ 130
1. Somit ist die 1.Olympiade, die 407 Jahre später als der Trojanische Krieg angesetzt wird, unzweifelhaft früher als die genannten Propheten und mit ihnen als die sogenannten Sieben Weisen.
2. Demnach ist leicht einzusehen, daß Salomon, der zu der Zeit des Menelaos lebte (dieser lebte aber zur Zeit des Trojanischen Krieges) um viele Jahre älter ist als die griechischen Weisen. Um wie viele Jahre aber wieder älter als Salomon Moses ist, das haben wir in einem früheren Abschnitt dargelegt.
3. Alexandros mit dem Beinamen Polyhistor hat in seiner Schrift über die Juden einige Briefe Salomons an den ägyptischen König Uaphres und an den König der Tyrier in Phönikien mitgeteilt und ebenso ihre Briefe an Salomon, aus denen hervorgeht, daß ihm Uaphres 80 000 Arbeiter aus Ägypten für den Tempelbau geschickt hat und der andere König ebenso viele mit einem Baumeister aus Tyros, dem Sohn einer jüdischen Mutter aus dem Geschlechte Davids, wie dort erzählt ist, mit Namen Hyperon.
§ 131
112 1. Vollends Onomakritos aus Athen, der der Verfasser der dem Orpheus zugeschriebenen Gedichte sein soll, lebte nachweislich zur Zeit der Peisistratidenherrschaft um die 50. Olympiade; Orpheus aber, der an der Fahrt des Herakles teilnahm, ist der Lehrer des Musaios.
2. Amphion ferner lebte zwei Menschenalter vor dem Trojanischen Krieg, während Demodokos und Phemios nach der Einnahme von Ilion, der eine bei den Phäaken, der andere bei den Freiern, durch ihr Kitharaspiel berühmt waren.
3. Auch die dem Musaios zugeschriebenen Orakelsprüche sollen von Onomakritos verfaßt sein, der „Mischkrug“ des Orpheus aber von Zopyros aus Herakleia, und die „Hadesfahrt“ von Prodikos aus Samos.
4. Ion von Chios aber erzählt in seinem „Triagmos“, daß auch Pythagoras einiges auf Orpheus zurückgeführt (d.h. auf seinen Namen gefälscht) habe.
5. Dagegen behauptet Epigenes in seiner Schrift über die dem Orpheus zugeschriebenen Gedichte, daß die „Hadesfahrt“ und das „Heilige Wort“ von dem Pythagoreer Kerkops, der „Peplos“ und die „Naturlehre“ von Brontinos verfaßt seien.
6. Ja sogar dem Terpandros wollen einige ein hohes Alter geben; so berichtet Hellanikos, er habe zur Zeit des Midas gelebt, dagegen setzt Phanias den Lesches von Lesbos vor Terpandros an und bestimmt den Terpandros als jünger als Archilochos; Lesches aber habe einen Wettkampf mit Arktinos durchgeführt und dabei den Sieg errungen.
7. Nach Xanthos von Lydien wurde aber Thasos um die 18. Olympiade (nach Dionysios um die 15.) gegründet; daraus ist klar zu ersehen, daß Archilochos erst nach der 20. Olympiade 113 bekannt wurde. Erwähnt er doch auch den Untergang von Magnesia als kurz zuvor geschehen.
8. Simonides wird in die Zeit des Archilochos gesetzt, und Kallinos ist nicht viel älter. Denn Archilochos erwähnt Magnesia als eine zerstörte, Kallinos als eine blühende Stadt. Eumelos von Korinth soll älter gewesen sein und gleichzeitig mit Archias, dem Gründer von Korinth, gelebt haben.
§ 132
1. Hiervon zu reden waren wir veranlaßt, weil man vor allem die Dichter des epischen Kyklos zu den allerältesten Dichtern rechnet. Sodann sollen auch bei den Griechen viele Orakeldichter gelebt haben, wie die Bakiden (von denen der eine aus Böotien, der andere aus Arkadien war) die vielen vielerlei weissagten.
2.Infolge des Rates des Atheners Amphilytos, der ihm die für den Angriff günstige Zeit kundgetan hatte, gewann auch Peisistratos die sichere Herrschaft.
