Ferner ist alles Geschaffene einmal nicht gewesen, sondern erst geworden. Denn er hat die Erde, die zuvor nicht war, geschaffen, und „er ruft das, was nicht ist, ins Dasein“. Was aber gemacht ist, das ist geschaffen; darum hat es auch einen Anfang des Seins. Denn „im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde” und alles, was darin ist. Und wiederum: „Meine Hand hat dies alles gemacht“. Dem Sohn aber kommt das Sein schlechthin zu, und er ist Gott über alles wie der Vater. Das ist auch bewiesen. Er wird nicht gemacht, sondern macht selbst; er wird nicht geschaffen, sondern schafft und vollbringt selbst die Werke des Vaters. Denn durch ihn sind die Welten geworden; alles ist durch ihn geworden, und ohne 455 ihn ist nichts geworden. Wie der Apostel aus dem Psalm bewies, hat er im Anfang die Erde gegründet, und sind die Himmel die Werke seiner Hände. Von den Geschöpfen ist ferner keines seiner Natur nach Gott, sondern jedes der gewordenen Dinge wurde das, was es ward, auch genannt, das eine Himmel, ein anderes Erde, die einen Lichter, die anderen Sterne, andere Meer, Abgründe und vierfüßige Tiere, und endlich eines Mensch; und vor diesen Engel, Erzengel, Cherubim, Seraphim, Gewalten, Fürstentümer, Herrschaften, Paradies. So bleibt auch ein jedes. Wenn einige auch Götter genannt wurden, so geschah es nicht wegen ihrer Natur, sondern wegen ihrer Teilnahme am Sohne. Denn so sagte auch er selbst: „Wenn sie (d. h. die Schrift) diejenigen Götter genannt hat, an die das Wort Gottes erging…”. Weil sie eben nicht von Natur Götter sind, kommt es zuweilen, daß manche sich wandeln und das Wort vernehmen müssen: „Ich sprach: Götter seid ihr und Söhne des Höchsten alle; ihr werdet aber wie Menschen sterben“. So war jener, der das Wort hören mußte: „Du bist ein Mensch und kein Gott”. Der Sohn ist aber wahrhaftiger Gott wie der Vater. Denn er ist in ihm und der Vater ist im Sohn. So schrieb Johannes, wie gezeigt worden ist; David aber singt: „Dein Thron, o Gott, steht für alle Ewigkeit; ein Szepter der Gerechtigkeit ist das Szepter deines Reiches“. Der Prophet Jesaias aber ruft: „Abgemüht hat sich Ägypten und der Handel der Äthiopier, und die Sabäer, hochgewachsene Männer, werden zu dir hinüberziehen und hinter dir hergehen mit Fesseln gebunden, und werden dich anbeten, weil Gott bei dir ist. Denn du bist der Gott Israels, und wir wußten es nicht”. Wer ist aber der Gott, in dem Gott ist, außer der Sohn, der spricht: „Ich bin im Vater und der Vater ist in mir"? . 456