Das ist also das Wesen des katholischen Glaubens. Wenn aber jene, die gegen den Geist lästern und ihn ein Geschöpf nennen, durch das Ausgeführte nicht zur Änderung ihrer Ansicht kommen, mögen sie sich wenigstens, durch das Folgende gewarnt, vor Scham verbergen. Wenn es eine Trinität gibt und auf der Trinität der Glaube beruht, so sollen sie sagen, ob die Trinität immer war, oder ob es eine Zeit gab, da sie nicht war. Wenn nun die Trinität ewig ist, so ist der Geist kein Geschöpf, da er ewig zugleich mit dem Logos und 470 in ihm ist. Denn für die Geschöpfe gab es eine Zeit, da sie nicht waren. Ist er aber ein Geschöpf, so ist, da die Geschöpfe aus Nichts entstanden sind, klar, daß einmal eine Zeit war, in der es keine Trinität, sondern eine Zweiheit gab. Was könnte man aber noch Gottloseres aussprechen als dies? Sie behaupten also, die Trinität sei aus Veränderung und Zuwachs zusammengesetzt. Es gäbe zwar eine Zweiheit; diese erwarte aber die Entstehung eines Geschöpfes, damit dasselbe mit dem Vater und dem Sohne verbunden werde und dann so die Trinität entstehe. Es sei fern, daß so etwas einem Christen je auch nur in den Sinn komme! Denn wie der Sohn kein Geschöpf ist, weil er immer existiert, so ist in der Trinität kein Geschöpf, weil sie immer ist; deshalb ist auch der Geist kein Geschöpf. Denn wie die Trinität immer war, so ist sie auch jetzt; und wie sie jetzt ist, so war und ist sie immer, und in ihr Vater, Sohn und Heiliger Geist. Und ein Gott ist der Vater, der über alles, durch alles und in allem, der gepriesen ist in Ewigkeit, Amen. Dies habe ich nun, deinem Verlangen entsprechend, kurz niedergeschrieben und übersende es dir; wenn dabei aber etwas fehlen sollte, so wolle es deiner Einsicht gemäß ergänzen. Lies es den Glaubensgenossen vor und widerlege die streitsüchtigen Lästerer. Vielleicht werden sie, wenn auch spät, doch noch anderen Sinnes und waschen von ihrer Seele die gottlose Gesinnung ab, die sie sich angeeignet haben. Denn es wäre gut für sie, wenn sie, dem Schriftwort gemäß, umkehrten und nicht zauderten, damit sie nicht, wenn sie zögern, das Wort des Herrn hören müssen: „Wer gegen den Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser Welt noch in der künftigen".