Pauli Berufung und die göttliche Beglaubigung des von ihm verkündigten Evangeliums.
I. Pauli Berufung: 1. die typische Bedeutung seiner Blindheit, 2. der Gnadenruf Gottes keine Behinderung der menschlichen Freiheit, 3. der Zeitpunkt seiner Bekehrung.
Trotzdem hat er unendlich mehr geleistet als die des Irrthums mit allen ihren äussern Hilfsmitteln und als die alten heidnischen Philosophen. Die Weisheit Gottes wußte selbst aus scheinbaren Hindernissen Mittel zur Förderung des Christenthums zu erzielen.
Die ganze Welt bezeugt die Wahrheit der christlichen Lehre.
Aufforderung zur Nachfolge des heiligen Paulus.
§ 1
Der heilige Paulus ist es, der uns heute zusammengeführt hat. Er, der die Welt mit Licht erfüllt hat, ist zur Zeit seiner Berufung selbst blind geworden, aber seine Blindheit diente der Welt zu ihrer Erleuchtung. Vordem sah er nicht recht, da hat ihn Gott geblendet, und Das war sein Glück, denn nun sah er fürderhin, was zu seinem Heile diente. Was hier dem heiligen Paulus widerfuhr, Das war nicht bloß ein Beweis der göttlichen Macht, sondern auch ein Vorbild des Zukünftigen: nämlich der Art und Weise seiner Predigt, sowie der Pflicht, Allem freiwillig zu entsagen und gleichsam blind dem Herrn zu folgen. Das ist eben jene Lehre, die er uns laut verkündigt: „Wenn Jemand ein Weiser zu sein scheint unter euch, werde er ein Thor, damit er ein Weiser werde.“ Es ist unmöglich, 332 will er sagen, so zu sehen, wie es gut und recht ist, wenn man nicht vorher in der rechten Weise blind geworden ist, d. h. den eigenen Gedanken und Plänen, die so viel Verwirrung anstiften, entsagt und dem Glauben Alles anheimgestellt hat.
Daß aber Niemand, wenn er von diesem Ereigniß hört, den Ruf Gottes für einen zwingenden halte! Denn es konnte ja Paulus wieder zurückkehren, woher er gekommen war. Viele Menschen im alten wie im neuen Bunde haben andere und größere Wunder gesehen — und haben sich dennoch wieder zum Bösen gewendet, so z. B. Judas, Nabuchodonosor, der Magier Elymas, Simon, Ananias und Sapphira und das ganze Volk der Juden. Nicht so der heilige Paulus. Als er wieder aufschaute, da hat er seinen Lauf zu dem ewigen Lichte hingelenkt und sich bis zum Himmel erhoben. Wenn du aber wissen willst, weßhalb er geblendet wurde, höre seine Worte: „Denn gehört habt ihr von meinem Wandel vordem im Judenthum, daß ich über die Maßen verfolgte die Kirche und dieselbe verwüstete und ich vorging im Judenthum hinaus über viele meiner Altersgenossen in meinem Geschlechte, sofern ich überschwenglicher ein Eiferer war für meine väterlichen Überlieferungen.“ Weil also sein Eifer so außerordentlich groß und weil ihm deßhalb kaum beizukommen war, darum war auch zu seiner Hemmung eine gewaltigere Kraft vonnöthen, sonst hatte er, von seinem Eifer fortgeriffen, dem Worte, das an ihn erging, kein Gehör gegeben. Deßhalb hat Gott der Herr zunächst durch Entziehung des Augenlichtes seine Wuth abgekühlt und die hochgehenden Wogen des Zornes, der sein Inneres beherrschte, zur Ruhe gebracht und erst dann zu ihm geredet — ein Zeichen seiner unbegreiflichen, über Alles erhabenen Weisheit. Und damit Paulus gleich inne würde, 333 wer es war, gegen den er kämpfte, hat der Herr es so gefügt, daß Paulus ihn nicht einmal als den Geber des Guten, geschweige denn als den strafenden Richter ertragen konnte. Denn nicht Finsterniß hat ihn geblendet, sondern es war die Überfülle des Lichtes, die ihn in Nacht hüllte.
