Auch das weiß der Apostel, da er sagt: „Dies alles wirkt der eine und derselbe Geist, der eigens jedem zuteilt, wie er will“. Und kurz darauf: „In einem Geiste sind wir alle zu einem Leibe getauft”. Ferner ist es angemessen, vom Sohne, weil man von ihm die Erkenntnis des Geistes gewinnen muß, auch die Beweise herzunehmen. Nun ist der Sohn überall, da er im Vater und der Vater in ihm ist. Denn er hält und umfaßt alles, und es steht geschrieben: „In ihm besteht alles“, sowohl das Sichtbare als das Unsichtbare, „und er ist vor allen”. Die Geschöpfe aber sind an abgegrenzten Orten: die Sonne, der Mond und die übrigen Lichter am Firmament, die Engel im Himmel und die Menschen auf Erden. Wenn aber der Sohn überall ist, weil er nicht an abgegrenzten Orten, sondern im Vater ist, und wenn er kein Geschöpf ist, weil er außer allem ist, so ist folglich auch der Geist kein Geschöpf, weil er nicht an abgegrenzten Orten ist, sondern alles erfüllt und außer allem ist. Denn so steht auch geschrieben: „Der Geist des Herrn hat den Erdkreis erfüllt“. Und David singt: „Wo soll ich hingehen vor deinem Geiste?”. Derselbe ist eben nicht im Raume, sondern außer allem und zwar im Sohne, wie der Sohn im Vater ist. Deshalb ist er ja auch, wie gezeigt wurde, kein Geschöpf. Zu all dem wird die arianische Ketzerei noch kräftiger durch folgendes widerlegt, und wiederum aus dem Sohne die Erkenntnis des Geistes erschlossen werden. Der Sohn ist nämlich Schöpfer wie der Vater. „Denn alles, was ich den Vater tun sehe“, spricht er, „das tue auch ich”. „Alles ist" demnach „durch ihn geworden, und ohne ihn ist nichts geworden“. Wenn aber der Sohn kein Geschöpf ist, weil er Schöpfer ist wie der Vater, und wenn er nicht zu den Geschöpfen gehört, weil alles durch ihn geschaffen wird, dann ist offenbar auch der 467 Geist kein Geschöpf; denn auch von ihm steht im 103. Psalm geschrieben: „Du wirst ihren Geist wegnehmen, und sie werden vergehen und zu ihrem Staube zurückkehren; du wirst deinen Geist aussenden, und sie werden geschaffen werden, und du wirst das Antlitz der Erde erneuern”.