Vom Nützlichen: Die Verachtung des Geldes ein Ausfluß der Gerechtigkeit (133). Sonstige Tugenden des Klerus (134). Von der Strafe der Exkommunikation (135).
133. Um abzuschließen, so wissen wir, daß die Verachtung des Geldes eine Form der Gerechtigkeit ist. Eben darum müssen wir die Habsucht meiden und mit allem Eifer uns bestreben, nie etwas wider die Gerechtigkeit zu tun, sondern sie in all unserem Tun und Wirken zu wahren.
134. Wenn wir uns bei Gott empfehlen wollen, so laßt uns Liebe haben, einträchtig sein, der Demut folgen, indem einer den anderen für über sich erhaben hält; denn das ist Demut, wenn einer sich nichts zugute tut und sich für den Niedrigeren hält. Der Bischof bediene sich der Kleriker, insbesonders der dienenden, die in Wahrheit seine Söhne sind, wie seiner Glieder. Nur wen er für ein Amt tauglich sieht, dem übertrage er es.
135. Mit Schmerzen schneidet man ein Glied am Körper, selbst wenn es ein faules ist, weg und behandelt es lange, ob es sich nicht durch Arzneimittel ausheilen lasse. Ist das nicht möglich, dann wird es von einem tüchtigen Arzt weggeschnitten. Solcher Gesinnung ist 195 auch ein guter Bischof. Er trachtet, Kranke zu heilen, um sich fressende Geschwüre zu beseitigen, das eine und andere auszubrennen, nicht wegzuschneiden, und schließlich, was unheilbar ist, zu seinem schmerzlichen Bedauern wegzuschneiden. So findet also jenes herrliche Gebot eine um so wirksamere Beleuchtung: Wir sollen nicht an das, was unser ist, denken, sondern an das, was der anderen ist. Auf diese Weise nämlich wird keine Gefahr bestehen, daß wir aus Unwillen unserer Leidenschaft Gehör schenken, oder aus Gewogenheit mehr, als recht wäre, unserem Wunsche stattgeben.