Warum ist aber, wirft man ein, der Ruf Gottes nicht schon früher an ihn ergangen? darnach sollst du gar nicht fragen, darüber dir keine Gedanken machen, sondern vielmehr die Bestimmung des rechten Zeitpunktes dem unerforschlichen Rathschluß Gottes überlassen. Denn Das thut Paulus auch, da er sagt: „Als es aber Dem gefiel, welcher mich ausgesondert hat vom Schooße meiner Mutter an und mich berufen hat durch seine Gnade, zu offenbaren seinen Sohn in mir“ u. s. w. Da also Paulus sich so ausspricht, so stehe auch du davon ab, dieser Frage nachzuforschen. Damals jedenfalls sollte das Ereigniß eintreten, als die Ärgernisse vorüber waren.
Übrigens aber läßt uns aus diesem Vorgang lernen, daß weder der heilige Paulus noch irgend Jemand vor ihm den Herrn aus sich selbst gefunden, daß vielmehr Christus sich selbst geoffenbaret hat. Darum sagte auch der Herr: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.“ Warum hat Paulus nicht schon damals geglaubt, wo er im Namen Jesu Todte erwecken sah? Er sah den Lahmgewesenen gehen, sah Teufel die Flucht ergreifen, sah Gichtbrüchige geheilt, und es fruchtete Nichts. Er hat nämlich ganz bestimmt von diesen Dingen Kenntniß gehabt, da er sich so viel um die Apostel bekümmerte. Als Stephanus gesteinigt ward, stand Paulus dabei und sah sein 334 Angesicht wie das Angesicht eines Engels, aber es nutzte Nichts. Warum nutzte es ihm Nichts? Weil er noch nicht berufen war. Indem du Das aber hörst, hüte dich wohl zu glauben, daß der Ruf Gottes ein zwingender war. Denn Gott zwingt nicht, sondern läßt den Menschen auch nach der Berufung ihren freien Willen. Hat Gott sich nicht auch den Juden geoffenbart, als es an der Zeit war? Aber wegen ihrer Liebe zum eitlen Weltruhm wollten sie ihn nicht annehmen.
§ 2
Vielleicht könnte aber ein Ungläubiger fragen: Woher ist es denn offenbar, daß er den Paulus vom Himmel her gerufen und bei ihm williges Gehör gefunden hat? Warum hat er nicht auch mich gerufen? Einem Solchen würde ich sagen: Glaubst du Das denn, o Mensch [daß Gott den Paulus gerufen hat]? Wenn du es glaubst, dann ist dieses Ereigniß eben das Wunder, das für dich genügt. Wenn du nämlich nicht glaubst, daß der Herr vom Himmel her gerufen hat, warum sagst du denn: Weßhalb hat er nicht auch mich gerufen? Wenn du aber an diesen Ruf Gottes glaubst, dann ist dieses Ereigniß das Wunder, das für dich genügt. Glaube also, denn er ruft auch dich vom Himmel her, wenn dein Herz willig ist; ist es aber unverständig und verkehrt, dann wird dir auch eine Stimme vom Himmel nicht zum Heile genügen. Wie oft haben wohl die Juden eine Stimme vom Himmel gehört und dennoch nicht geglaubt! Wie viele Zeichen haben sie gesehen im alten und im neuen Bunde und haben sich nicht gebessert! Im alten Bunde — da haben sie nach unzähligen Wundern ein Kalb verfertigt, [um es anzubeten] wohingegen die Buhlerin aus Jericho, ohne auch nur ein einziges Wunder gesehen zu haben, bei dem Zusammentreffen mit den Kundschaftern einen ganz bewundernswerthen Glauben an den Tag gelegt hat. Obgleich in dem Lande der Verheissung, blieben die Juden trotz aller Zeichen harter als Stein, wohingegen die Niniviten, nachdem sie nur den Jonas gesehen hatten, schon glaubten, sich bekehrten und dem göttlichen Zorne ent- 335 gingen. Im neuen Bunde, nämlich zur Zeit, wo der Herr auf Erden erschienen ist, da hat ihn jener Räuber, der ihn doch nur am Kreuze hängen sah, gläubig angebetet, wohingegen ihn die Juden, die ihn doch sogar Todte erwecken sahen, gefangen genommen und gekreuzigt haben. Was ist dann in unsern Tagen geschehen? Ist nicht aus dem Tempel zu Jerusalem, d. h. aus den Erdbauten des Tempels, Feuer hervorgebrochen und auf die Bauleute eingedrungen, so daß sie von ihrem frevelhaften Unternehmen abstehen mußten? Sie haben trotzdem nicht Buße gethan und ihre Verstocktheit nicht abgelegt. Wie viele andere Wunder sind dann später noch geschehen, ohne daß sie