Kap. III.
1. Üebrigens, Brüder, betet für uns, damit das Wort des Herrn seinen Lauf habe und verherrlicht werde, gleichwie auch bei euch!
Mit diesen Worten weist der Apostel auf seine eigenen Gefahren hin, worin ein besonderer Trost für die Gläubigen lag.
„Von den unverschämten und bösen Menschen“ sagt er; „denn der Glaube ist nicht Jedermanns Sache.“ Er scheint jedoch nicht so fast von per- 787 sönlichen Gefahren zu sprechen, als von Feinden, welche seiner Predigt drohten, welche seiner Lehre sich widersetzten und sie bestritten, wie z. B. Hymenäus und der Schmied Alexander, von welchem er schreibt: „Er hat sich unsern Reden heftig widersetzt.“ Gleichwie man von den Söhnen einer Familie sagen kann, es sei nicht die Sache eines Jeden, am königlichen Hofe zu dienen, so sagt der Apostel auch bezüglich der schlechten Menschen, von denen er erlöst sein will, es seien Solche, denen es gegeben sei, nicht zu glauben. Mit diesen Worten feuert der Apostel sie zu neuem Eifer an.
Gar hoch standen demnach jene Gläubigen, welche solches Gottvertrauen besaßen, daß sie sogar einen Apostel aus Gefahren erretten und ihm die Verkündung des Evangeliums erleichtern konnten. Und so rufe denn auch ich euch das Gleiche zu: (Betet für mich!) Niemand verarge mir dieß als seltsame Forderung! Keiner beraube mich aus allzugroßer Demuth dieser mächtigen Hilfe! Ich richte diese Bitte an euch in einer andern Absicht, als der heilige Paulus sie an die Gläubigen richtete. Er wollte dieselben damit trösten; ich bitte euch darum, um einen großem Nutzen daraus zu ziehen. Ich glaube fest, daß alle meine Unternehmungen von glücklichem Erfolge begleitet sein werden, wenn ihr Alle für mich Armen eure Hände zu Gott erheben wolltet.