Als er den Korinthern seine Segenswünsche aussprach, tat er es unter Berufung auf die Trinität mit den Worten: „Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen“. Denn wenn wir des Geistes teilhaftig sind, haben wir die Gnade des Logos und in ihm die Liebe des Vaters. Wie aber die Gnade der Trinität eine ist, so ist die Trinität selbst ungeteilt. Das kann man an der heiligen Maria gleichfalls ersehen. Der Engel Gabriel nämlich, der gesandt war, um die Herabkunft des Logos in sie anzukündigen, sprach: „Der Heilige Geist wird über dich herabkommen”. Er wußte nämlich, daß im Logos der Geist sei. Deshalb setzte er sogleich hinzu: „Und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten“, Denn „Christus ist Gottes Kraft und Weisheit”. Da aber der Geist im Logos ist, wird es wohl klar sein, daß er durch den Logos auch in Gott ist. Und so kommen, wenn der Geist zu uns kommt, auch der Sohn und der Vater und nehmen Wohnung in uns. Denn die Trinität ist unteilbar und ihre Gottheit ist eine; und ein Gott ist über alles durch alles und in 469 allem. Das ist der Glaube der katholischen Kirche. Denn in der Trinität hat sie der Herr gegründet und befestigt, indem er zu den Jüngern sprach: „Gehet hin, lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Wenn jedoch der Geist ein Geschöpf wäre, dann hätte ihn der Herr nicht mit dem Vater zusammengestellt, damit die Trinität nicht sich selbst ungleich wäre, wenn etwas Fremdes und Ungleiches mit ihr verbunden würde. Denn was mangelte Gott, daß er etwas dem Wesen nach Verschiedenes annehmen und mit ihm Verherrlichung gewinnen sollte? Das sei ferne! Dem ist nicht so. Er selbst hat gesagt: „Ich bin satt”. Darum hat ihn der Herr selbst mit dem Namen des Vaters verbunden, um zu zeigen, daß die Heilige Trinität nicht aus ungleichen Teilen, nämlich aus Schöpfer und Geschöpf zusammengesetzt sei, sondern daß ihre Gottheit nur eine sei. Das erkannte Paulus und lehrte deshalb, daß die Gnade, die in der Trinität verliehen werde, nur eine sei: „Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe". Wie es aber nur eine Taufe gibt, so auch nur einen Glauben. Denn wer an den Vater glaubt, erkennt im Vater den Sohn, und den Geist nicht außer dem Sohne. Und deshalb glaubt er auch an den Sohn und an den Heiligen Geist. Denn die Gottheit der Trinität ist nur eine und wird aus dem einen Vater erkannt.