davon Nutzen gezogen hätten! Daß z. B. der Blitz in das Dach des Tempels des Apollo einschlug, und daß von eben demselben Dämon ein Orakelspruch ausging, der den damaligen Kaiser nöthigte, den in der Nähe ruhenden Märtyrer zu entfernen. Der Sarg des Märtyrers stand nämlich nahe dabei, und der Dämon erklärte, keine Antwort geben zu können, so lange er den Sarg in der Nähe erblickte. Ferner: nach diesem Fürsten ist sein Oheim, nachdem er die heiligen Gefäße entweiht hatte, von den Würmern gefressen worden und hat so sein Ende gefunden; und der kaiserliche Schatzmeister ist wegen eines andern Frevels, den er gegen die Kirche begangen hatte, mitten entzwei geborsten und so elend gestorben. Ferner: die Quellen in unserer Nachbarschaft, die sonst stärker strömten als namhafte Flüsse, sind auf einmal fort, sind verschwunden, nachdem der Kaiser diese Gegend durch Schlacht- und Trankopfer befleckt hat. In frühern Zeiten war so Etwas nie vorgekommen. Was soll man ferner sagen von der Hungersnoth, die überall im 336 Reich mit dem Kaiser in die Städte einzog, ferner von dem im Perserland erfolgten Tod des Kaisers selbst, von der Täuschung, die ihn vor dem Tode beherrschte, von der Umzingelung des Heeres, das durch die Barbaren wie in einem großen Netze gefangen war, und endlich von seiner höchst auffallenden, fast wunderbaren Rückkehr? Nachdem nämlich der gottlose Kaiser jämmerlich zu Grunde gegangen war und ein anderer, ein gottesfürchtiger Feldherr die Führung übernommen hatte, da waren alle Bedrängnisse mit einem Male zu Ende, und das Heer, das vorher wie im Netze gefangen war und nirgendwo einen Ausweg hatte, war jetzt durch Gottes Fügung den Händen der Barbaren entronnen und kehrte ganz ungefährdet zurück. Wen sollten nicht billiger Weise solche Zeichen zur Verehrung des wahren Gottes bewegen?
§ 3
Was wir indessen jetzt sehen, Das ist noch weit wunderbarer. Das Kreuz wird gepredigt — und die Welt eilt herzu! Ein schmachvoller Tod wird verkündigt — und Alle strömen herbei! Sind denn nicht schon unzählig Viele gekreuzigt worden? Sind nicht mit Christus selbst zwei Räuber an’s Kreuz geschlagen worden? Hat es nicht viele durch Weisheit und Macht ausgezeichnete Männer gegeben? Aber wessen Name ist jemals so mächtig geworden? Und warum rede ich nur von weisen und mächtigen Männern? Hat es nicht viele ruhmbedeckte Könige gegeben? Wer hat aber je auf solche Weise in kurzer Zeit den Erdkreis erobert? Sage mir nicht: es gibt auch vielfältige Ketzereien von allerlei Art! Denn alle predigen — wenn auch nicht in der rechten Weise — denselben Christus, alle beten Denjenigen an, der in Palästina unter Pontius Pilatus gekreuzigt worden ist. Meint ihr nicht auch, daß Das ein 337 Beweis seiner Macht ist, der jene Stimme vom Himmel an Kraft und Klarheit übertritt? Wie kommt es doch, daß nie ein König eine solche Macht erworben hat wie dieser, und zwar trotz unzähliger Hindernisse? Könige erhoben sich zum Kriege, Tyrannen standen gerüstet, ganze Völker stellten sich zum Kampfe auf, und dennoch sind wir und ist unsere Sache nicht besiegt, nein, sie steht glänzender als vorher. Woher, sagt an, woher diese Kraft? „Er war ein Zauberer,“ sagt man. Ist er denn allein ein solcher Zauberer gewesen? Ihr habt jedenfalls gehört, daß es bei den Persern und Indern viele Zauberer gegeben hat und noch gibt; aber sie sind nirgendwo auch nur dem Namen nach bekannt. Doch — man verweist uns auf jenen Betrüger aus Tyana, den Schwarzkünstler; der sei auch berühmt geworden. Wo und wann? In einem kleinen Bruchtheil des Reiches, auf kurze Zeit; und sein Licht ist schnell erloschen, er ist dahin, ohne eine Gemeinde oder einen Staat oder sonst Etwas dergleichen hinterlassen zu haben. Und was soll ich von den schon verschollenen Magiern und Zauberern sagen? Woher kommt es, daß alle Herrlichkeit der Götter aufgehört hat, daß der Gott von Dodona und von Klaros, und wie alle diese