Diese Lehre der Arianer ist also hinfällig und vergänglich. Das Wort der Wahrheit aber, das auch sie bedenken sollten, besagt vielmehr: Wenn Gott Quelle, Licht und Vater ist, so darf man nicht sagen, daß die Quelle vertrocknet oder das Licht ohne Glanz oder Gott ohne Logos sei, damit Gott nicht etwa ohne Weisheit, ohne Vernunft und ohne Glanz erscheine. Da nun der Vater ewig ist, muß auch der Sohn ewig sein; denn das, was wir im Vater denken, ist zweifellos auch im Sohn, da der Herr selbst spricht: „Alles, was der Vater hat, ist mein“, und alles, was mein ist, gehört dem Vater. Ewig ist also der Vater, ewig ist auch der Sohn, denn durch ihn wurden die Zeiten geschaffen. Wirklich ist der Vater; notwendigerweise daher auch der Sohn, „der da ist über alles”, wie Paulus sagt, „Gott, hochgelobt in Ewigkeit, Amen“. Man darf vom Vater nicht sagen: Es gab eine Zeit, da er nicht war; man darf aber auch vom Sohne nicht sagen: Es gab eine Zeit, da er nicht war. Allmächtig ist der Vater, allmächtig ist auch der Sohn, da Johannes sagt: „Der da ist, der war, der kommen wird, der Allmächtige”. Licht ist der Vater, Abglanz und wahrhaftiges Licht der Sohn. Wahrhafter Gott ist der Vater, wahrhafter Gott der Sohn; denn Johannes schrieb: „Wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohne Jesus Christus“. Es gibt überhaupt unter dem, was der Vater hat, nichts, das nicht auch dem Sohn gehörte. Denn deshalb ist der Sohn im Vater und der Vater im Sohn, weil das, was der Vater hat, 453 auch im Sohn ist, und weil das wiederum im Vater gedacht wird. So ist auch das Wort zu verstehen: „Ich und der Vater sind eins”. Denn es ist nicht etwas anderes im Vater und etwas anderes im Sohn; vielmehr ist das, was im Vater ist, auch im Sohn. Und weil du das, was du im Vater schaust, auch im Sohne schaust, kann man das Wort richtig verstehen: „Wer mich sieht, der sieht den Vater".