3. Ohne nähere Angaben seien nur erwähnt Kometes aus Kreta, Kinyras von Kypros, Admetos aus Thessalien, Aristaios von Kyrene, Amphiaraos von Athen, Timoxenos von Kerkyra, Demainetos von Phokaia, Epigenes von Thespiai, Nikias von Karystos, Ariston aus Thessalien, Dionysios vom Karthago, Kleophon von Korinth, Hippo, die Tochter des Cheiron, und Boio und Manto und die große Zahl von Sibyllen, die Samische, die Kolophonische, die Kymäische, die Erythräische, die Phyto, die Taraxandra, die Makedonische, die Thessalische, die Thesprotische, ferner Kalchas und Mopsos, die zur Zeit des Trojanischen Krieges lebten, von denen aber Mopsos der ältere war, da er ja an der Argonautenfahrt teilgenommen hatte.
§ 133
1. Die sogenannte „Mantik“ des Mopsos soll Battos von Kyrene verfaßt haben; und Dorotheos erzählt in dem ersten Buch seines Sammelwerkes, Mopsos habe die 114 Stimmen des Eisvogels und der Krähe verstanden.
2. Um Erkenntnis der Zukunft bemühten sich auch stets der große Pythagoras und der Hyperboreer Abaris und Aristeas von Prokonnesos und Epimenides von Kreta, der nach Sparta kam, und der Meder Zoroastres und Empedokles von Akragas und der Lakledämonier Phormion, ferner auch Polyaratos von Tharsos und Empedotimos von Syrakus und außer ihnen vor allem Sokrates von Athen.
3. „Denn von Kindheit an“, sagt er im Theages, „lebt in mir ein wunderbares Zeichen, mir durch göttliche Fügung beigesellt; das ist aber eine Stimme, die, sooft sie sich hören läßt, das, was ich zu tun im Begriff bin, verhindert, dagegen mich nie zu etwas antreibt.“
4. Und Exekestos, der Tyrann von Phokis, trug zwei Zauberringe und konnte aus dem Geräusch, das sie miteinander machten, die rechte Zeit für seine Taten erkennen. Er starb aber trotzdem durch Meuchelmord, obwohl das Geräusch ihm vorher ein Zeichen gegeben hatte, wie Aristoteles in seinem „Staat der Phoker“ sagt.
§ 134
1. Aber auch von denen, die einmal bei den Ägyptern Menschen waren, dann aber durch menschlichen Glauben zu Göttern wurden, gaben Weissagungen Hermes von Theben und Asklepios von Memphis, ferner auch Teiresias und Manto in Theben, wie Euripides sagt, außerdem Helenos und Laokoon und Oinone, die Tochter des Kebren, in Ilion.
2. Ferner gilt Krios, einer der Herakliden, als ein hervorragender Seher in Elis und außer ihm dort noch Iamos, von dem die Iamiden abstammen, und Polyidos in Argos und in Megara, den die Tragödie erwähnt.
3. Wozu soll ich noch den Telemos anführen, der Seher bei den Kyklopen war und dem Polyphemos die mit der Irrfahrt des Odysseus verbundenen Ereignisse verkündet, oder den Onomakritos in Athen oder den Amphiaraos, der mit den Sieben. die gegen Theben zu Felde zogen, um ein Menschenalter älter als die Einnahme von Ilion angesetzt wird, oder den Theoklymenos in Kephallenia oder den Telmessos 115 in Karien oder den Galeos in Sizilien?
4. Es gibt aber außer ihnen auch noch andere, Idmon, der mit den Argonauten fuhr, Phemonoe von Delphi, Mopsos, der Sohn des Apollon und der Manto, in Pamphylien und Kilikien, Amphilochos, der Sohn des Amphiaraos, in Kilikien, Alkmeon in Akarnanien, Anios in Delos und Aristandros von Telmessos, der Begleiter des Alexandros. Ferner erzählt Phiolochoros in dem ersten Buch der Schrift „Über die Weissagung“, daß auch Orpheus ein Seher gewesen sei.
§ 135
1. Theopompos und Ephoros und Timaios verzeichnen einen gewissen Seher Orthagoras, ebenso der Samoer Pythokles in dem 4. Buch seiner „Italischen Geschichten“ den C. Iulius Nepos.