Werkstätten des Lasters heissen mögen, verstummt ist und hartnäckig schweigt? Woher kommt es, daß die Dämonen sich nicht bloß vor dem Gekreuzigten, sondern auch vor den Gebeinen der für ihn hingeschlachteten Martyrer entsetzen? Warum ergreifen sie die Flucht, sobald sie nur von dem Kreuze hören? Man sollte erwarten, sie müßten solcher Angriffe spotten; denn ist das Kreuz vielleicht etwas Großes und Ruhmvolles? Ganz im Gegentheil, es ist ein Zeichen der Schmach und der Schande. Der Tod am Kreuze ist 338 der Tod eines Verbrechers und bedeutet das alleräußerste Elend, gilt bei den Juden als Gegenstand des Fluches, des Abscheus bei den Heiden. Woher kommt es also, daß das Kreuz so sehr gefürchtet wird? Ist der Grund nicht in der Macht des Gekreuzigten zu suchen? Oder fürchten sie vielleicht das Kreuz an und für sich? Das wäre doch zuvörderst der Götter nicht würdig. Übrigens sind ja auch vor und nach ihm sehr Viele und Zwei zugleich mit ihm gekreuzigt worden. Wenn nun Jemand sagen würde: im Namen des gekreuzigten Räubers (sei es nun der eine oder der andere von den beiden), — würde dann der Dämon fliehen? Ganz gewiß nicht, er würde eher darüber spotten. Wenn man ihnen aber Jesus von Nazareth nennt, dann fliehen sie wie vor dem Feuer. Woher, sagt an, woher hat er doch diese Macht? War er etwa ein Betrüger? Aber solcher Art sind seine Lehren nicht. Übrigens hat es auch schon viele Betrüger gegeben. Oder war er ein Zauberer? Auch davon ist aus seinen Lehren kein Zeugniß beizubringen; und zudem hat es auch schon oftmals eine große Anzahl von Zauberern gegeben. Oder war er lediglich ein weiser Mann? Aber es hat doch auch schon zu verschiedenen Zeiten viele Weise gegeben; wer von ihnen hat eine solche Macht erlangt? Keiner! Niemals! auch nicht entfernt so viel.
§ 4
Daraus geht also hervor: nicht dadurch, daß er ein Betrüger oder Zauberer gewesen wäre, sondern weil er diese Menschen zu bekehren gekommen, weil er ein Mann voll göttlicher, unbezwinglicher Kraft war, deßhalb hat er auch weit mehr erreicht als sie alle, deßhalb konnte er diesem Zeltmacher [Paulus] eine solche Macht einhauchen, wie die Geschichte sie uns bezeugt. Dieser war ein Mann, der sich auf dem Markte aufstellte und Häute bearbeitete, und der hat es in weniger als dreissig Jahren fertig gebracht, Römer, Perser, Inder, Äthiopier, Skythen, Sarmaten, Parther, Meder und Sarazenen, ja das ganze Menschengeschlecht in die Wahrheit einzuführen. Woher kommt es doch, daß dieser Mann, der auf der Straße oder in seiner Werkstätte 339 stand und das Messer handhabte, nicht nur selbst im Besitze einer so erhabenen Lehre war, sondern auch die Andern, ja sogar Völker, Städte und Länder dazu führte, obgleich er keine Bildung und Beredsamkeit aufwies, sondern ganz das Gegentheil, einen vollständigen Mangel an Gelehrsamkeit? Hört nur: er bekennt Das selbst und schämt sich dessen nicht: „wenn auch unbewandert in der Rede, aber nicht in der Erkenntniß.“ Auch besaß er kein Geld. Das sagt er uns ebenfalls selber: „Bis zu dieser Stunde hungern wir und dürsten, sind entblößt und werden geschlagen.“ Von Geld also gar nicht zu reden — es mangelte ihm oft an der nothwendigen Nahrung und Kleidung. Auch konnte ihm seine Beschäftigung nicht viele Ehre eintragen. Beweis dafür ist der Bericht seines Jüngers, nach welchem er deßhalb hei Aquilas und Priscilla Wohnung nahm, weil sie mit ihm demselben Handwerk oblagen. Sie waren nämlich Zeltmacher. Auch war er keineswegs vornehmer Herkunft. Wie wäre Das denkbar, da er ein solches Handwerk trieb? Ebenso wenig konnte von seinem Vaterlande und von seinem Volke Ehre und Ruhm auf ihn übergehen. Und dennoch, sobald er auftrat, sobald er sich sehen ließ, setzte er alle seine Widersacher in Schrecken und Verwirrung, und wie das Feuer durch Heu und Stoppeln fährt, so verheerte er das Gebiet der bösen Geister. Ja, er bewirkte allenthalben eine Umwandlung, ganz wie er wollte.
