So nämlich spricht das Evangelium, das ihr soeben bei der Verlesung gehört habt: „Des andern Tags aber, da viel Volk, welches zum Feste gekommen war, hörte, Jesus komme nach Jerusalem, nahmen sie Palmzweige und gingen ihm entgegen und riefen: Hosanna, gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König Israels!“ Die Palmzweige sind Lobpreisungen, die Sieg anzeigen, weil der Herr den Tod durch seinen Tod überwinden und mit der Kreuzestrophäe über den 748 Teufel, den Fürsten des Todes, triumphieren sollte. „Hosanna“ aber ist der Ruf eines feierlich Beteuernden, wie einige sagen, welche Hebräisch verstehen; es zeigt mehr eine Gemütsstimmung an, als es eine Sache bezeichnet, wie im Lateinischen die sogenannten Interjektionen, z. B. wenn wir bei einem Schmerze sagen: heu (bch!), oder wenn wir bei einer freudigen Erregung sagen: vah (bh!), oder wenn wir bei einer Verwunderung sagen: o rem magnam (o wie merkwürdig!); denn da bedeutet das O nichts als die Gemütsstimmung des sich Verwundernden. Von diesem Sachverhalt kann man sich deshalb überzeugen, weil weder der Grieche noch der Lateiner das übersetzen konnte, wie jenes: „Wer zu seinem Bruder sagt: Raka!“. Denn auch das wird für eine Interjektion erklärt, welche die Gemütsstimmung dessen offenbart, der über etwas unwillig ist.