2. Aber die einen sind „lauter Diebe und Räuber“, wie die Schrift sagt, und haben das meiste auf Grund von Beobachtungen und Vermutungen vorausgesagt, so wie die Ärzte und Wahrsager, die einen Menschen nach seiner Gesichtsbildung beurteilen; die anderen wurden durch Dämonen erregt oder durch das Rauschen des Wassers oder durch den Duft des Räucherwerks oder durch eine irgendwie beschaffene Luft in Verzückung versetzt.
3. Bei den Hebräern aber (weissagten) die Propheten durch göttliche Kraft und Eingebung; schon vor der Gesetzgebung Adam, der bei seinem Weib und bei der Benennung der Lebewesen weissagte, und Noe (Noah), der Buße predigte, und Abraham, Isaak und Jakob, die offenbar nicht weniges von dem Zukünftigen oder schon Nahebevorstehenden kundtaten.
4. Gleichzeitig mit dem Gesetz sind Propheten Moses und Aaron, nach ihnen Jesus, der Sohn des Nave, Samuel, Gad, Nathan, Achias, Samaias, Iu, Elias, Michaias, Abdiu, Elissaios, Abdadonai, Amos, Hesaias, Osee, Jonas, Joel, Jeremias, Sophonias, Buzi, Jezekiel, Urias, Ambakum, 116 Naum, Daniel, Misael, der den Lobgesang gesprochen hat, Angaios, Zacharias und der unter die Zwölf Propheten gerechnete Angelos.
§ 136
1. Alle zusammen ergeben 35 Propheten. Von Frauen (denn auch solche weissagten) sind zu nennen: Sarra und Rebekka und Mariam (Mirjam) und Debbora und Olda (und Elisabeth und Maria, die den Christus gebar).
2.Sodann weissagt zu der gleichen Zeit Johannes bis zur Taufe des Heilands, nach der Geburt des Christus Annna und Symeon; und von Zacharias, dem Vater des Johannes, wird in den Evangelien erzählt, daß er auch schon vor seinem Sohn geweissagt habe.
3. Nun wollen wir die Zeitangaben aus der griechischen Geschichte zusammenstellen, und zwar von Moses an. Von der Geburt des Moses bis zum Auszug der Juden aus Ägypten sind 8o Jahre und dann bis zu seinem Tod noch einmal 40 Jahre; der Auszug erfolgt aber zur Zeit des Inachos, da Moses 345 Jahre vor der Siriusperiode aus Ägypten auszog.
4. Von dem Zug des Moses und von Inachos an bis zu der Überschwemmung des Deukalion, ich meine die zweite Sintflut, und bis zu dem Weltbrand des Phaethon, Ereignissen, die zur Zeit des Krotopos eintraten, werden 8 Menschenalter gezählt; auf 100 Jahre werden aber immer 3 Menschenalter gerechnet.
5. Von der Überschwemmung bis zum Brand des Ida und bis zur Erfindung des Eisens und zu den Idäischen Daktylen sind 73 Jahre, wie Thrasyllos sagt. Und von dem Brand des Ida bis zur Entführung des Ganymedes sind 65 Jahre.
§ 137
1. Von da bis zum Zug des Perseus, zu welcher Zeit auch Glaukos die Istmischen Spiele zu Ehren des 117 Melikertes stiftete, sind 15 Jahre. Von dem Zug des Perseus bis zu der Gründung von Ilion sind 34 Jahre; von da bis zur Ausfahrt der Argo 64 Jahre.
2. Von da bis Theseus und bis zum Minotauros sind 32 Jahre, sodann bis zu den Sieben gegen Theben 10 Jahre, bis zum Wettkampf in Olympia, den Herakles zu Ehren des Pelops stiftete, 3 Jahre, und bis zum Zug der Amazonen gegen Athen und bis zum Raub der Helena durch Theseus 9 Jahre.
3. Von da bis zu der Aufnahme des Herakles unter die Götter 11 Jahre, dann bis zu dem Raub der Helena durch Alexandros 4 Jahre, dann bis zur Einnahme Trojas 20 Jahre.
