„Ein Jeder nun, welcher meine Worte hört, und sie vollbringt, wird von mir dem weisen Manne gleich geachtet werden, welcher sein Haus auf einen Felsen baute,“ u. s. w. Der Sinn steht mit dem Obigen in Verbindung. Denn indem er die Prahlerei der falschen Propheten, und die Verstellungen der Heuchler tadelt, führt er als ein Beispiel zur Vergleichung einen Mann auf, welcher vollkommen an ihn glaubt, weil der, welcher seine Worte nicht nur 105 höre, sondern auch vollbringe, auf einen Felsen gebaut sey, und auf einem dauerhaften und festen Grunde stehe, und weil dieser durch den Andrang der auf ihn losstürmenden Gewitter nicht erschüttert werden könne, indem der Herr unter dem Felsen sich selbst versteht als den starken Grundstein des hohen Gebäudes. Wenn aber der, welcher aus sich selbst zu einem hohen Gebäude erwachsen ist, weder durch Regengüsse, noch durch Ströme oder durch den Wind erschüttert werden kann; so versteht er unter dem Regen die Lockungen der schmeichelnden und allmählig eindringenden Lüste, von welchen zuerst der Glaube durch die offenen Ritzen benetzt wird; nach diesen stürzen die strömenden Gewässer, das ist, die aufgeregten größern Begierden, heran, und endlich bricht das Toben der ringsumher stürmenden Winde mit ganzer Macht los, das heißt, es stürmt die ganze Macht des Teufels heran. Der Mensch aber, welcher auf den Felsengrund gebaut ist, wird fest stehen, und sich nicht von seiner Stelle bewegen lassen. Der Thor hingegen, welcher diese Worte hört und nicht vollbringt, steht, als wenn er sein Gebäude auf Sand gestellt hätte, unzuverläßig da, in Gefahr, durch den eindringenden Regen unterspült, von den Fluthen fortgetrieben, durch die Winde hin und her geworfen, und der Natur des Sandes gemäß, auf welchen er gebaut ist, durch den gewaltigen Fall bei seinem Sturze zertrümmert zu werden.