Es war in der That wunderbar, daß ein solcher gewöhnlicher Mann so große Dinge vermochte. Wunderbar ist diese Macht aber auch bei seinen Jüngern, die ebenfalls meist arme, geringe und ungebildete Männer waren, Leute ohne Namen, ohne Ahnen, und die mit Hunger und Entbehrung zu kämpfen hatten. Das wird uns wieder durch Paulus selbst verkündigt; und er schämt sich nicht, von ihrer 340 Armmuth zu reden, ja selbst für sie zu betteln. „Ich reise nämlich,“ sagt er, „nach Jerusalem, um zu dienen den Heiligen;“ und wiederum: „Je am ersten Wochentage, lege Jeder von euch bei sich zurück, aufsparend, damit nicht, wenn ich gekommen sein werde, erst dann Sammlungen veranstaltet werden.“ Daß die große Mehrzahl aus ganz gewöhnlichen Leuten bestand, sagt er in seinem Briefe an die Korinthier: „Sehet an eure Berufung. Es sind nicht viele Weise nach dem Fleische.“ Ebenso, daß es keine Leute von Rang waren: „nicht viele Vornehme,“ sagt er. Davon waren sie weit entfernt; es waren Leute von ganz geringer Herkunft. Denn er sagt: „Das Schwache von der Welt hat Gott auserwählt und Das, was nicht ist, damit er Das, was ist, zu nichte mache.“
Aber wenn Paulus nun auch ein ungebildeter, ungelehrter Mann war, so besaß er doch vielleicht — wie auch immer — die Gabe der Überredung? Auch Das nicht. Das beweisen uns wieder seine eigenen Worte: „Auch ich kam zu euch, nicht in Überschwenglichkeit von Wort und Weisheit euch verkündigend das Zeugniß [Christi]. Denn nicht erachtete ich, Etwas zu wissen unter euch, ausser Jesum Christum, und Diesen als Gekreuzigten; und mein Wort und meine Predigt war nicht in überredenden Worten [menschlicher] Weisheit.“ Dann war vielleicht der Inhalt seiner Lehre recht geeignet, die Leute zu gewinnen? So höret denn, was er auch davon sagt: „Da auch die Juden Zeichen verlangen, die Griechen Weisheit suchen; wir aber predigen Christum den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgerniß, den Heiden eine Thorheit.“
§ 5
Aber vielleicht führte er ein recht ruhiges und sorgenfreies Leben? So wenig, daß er vor lauter Gefahren sozu- 341 sagen niemals zu Athem kam. Denn er sagt: „In Schwäche und in Furcht und in vielem Zittern war ich bei euch.“ Und nicht er allein, sondern auch seine Jünger hatten ebenso zu leiden. „Gedenket,“ sagt er nämlich, „der frühern Tage, in welchen ihr, nachdem ihr erleuchtet worden, grossen Leidenskampf bestanden habt, indem ihr einerseits durch Beschimpfungen und Bedrängnisse ein Schauspiel, andererseits aber Genossen der also Leidenden geworden sind; denn auch den Raub eures Besitzthums habt ihr mit Freuden ertragen.“ Ferner schreibt er an die Thessalonicher: „Denn ihr habt Dasselbe erlitten von den eigenen Stammgenossen, so wie auch sie von den Juden, welche auch den Herrn getödtet haben und die heiligen Propheten und uns verfolgt haben und Gott nicht wohlgefällig und allen Menschen entgegen sind.“ Ferner sagt er in seinem Briefe an die Korinthier: „Weil die Leiden Christi reichlich auf euch übergehen, und ihr, sowie ihr Genossen der Leiden seid, so auch des Trostes;“ und in seinem Briefe an die Galater: „So Vieles habt ihr erduldet vergeblich, wenn doch nur vergeblich!“
War also der Verkündiger des Evangeliums ein geringer, warmer, ganz unberühmter Mann, war die Lehre selbst keineswegs einladend, vielmehr ein Gegenstand des Ärgernisses, waren ferner die Hörer und Bekenner dieser Lehre arme, schwache und ungebildete Leute und ebenso wie auch ihre Meister fortwährend und unaufhörlich von vielen Gefahren bedroht, und war endlich Derjenige, den sie verkündigten, gekreuzigt worden — was war es dann eigentlich, wodurch diese Lehre eine solche Herrschaft erlangte? Ist es nicht klar, daß hier eine geheimnißvolle, göttliche Macht waltete? Das muß Jedermann einleuchten.