4. Von der Einnahme Trojas bis zur Ankunft des Aineias (in Italien) und bis zur Gründung von Lavinium 10 Jahre, bis zu dem Beginn der Regierung des Ascanius 8 Jahre, und bis zur Rückkehr der Herakliden 61 Jahre und bis zur Olympiade des Iphitos 338 Jahre.
§ 138
1. Eratosthenes aber zeichnet die Zeiten folgendermaßen auf: Von der Einnahme Trojas bis zu der Rückkehr der Herakliden 80 Jahre; von da bis zur Gründung der ionischen Städte 60 Jahre; die darauf folgende Zeit bis zur Vormundschaft des Lykurgos 159 Jahre;
2. bis zum 1. Jahr der 1. Olympiade 108 Jahre; von dieser Olympiade bis zum Herüberkommen des Xerxes 197 Jahre; von da an bis zum Beginn des Peloponnesischen Krieges 48 Jahre;
3. und bis zu dessen Beendigung und der Niederlage der Athener 27 Jahre; und bis zur Schlacht bei Leuktra 34 Jahre; nach dieser Schlacht bis zum Tod des Philippos 35 Jahre; darnach bis zum Hinscheiden des Alexandros 12 Jahre.
4. Andererseits berechnen sich, wie einige angeben, von der 1.Olympiade bis zur Gründung Roms 24 Jahre; von da bis zum Sturz der Könige und zur Einsetzung von Konsuln 243 Jahre; von dem Sturz der Könige bis zum Tod des Alexandros 186 Jahre.
§ 139
118 1. Von da bis zum Sieg des Augustus, als sich Antonius in Alexandreia selbst tötete, 294 Jahre; damals war Augustus zum 4. Mal Konsul.
2. Von diesem Zeitpunkt bis zu dem Wettkampf, den Domitianus in Rom veranstaltete, 114 Jahre; von dem ersten Wettkampf bis zum Tod des Commodus 111 Jahre.
3. Einige rechnen von Kekrops bis zu Alexandros dem Makedonier 1228 Jahre, von Demophon 850 Jahre und von der Einnahme Trojas bis zu der Rückkehr der Herakliden 120 oder 180 Jahre.
4. Von diesem Zeitpunkt bis zum Archon Euainetos, unter dem Alexandros nach Asien hinübergegangen sein soll, sind es nach Phanias 715 Jahre, nach Ephoros 735, nach Timaios und Kleitarchos 820, nach Eratosthenes 770, nach Duris von der Einnahme Trojas bis zum Übergang des Alexandros nach Asien 1000 Jahre.
5. Von da bis zu dem athenischen Archon Hegesias, unter dem Alexandros stirbt, 11 Jahre. Von da bis zur Regierung des Germanicus Claudius Caesar 365 Jahre. Wie viele Jahre sich von diesem Zeitpunkt bis zum Tode des Commodus ergeben, ist ohne weiteres klar.
§ 140
1. Nach der griechischen Geschichte ist auch über die Zeitrechnung bei den Barbaren nach den wichtigsten Abschnitten zu berichten.
2. Von Adam bis zur Sintflut berechnen sich 2148 Jahre 4 Tage, von Sem bis Abraham 1250 Jahre, von Isaak bis zur Übergabe des gelobten Landes 616 Jahre.
3. Sodann von den Richtern bis Samuel 463 Jahre 7 Monate. 4. Und nach den Richtern dauert die Zeit der Königsherrschaft 572 Jahre 6 Monate 10 Tage.
5. Nach dieser Zeit kommen 235 Jahre persischer Herrschaft, dann 312 Jahre 18 Tage der makedonischen Herrschaft bis zum Selbstmord des Antonius.
6. Nach dieser 119 Zeit dauert die Herrschaft der Römer bis zum Tode des Commodus 222 Jahre.
7. Andererseits wieder berechnen sich von (dem Ende) der 70jährigen Gefangenschaft und der Rückführung des Volkes in seine Heimat bis zu der Gefangenschaft unter Vespasianus 410 Jahre, und zuletzt von Vespasianus bis zum Tod des Commodus ergeben sich 121 Jahre 6 Monate 24 Tage.
§ 141
1. Demetrios sagt in seiner Schrift „Über die Könige in Judäa“, daß die Stämme Juda, Benjamin und Levi von Senachereim (Sanherib) nicht in die Gefangenschaft fortgeführt worden seien, sondern daß von dieser Gefangenschaft bis zu der letzten, die Nabuchodonosor von Jerusalem aus durchführte, 128 Jahr 6 Monate vergingen.
