Kein Mensch kann in den Mutterschoß zurückkehren und nochmal geboren werden. Aber ist von der Magd irgendwer geboren? Sind etwa damals die von Mägden Geborenen in den Mutterschoß der Freien zurückgekehrt, damit sie nochmal geboren würden? Der Same Abrahams war auch in Ismael, und daß Abraham einen Sohn von der Magd erzeugen konnte, dazu hat seine Frau die Veranlassung gegeben. Er ist geboren aus dem Samen des Mannes, aber nicht aus dem Schoße, sondern gemäß dem Willen der Frau. Wurde er 204 etwa deshalb enterbt, weil er von der Magd war? Wenn er* darum* enterbt wurde, weil er von der Magd geboren wurde, so würden die Söhne von Mägden überhaupt nicht zur Erbschaft zugelassen. Die Söhne Jakobs wurden zur Erbschaft zugelassen, Ismael aber wurde enterbt, nicht weil er von der Magd geboren wurde, sondern weil er hochmütig war gegen die Mutter, hochmütig gegen den Sohn der Mutter; denn seine Mutter war mehr Sara als Hagar. Von dieser wurde der Schoß verwendet, auf seiten jener trat der Wille hinzu; Abraham würde gegen den Willen der Sara nicht handeln; mehr also ist jener der Sohn der Sara. Aber weil er hochmütig war gegen den Bruder, hochmütig im Spielen, weil er mit ihm sein Spiel trieb, was sagt darum Sara? „Stoße die Magd und ihren Sohn hinaus; denn der Sohn der Magd wird nicht Erbe sein mit meinem Sohn Isaak“. Also hat ihn nicht der Schoß der Magd hinaus gestoßen, sondern der knechtische Nacken. Auch der Freie ist ein Knecht, wenn er hochmütig ist, und was noch schlimmer ist, er ist der Knecht einer bösen Herrin, der Hoffart selbst. Darum, meine Brüder, antwortet den Leuten, der Mensch könne nicht nochmal geboren werden; antwortet ruhig, der Mensch könne nicht nochmal geboren werden. Was zum zweiten Mal geschieht, ist eine Verspottung; was zum zweiten Mal geschieht, ist ein Spiel. Ismael spielt, er soll hinaus gestoßen werden. Sara sah sie nämlich spielen, sagt die Schrift, und sprach zu Abraham: „Stoße die Magd und ihren Sohn hinaus“. Der Sara mißfiel das Spiel der Knaben; etwas Neues sah sie die Knaben spielen. Wünschen nicht die, welche Kinder haben, ihre Kinder spielen zu sehen? Jene sah es und mißbilligte es. Irgendwas sah sie in dem Spiele; eine Verspottung sah sie in jenem Spiele, sie bemerkte den Hochmut des Knechtes; es mißfiel ihr, sie stieß ihn hinaus. Die von Mägden Geborenen werden als Verworfene hinausgestoßen; auch der von der Freien Geborene, Esau, wird hinausgestoßen. Niemand also vertraue darauf, daß er von Guten geboren ist; niemand vertraue darauf, daß er 205 durch Heilige getauft ist. Wer durch Heilige getauft wird, trachte danach, daß er ein Jakob sei, kein Esau. Das also, Brüder, wollte ich sagen; es ist besser, von Menschen, die das Ihrige suchen und die Welt lieben, was der Name Magd andeutet, getauft zu werden und geistig nach der Erbschaft Christi zu streben, damit einer gleichsam ein Sohn Jakobs sei von der Magd, als durch Heilige getauft zu werden und hochmütig zu sein, so daß einer ein Esau wird, der hinausgestoßen werden muß, obwohl er von der Freien geboren ist. Dies, Brüder, behaltet. Wir wollen euch nicht schöntun, setzet eure Hoffnung nicht auf uns; wir schmeicheln weder uns noch euch; ein jeder hat seine Last zu tragen. An uns ist es, zu reden, damit wir nicht zu unserm Schaden gerichtet werden; an euch ist es, zu hören und zwar mit dem Herzen zu hören, damit nicht zurückgefordert werde, was wir geben, oder vielmehr, wenn es zurückgefordert wird, soll ein Gewinn sich zeigen, kein Verlust.