342Dasselbe läßt sich auch aus einer Vergleichung mit den Erfolgen, welche die Feinde des Christenthums aufzuweisen haben, ersehen. Von Allem, was ich eben aufgezählt habe, fand sich hier das Gegentheil zusammen: Reichthum, Adel, Ruhm des Vaterlandes, Gewalt der Rede, ein ganz sorgenfreies, behagliches Leben; und wie bald ist trotz alle dem die Neuerung verschwunden, während dagegen das Christenthum seinen Feinden nur noch mehr überlegen ist! Wenn du Das siehst, sage mir doch, woher es kommt! Es hat hier gerade so gegangen, als wenn ein König mit seinem Heere, seinen gerüsteten und kampfbereiten Soldaten die Feinde nicht besiegen kann und dagegen ein Bettelmann, der ganz allein, ganz entblößt daher kommt, der nicht einmal einen Spieß in der Hand, nicht einmal einen Rock am Leibe hat, Dasjenige bis zu Ende durchführte, wozu alle diese Krieger nicht im Stande waren trotz aller Waffen und der gesammten Ausrüstung. Darum sei kein Thor; halte mit deinem Urtheile nie zurück, und beuge dich vor der Macht des Gekreuzigten! Wenn du siehst, daß ein Feldherr, der eine Stadt nehmen will, Burgen anlegt, Gräben zieht, Belagerungsmaschinen heranbringt, Waffen schmiedet, Krieger sammelt, unermeßlich viel Geld zur Verfügung hat und trotzdem nicht eine Stadt erobern kann, wie dagegen ein Anderer von Allem entblößt daherkommt, nur seine Hände gebraucht, und wie Dieser nicht eine Stadt etwa oder zwei oder zwanzig, sondern unzählig viele Städte auf dem ganzen Erdenrunde angreift und sammt den Bewohnern in Besitz nimmt, — wirst du dann behaupten, daß hier rein menschliche Kräfte wirken? Das ist eben das Schauspiel, das wir vor Augen sehen.
Warum ließ Gott es zu, daß zugleich mit dem Heilande Räuber gekreuzigt wurden, und daß vor ihm Betrüger aufstanden? Damit auch dem unverständigsten Thoren die Übermacht der Wahrheit einleuchte, und damit wir einsehen, daß Jesus nicht ein Mensch wie jene, daß vielmehr zwischen ihm und den andern ein unermeßlicher Abstand 343 war. Nichts kann bei solchen Vergleichen seiner Herrlichkeit Abbruch thun, weder daß sie mit ihm dieselben Leiden zu erdulden hatten, noch daß sie [jene Betrüger] um dieselbe Zeit auftraten. Ganz im Gegentheil. Denn wenn jetzt Jemand behaupten wollte, daß die Dämonen sich eben nur vor dem Kreuze fürchten und nicht vor der Macht des Gekreuzigten, dann würde eine solche Behauptung durch das mitgekreuzigte Räuberpaar Lügen gestraft. Und wenn man sagt, daß der Erfolg lediglich auf Rechnung der bösen Zeiten zu setzen sei, dann wird dieses Gerede widerlegt durch die Anhänger des Theudas und Judas, welche ähnliche Versuche machten und auch manche Zeichen aufzuweisen hatten, aber nichts desto weniger vollständig unterdrückt worden sind. Es ist, wie ich sagte: Gott hat Das zugelassen, um es mehr als klar herauszustellen, welches Werk von ihm ist. Darum ließ er auch neben seinen Propheten falsche Propheten, neben seinen Aposteln falsche Apostel erstehen, damit wir eingehen, daß Nichts im Stande war, seine Werke zu verdunkeln.