2. Von der Zeit, da die 10 Stämme aus Samaria gefangen fortgeführt wurden, bis zu Ptolemaios IV. sind 573 Jahre 9 Monate, von der Fortführung aus Jerusalem aber 338 Jahre 3 Monate.
3. Was nun Philon betrifft, so hat auch er die Könige der Juden verzeichnet, aber abweichend von Demetrios.
4. Ferner sagt auch Eupolemos in seinem ähnlichen Geschichtswerk, daß die Gesamtsumme der Jahre von Adam bis zum 5. Regierungsjahr des Demetrios, d.i.dem 12. Regierungsjahr des Ptolemaios von Ägypten, 5149 sei.
5. Von der Zeit an, da Moses die Juden aus Ägypten fortführte, bis zu dem genannten Zeitpunkt ergebe sich die Zahl von 1580 Jahren. Von diesem Zeitpunkt bis zu dem Jahre, da Cn. Domitius und Asinius in Rom Konsuln waren, werden 120 Jahre gerechnet.
§ 142
1. Ephoros und viele andere Geschichtsschreiber sagen, es gebe 75 Völker und Sprachen, wobei sie von dem folgenden Satz des Moses abhängig sind: „Die 120 Gesamtzahl der Seelen aus dem Haus Jakobs, die nach Ägypten kamen, war 75.“
2. Es scheint auch tatsächlich 72 Grundformen von Sprachen zu geben, wie unsere heiligen Schriften überliefern, während die übrigen, die es in großer Zahl gibt, durch die Vermengung von zwei oder drei oder auch noch mehr Mundarten entstehen.
3. Unter Mundart versteht man eine Sprachform, die die besondere Eigenart eines Ortes zeigt, oder eine Sprachform, die die besondere oder gemeinsame Eigenart eines Volkes zeigt.
4. Die Griechen behaupten, daß Mundarten nur die fünf bei ihnen gesprochenen seien, nämlich die attische, die ionische, die dorische, die äolische und als fünfte die allgemeine (hellenistische) Mundart, während die Sprachen der Barbaren an Zahl unbegrenzt seien und nicht Mundarten( (xxx) dialektoi) sondern nur Sprachen ((xxx) glossai) genannt werden könnten.
§ 143
1. Platon teilt auch den Göttern eine Art Sprache zu, indem er auf sie vor allem aus den Träumen und den Orakelsprüchen schließt, außerdem aber auch aus den Besessenen, die nicht ihre eigene Sprache oder Mundart reden, sondern die der Dämonen, die in sie eingedrungen sind.
2. Er glaubt, daß auch die unvernünftigen Tiere Sprachen haben, die die der gleichen Gattung angehörenden Tiere verstehen.
3. Wenn z.B. ein Elefant in eine Grube gefallen ist und brüllt, so kehrt ein anderer Elefant, der zugegen war und den Vorfall mit ansah, um und bringt nach kurzer Zeit eine Herde Elefanten mit sich und rettet den, der hineingefallen ist.
4. Man erzählt auch, daß in Libyen ein Skorpion, wenn er nicht so weit reichen kann, um einen Menschen zu stechen, fortgeht und mit mehreren anderen zurückkehrt, die sich dann wie Glieder einer Kette aneinander hängen, so daß der vorderste wirklich hingelangen und den Anschlag ausführen kann. Dabei 121 bedienen sich, wie ich meine. die unvernünftigen Tiere nicht einer schwer wahrnehmbaren Bewegung und teilen sich nicht etwa durch ihre Körperhaltung etwas mit, sondern mit ihrer eigenen Sprache.
5.Manche andere sagen auch, wenn ein Fisch aus dem Wasser emporgezogen wird, aber dadurch, daß die Angel abreißt, entkommt, so werde an eben jenem Tage kein Fisch der gleichen Art an dem nämlichen Ort mehr zu finden sein.
6. Die ersten und eine selbständige Grundform vertretenden Sprachen sind zwar barbarisch, aber ihre Wörter sind von Natur entstanden, da ja die Menschen auch zugeben, daß die in einer Barbarensprache gesprochenen Gebete wirksamer seien.
