Vom Nützlichen: Die Schönheit der Weisheit (64), der unzertrennlichen Genossin aller Tugenden (65).
64. Wer wollte gleichsam vorne den Schein der Schönheit zur Schau tragen und hinten mit viehischem Aussehen und tierischen Klauen den Reiz der höheren Anmut entstellen? Ist doch nach dem Zeugnis des Schrifttextes die Anmut der Tugend und insbesonders die Schönheit der Weisheit so wunderbar und erhaben! „Herrlicher wie die Sonne ist diese und, mit dem Lichte verglichen, über alle Sternenpracht vorzüglicher befunden; denn dieses Licht raubt die Nacht, über die Weisheit aber obsiegt nicht die Bosheit“.
65. Wir sprachen von ihrer Schönheit und bewiesen es durch ein Schriftzeugnis. Es erübrigt noch, an der Hand der Schrift darzutun, daß sie nichts mit den Lastern gemein hat, wohl aber mit den übrigen 164 Tugenden unzertrennlich verbunden ist; denn „ihr Geist ist beredt, sonder Makel, sicher, heilig, das Gute liebend, scharfsinnig, gegen Wohltun nimmer ablehnend, gütig, beständig, ruhig, allvermögend und allschauend“. Und im folgenden: „Denn Mäßigkeit lehrt sie und Gerechtigkeit und Tugend“.