Für das Erste nun muß man wissen, daß man sich nicht gegen die Ketzerei, welche sich erfrecht hat, zu behaupten, daß der Vater und der Sohn von ungleicher Wesenheit seyen, in Antiochia versammelt habe, sondern gegen diejenige, welche nach der heiligen Synode zu Nicäa hiezu ausgebrochen war, daß sie dem Vater drei Namen zuschreiben wollte, von welcher wir an der geeigneten Stelle handeln werden. Denn ich erinnere mich, daß ich im Anfange der Erörterung um die Geduld und Verschiebung des Urtheiles der Leser und Zuhörer bis zum Schlusse alles dessen, was ich sage, gebeten habe; damit Niemand vor der Kenntniß der vollständigen Erörterung gegen mich als ein voreili- 378 ger Richter auftreten möchte. Weil also die versammelte Synode der heiligen Männer jene Gottlosigkeit vernichten wollte, welche die Wahrheit des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes durch die Zahl der Namen umging, so daß, weil nicht einem jeden Namen ein Wesen zu Grunde lag, die dreifache Benennung bei der Unwahrheit der Namen eine Einheit in sich faßte, und der Vater als einzige Person und Einer auch den Namen des heiligen Geistes und des Sohnes hatte; deßwegen sagten sie, es seyen drei Substanzen, indem sie nämlich die Personen der Subsistirenden durch das Wort „Substanzen“ bezeichneten, nicht aber die Substanz des Vaters und des Sohnes durch die Verschiedenheit einer ungleichen Wesenheit trennten. Die Worte aber: „Daß sie zwar der Substanz (Person) nach drei, der Uebereinstimmung nach aber Eins sind;“ enthalten nichts Tadelhaftes, weil, da der Geist, das ist der Tröster, zugleich mitgenannt wird, zu Folge der Gleichheit der Sub- 379 stanz mehr die Einheit der Uebereinstimmung, als der Wesenheit gelehrt werden muß.