[Forts. v. 638 ] Du aber, o Herr, was sagst Du von Dir? „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn jemand mein Wort hält, wird er den Tod nicht schauen in Ewigkeit.“ Ihr, sagt er, behauptet: „Du hast einen Teufel“; ich rufe euch zum Leben, haltet mein Wort und ihr werdet nicht sterben. Jene hörten: „Der wird den Tod nicht schauen in Ewigkeit, der mein Wort hält“, und wurden zornig, weil sie bereits im Sinne jenes Todes gestorben waren, der zu meiden war. „Es sagten also die Juden: Jetzt erkennen wir, daß Du einen Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und Du sagst: Wenn jemand mein Wort hält, so wird er den Tod nicht kosten in Ewigkeit.“ Gebet acht auf die Redeweise der Schrift: „er wird den Tod nicht schauen“ d. h. „kosten“. „Er wird den Tod schauen, den Tod kosten.“ Wer schaut? Wer kostet? Welche Augen hat der Mensch, um zu schauen, wenn er stirbt? Wenn der Tod bei seiner Ankunft die Augen schließt, damit sie nichts sehen, wie heißt es dann: „er wird den Tod nicht schauen“? Desgleichen mit welchem Gaumen, mit welchem Schlund wird der Tod gekostet, damit man erkenne, wie er schmeckt? Wenn er die Sinne überhaupt aufhebt, was wird dann im Gaumen übrig bleiben? Aber „er wird schauen“ und „er wird kosten“, heißt es statt: er wird erfahren.