So gaben sich einst in den Götzentempeln Phöniziens Frauen preis und opferten den dortigen Göttern den ersten Verdienst von ihrer Prostitution, im Wahne befangen, mit ihrer Unzucht ihre Göttin zu versöhnen und sie damit zum Wohlwollen zu bestimmen. Anderseits verleugnen Männer ihre Natur, wollen nicht mehr männlichen Geschlechts sein und geben sich die weibliche Natur, im Glauben, damit der Mutter ihrer sogenannten Götter einen besonders erwünschten und ehrenden Dienst zu erweisen. Alle aber leben zusammen mit den Lasterhaftesten und wetteifern miteinander in der Schlechtigkeit. So hat ja auch der heilige Diener Christi Paulus gesagt: „Denn ihre Weiber vertauschten den natürlichen Gebrauch in den widernatürlichen. 569 Ebenso gingen auch die Männer vom natürlichen Umgange mit dem Weibe ab und entbrannten in gegenseitiger Lust, indem Männer mit Männern Schändliches trieben“. Damit aber, daß sie dies und Ähnliches verüben, gestehen und beweisen sie, daß auch ihre sogenannten Götter ein ähnliches Leben geführt haben. Von Zeus haben sie die Knabenschändung und den Ehebruch, von Aphrodite die Unzucht, von Rhea die Schwelgerei, von Ares die Mordtaten und von anderen andere solche Dinge gelernt, welche die Gesetze ahnden und jeder vernünftige Mensch verabscheut. Geht es da noch an, die für Götter zu halten, die solche Dinge verbrechen, und muß man nicht vielmehr sie wegen ihres ausschweifenden Wandels für sinnloser halten als die vernunftlosen Geschöpfe? Geht es an, deren Verehrer für Menschen zu halten, und muß man nicht eher sie bemitleiden, da sie unvernünftiger sind als die vernunftlosen Wesen und gottloser als die Geschöpfe ohne Seele? Denn wenn sie an das vernünftige Prinzip ihrer Seele gedacht hätten, so wären sie nicht total kopfüber auf solche Dinge verfallen und hätten nicht den wahren Gott, den Vater Christi, verkannt.