„Alle, welche die Wahrheit nicht geglaubt, sondern an der Ungerechtigkeit ihr Wohlgefallen gehabt haben.“ Er nennt Christum „die Liebe zur Wahrheit;“ „darum,“ sagt er, „weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben.“ Und Christus war ja auch Beides und um beider Dinge willen ist er zu uns gekommen, aus Liebe zu den Menschen und um der Wahrheit willen.
„Sondern an der Ungerechtigkeit ihr Wohlgefallen gehabt haben.“ Die Erscheinung des Antichrists hat den Zweck, Unheil und Verderben über die Menschen zu bringen. Was wird er nicht Alles ins Werk setzen! Alles wird er in Aufruhr und Verwirrung bringen durch Befehle wie durch Drohungen. Schrecklich wird er sein in jeder Beziehung, schrecklich in seiner Macht, in seiner Tyrannei, in seiner gottlosen Herrschaft. Allein fürchtet euch nicht! „Nur über Diejenigen, welche verloren gehen,“ heißt es, „wird er Gewalt haben.“ Denn auch Elias wird dann kommen, die Gläubigen zu bestärken. Denn also spricht der Herr: „Elias kommt und wird Alles wieder herstellen.“ Darum ist von Johannes dem Täufer gesagt: „In der Kraft und im Geiste des Elias.“ Johannes hat allerdings weder Zeichen noch Wunder gethan, wie Elias. „Denn Johannes,“ heißt es, 783 „hat zwar keine Zeichen gethan, Alles aber, was er von Christus gesagt hat, ist wahr.“ Inwiefern heißt es nun von ihm: „In der Kraft und im Geiste des Elias?“ Das will heißen: Er wird mit demselben Amte betraut werden wie Elias; gleichwie nämlich Johannes der Vorläufer der ersten Erscheinung Christi war, so wird Elias der Vorläufer seiner zweiten und glorreichen Ankunft sein, und dazu ist er aufgehoben. Darum keine Furcht! Der Apostel wollte nur die Herzen seiner Zuhörer erschüttern, wollte aber nicht ihr Loos als schrecklich darstellen, sondern als ein solches, wofür sie alle Ursache hatten, Gott zu danken. Darum fährt er weiter:
12. Wir aber haben Ursache um euretwillen, vom Herrn geliebte Brüder, Gott ohne Unterlaß zu danken, daß er euch von Anbeginn zur Seligkeit erwählt hat, in Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit.
Wie Gott die Gläubigen zur Seligkeit erwählt? Das erklärt der Apostel durch die Worte: „In Heiligung des Geistes;“ dadurch also, daß Gott sie heiligte durch den hl. Geist und den wahren Glauben. Denn das ist das Fundament unserer Seligkeit, nicht etwa unser Thun, unsere guten Werke, sondern der Glaube an die Wahrheit. Das „in“ heißt hier wieder so viel als wie „durch“.