„Und Jesus traf ein Eselein und setzte sich darauf.“ Das ist hier kurz erzählt; denn wie es so kam, ist bei den andern Evangelisten ausführlich zu lesen. Es wird aber diesem Vorgange ein prophetisches Zeugnis beigefügt, damit klar zutage trete, daß die bösartigen Häupter der Juden nicht verstanden, in wem sich das erfüllte, was sie lasen. „Jesus traf“ also „ein Eselein und setzte sich darauf, wie geschrieben steht: Fürchte dich nicht, Tochter Sion! Siehe, dein König kommt sitzend auf dem Füllen einer Eselin“. In jenem Volke also war die Tochter Sion; Jerusalem ist dasselbe, was Sion ist. In jenem verworfenen und blinden Volke, sage ich, war dennoch die Tochter Sion, zu der gesagt werden sollte: „Fürchte dich nicht, Tochter Sion! Siehe, dein König kommt sitzend auf dem Füllen einer Eselin“. Diese Tochter Sion, zu der aus göttlicher Eingebung das Erwähnte gesagt wird, fand sich in jenen Schafen, 750 welche die Stimme des Hirten hörten; sie fand sich in jener Menge, welche den Herrn bei seinem Erscheinen mit solcher Hingebung pries, in einem so großen Zuge begleitete. Ihr ist gesagt: „Fürchte dich nicht!“ Erkenne den an, der von dir gepriesen wird, und ängstige dich nicht, wenn er leidet, da jenes Blut vergossen wird, durch das deine Sünde getilgt und das Leben wieder geschenkt werden soll. Aber unter dem Füllen einer Eselin, auf dem noch niemand gesessen war (dies nämlich findet sich bei den andern Evangelisten erwähnt), verstehen wir das Volk der Heiden, welches das Gesetz des Herrn nicht empfangen hatte; unter der Eselin aber (denn beide Tiere wurden dem Herrn zugeführt) verstehen wir seine aus dem Volke Israel kommende Gemeinde, die nicht ganz unlenksam war, sondern die Krippe des Herrn anerkannte.