7. Auch Platon sagt im Kratylos, wie er das Wort (xxx) pyr (Feuer) erklären will, daß dieses Wort barbarischer Herkunft sei. Dabei versichert er, daß die Phryger das Feuer so nennen „mit einer kleinen Abweichung“.
§ 144
1. Im Anschluß an das bisher Gesagte scheint es mir nützlich, auch die Zeiten der römischen Kaiser anzuführen zum Nachweis der Zeit der Geburt des Heilands:
2. Augustus 43 Jahre, Tiberius 22 Jahre, Caius 4 Jahre. Claudius 14 Jahre, Nero 14 Jahre, Galba 1 Jahr, Vespasianus 10 Jahre, Titus 3 Jahre, Domitianus 15 Jahre, Nerva 1 Jahr, Traianus 19 Jahre, Hadrianus 21 Jahre, Antonius 23 Jahre, ebenso wieder Antonius und Commodus 32 Jahre.
3. Es ergeben sich im ganzen von Augustus bis zum Tod des Commodus 222 Jahre, und von Adam bis zum Tod des Commodus 5784 Jahre 2 Monate 12 Tage.
4. Einige jedoch zeichnen die Zeiten der römischen Kaiser in folgender Weise auf: C. Julius Caesar 3 Jahre 4 Monate 6 Tage; nach ihm war Augustus Kaiser 46 Jahre 4 Monate 1 Tag, darnach Tiberius 26 Jahre 6 Monate 19 Tage; auf ihn folgt C. Caesar 3 Jahre 10 Monate 8 Tage; auf diesen Claudius 13 Jahre 8 Monate 28 Tage, Nero 13 Jahre 8 Monate 28 Tage, Galba 7 Monate 6 Tage, Otho 5 Monate 1 Tag, Vitellius 7 Monate 1 Tag, Vespasianus 11 Jahre 11 Monate 22 Tage, Titus 2 Jahre 2 Monate, Domitianus 15 Jahre 8 Monate 5 Tage, Nerva 1 Jahr 4 Monate 10 Tage, Traianus 19 Jahre 7 Monate 15 Tage, Hadrianus 122 20 Jahre 10 Monate 28 Tage, Antonius 22 Jahre 3 Monate 7 Tage, Marcus Aurelius Antoninus 19 Jahre 11 Tage, Commodus 12 Jahre 9 Monate 14 Tage.
5. Von Julius Caesar bis zum Tode des Commodus sind es also 236 Jahre 6 Monate. Im ganzen ergeben sich von Romulus, dem Gründer Roms, bis zum Tode des Commodus 943 Jahre 6 Monate.
§ 145
1. Unser Herr wurde geboren unter Augustus im 28. Jahre (seiner Regierung) als man zum erstenmal befahl, daß Schätzungen veranstaltet werden.
2. Daß dies wahr ist, ergibt sich aus den Worten des Lukasevangeliums, die folgendermaßen lauten: „Im 15. Jahre der Regierung des Kaisers Tiberius erging der Befehl des Herrn an Johannes, den Sohn des Zacharias.“ Und wieder in dem gleichen Evangelium: „Jesus war aber, als er zu der Taufe kam, ungefähr 30 Jahre alt.“
3. Und daß er nur ein einziges Jahr predigen sollte, auch das steht so geschrieben: „Ein Gnadenjahr des Herrn zu predigen, hat er mich gesandt.“ Dies sagte sowohl der Prophet als auch das Evangelium.
4. Wenn man also 15 Jahre unter Tiberius und 15 Jahre unter Augustus zusammennimmt, so werden die 30 Jahre voll bis zur Zeit, da er litt.
5. Von der Leidenszeit bis zur Zerstörung Jerusalems ergeben sich 42 Jahre 3 Monate, und von der Zerstörung Jerusalems bis zum Tode des Commodus 122 Jahre 10 Monate 13 Tage. Es ergeben sich also von der Geburt des Herrn bis zum Tode des Commodus im ganzen 194 Jahre 1 Monat 13 Tage.
6. Manche wollen mit übertriebener Genauigkeit bei der Geburt unseres Heilands nicht nur das Jahr, sondern auch den Tag angeben; sie setzen die Geburt in das 28. Jahr des Augustus, und zwar auf den 25. Pachon.
