Und weil es Sache Weniger wäre, den engen Weg zu finden, setzt er den Betrug derjenigen, welche fälschlich vorgäben, ihn zu suchen, auseinander, indem er spricht: „Hütet euch vor den falschen Propheten, welche in Schafskleidern zu euch kommen,“ u. s. w. Schmeichelnde Worte und scheinbare Sanftmuth, ermahnt er, müsse man aus der Frucht des Wirkens beurtheilen, so daß wir nicht darauf sehen, wie sich Jemand in Worten darstelle, sondern wozu er sich in der That mache; denn bei Vielen wird unter der Schafskleidung die Wuth eines Wolfes verborgen. Wie also die Dornen keine Trauben, und die Disteln keine Feigen hervorbringen, und wie schlechte Bäume teine guten Flüchte tragen, so, lehrt er, finde sich auch bei diesen keine Wirkung eines guten Werkes, und darum müsse man alle aus den Früchten erkennen. Denn das Wortgepränge allein erhält das Himmelreich nicht; und nicht der, welcher sagt: „Herr! Herr!“ wird Erbe desselben seyn. Denn was liegt für ein Verdienst darin, zu dem Herrn zu sagen: Herr! Herr! Wird er denn etwa nicht der Herr seyn, wenn er von uns nicht so genannt wird? Und was für ein heiliges Werk ist die Aussprechung des Namens, da ja den Weg zum Himmelreiche vielmehr die Vollziehung des Willens, nicht die Nennung Gottes finden wird?
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