§ 146
1. Die Anhänger des Basileides feiern auch den Tag seiner Taufe, indem sie die ganze vorhergehende Nacht mit Lesen zubringen.
2. Einige behaupten, die Taufe habe im 15. Jahre des Kaisers Tiberius am 15.Tag des Monats Tybi stattgefunden, andere, daß sie am 11. Tag des nämlichen Monats stattgefunden habe.
3. Bei der genauen Bestimmung der Zeit seines Leidens setzen es die einen in das 16. Jahr des Kaisers Tiberius auf den 25. Phamenoth oder auf den 25. Pharmuthi. Andere aber behaupten, daß der Heiland am 19. Pharmuthi gelitten habe.
4. Einige von ihnen behaupten sogar, daß es am 24. oder 25. Pharmuthi gewesen sei.
5.Ferner müssen wir auch noch folgendes zu unserer Zeitberechnung hinzufügen, nämlich die Tage von der Verödung Jerusalems an, von denen Daniel andeutungsweise spricht. (Nach der Zerstörung Jerusalems kommen noch) die 7 Jahre und 11 Monate des Vespasianus. Denn die zwei Jahre werden mit den 17 Monaten und 8 Tagen des Otho, Galba und Vitellius zusammengenommen.
6. Und so kommen die 3 Jahre und 6 Monate zustande, und dies ist „die Hälfte der Siebenheit“, wie der Prophet Daniel gesagt hat.
7. Er hat aber gesagt, daß 2300 Tage vergehen von der Zeit, da durch Nero der Greuel in die Heilige Stadt eindrang, bis zu ihrer Zerstörung.
8. Denn dies lehrt der darauffolgende Satz: „Wie lange wird das Gesicht Bestand haben, daß das Opfer aufgehoben und der Frevel der Verwüstung gestattet ist, und (wie lange) wird die Heeresmacht und das Heiligtum zertreten werden? Und er antwortet ihm: Bis es Abend und Morgen wird an 2300 Tagen, und dann wird das Heiligtum vernichtet werden.“
9. Diese 2300 Tage ergeben 6 Jahre 4 Monate; die Hälfte dieser Zeit hindurch war noch Nero an der Regierung, und so verging eine „Hälfte der Siebenheit“. Die andere Hälfte ist Vespasianus zusammen mit Otho, Galba und Vitellius an der Regierung.
10. Und deswegen sagt Daniel: „Selig ist, wer die 1335 Tage erreicht.“ Denn bis zu (dem Ende von) diesen Tagen dauerte der Krieg, und hernach hörte er auf.
§ 147
124 1. Auch diese Zahl ist aus dem darauffolgenden Abschnitt zu entnehmen, der so lautet: „Und von der Zeit, da das unaufhörliche Opfer sein Ende gefunden hat und der Greuel der Verwüstung gestattet worden ist, dauert es 1290 Tage, und selig ist, wer aushält und die 1335 Tage erreicht.“
2. Der Jude Flavius Josephus, der Verfasser des Werks über die jüdische Geschichte, sagt bei der Zusammenfassung der Zeitangaben, von Moses bis David seien es 5585 Jahre, von David bis zum 2. Jahr des Vespasianus 1179 Jahre.
3. Sodann von diesem bis zum 10.Jahr des Antonius 77 Jahre, so daß es von Moses bis zum 10. Jahr des Antonius im ganzen 1833 Jahre sind.
4. Andere sagten bei ihrer Berechnung, es seien von Inachos und Moses bis zum Tode des Commodus 1842, wieder andere 1921 Jahre.
5. Und in dem Evangelium nach Matthäus ist das Geschlechtsregister von Abraham bis zu Maria, der Mutter des Herrn, durchgeführt. „Denn es sind“, so heißt es, „von Abraham bis David 14 Menschenalter, und von David bis zur babylonischen Gefangenschaft 14 Menschenalter,
6. und von der babylonischen Gefangenschaft bis zu Christus ebenso weitere 14 Menschenalter“, drei Zwischenräume von geheimnisvoller Bedeutung, die sich in 6 Einheiten von je 7 Menschenaltern vollenden.