§ 6
Nun will ich euch noch andere Beweise für die ausserordentliche und wunderbare Macht des Evangeliums vorführen; ich will euch zeigen, daß es selbst durch seine Gegner gefördert und verbreitet wurde. Es haben nämlich einstens mehrere Männer als Widersacher des heiligen Paulus eben dieselbe Lehre in Rom verkündigt. Sie wollten den Kaiser Nero, der vor dem heiligen Paulus ohnehin schon feindlich entgegengetreten war, noch mehr gegen ihn aufreizen. Darum unternahmen sie es ebenfalls, zu predigen, damit der Tyrann, indem er das Wort Gottes sich ausbreiten und die Zahl der Christen wachsen sähe, noch mehr von Zorn entbrennen, noch grausamer wüthen möchte. Das sagt uns der heilige Apostel in seinem Briefe an die Philipper: „Ich will aber, daß ihr wisset, Brüder, daß meine 344 Lage sich mehr zum Fortgange des Evangeliums gestaltet hat, so daß die Mehrzahl der Brüder, vertrauend meinen Banden, übergewöhnlich sich getraute, unerschrocken das Wort Gottes zu reden. Einige allerdings verkündigen auch aus Neid und Streit, Einige aber auch aus guter Meinung Christum; Diejenigen, welche aus Streitsucht [Christum verkündigen, thun es] nicht aufrichtig indem sie vermeinen, Trübsal anzuthun meinen Banden; die aber aus Liebe [Christum verkündigen, thun es], weil sie wissen, daß ich zur Vertheidigung des Evangeliums bestellt bin. Was ist’s denn? Wird doch auf jede Weise, sei es zum Vorwande, sei es in Wahrheit, Christus verkündigt.“ Siehst du, daß Manche nur aus Streitsucht predigten? Gleichwohl dienten auch diese Bemühungen der Feinde zur Förderung des Evangeliums.
Zugleich gab es noch Anderes, was ihm entgegenstand. Alte Gesetze, weit entfernt es zu begünstigen, standen ihm als feindliche, streitbare Macht gegenüber. Dazu kamen die falschen Beschuldigungen, hervorgegangen aus Unwissenheit und aus Bosheit. Man sagte: Sie haben Christus zum König. So sagte man, weil man sein himmlisches Königthum, dieses erhabene und unbegrenzte Königthum nicht kannte; man beschuldigte die Christen, als wollten sie der Welt das Joch einer neuen Tyrannei auflegen. Im öffentlichen sowohl als im Privatleben schlug Jedermann auf die Christen los. Sie seien es, sagte man, durch welche der Staat unterwühlt und die Verfassung zerstört werde! Nicht minder im Privatleben: schien doch fast jedes Haus gespalten und in seinem Bestande bedroht zu sein! Der Vater stritt gegen den Sohn, und der Sohn verleugnete seinen Vater. Weiber standen gegen ihre Männer auf, und Männer gegen ihre Weiber, Töchter gegen ihre Mütter, Verwandte gegen Verwandte und Freunde gegen Freunde. Da war 345 überall Krieg in den verschiedensten Formen, ein Krieg, der sich in die Familien einschlich, die Verwandten entzweite, die Rathsversammlungen aufregte, die Gerichte verwirrte, weil die Sitten der Altvordern in Abgang kamen, die Feste und überhaupt der Dienst der Dämonen ausstarben: und Das waren eben Dinge, auf welche die alten Gesetzgeber den allerhöchsten Werth gelegt und die allergrößte Sorgfalt verwandt hatten. Zugleich hatte dann der Verdacht, daß sie die Herrschaft anstrebten, aller Orten ihre Vertreibung zur Folge. Man kann auch keineswegs sagen, daß die Christen nur bei den Heiden so verfolgt wurden, bei den Juden aber Ruhe hatten. Die Juden waren sogar noch weit ärger hinter ihnen her. Auch die Juden beschuldigten sie der Untergrabung der staatlichen Ordnung. Denn sie sagten: „Er hört nicht auf, Lästerworte zu reden gegen den heiligen Ort und das Gesetz.“
So loderte denn überall die Flamme des Hasses und der Verfolgung: in den Familien, in den Städten, auf dem Lande, in der Wüste, unter den Hellenen, bei den Juden, bei den Herrschern wie bei den Unterthanen, auf dem Festlande wie auf dem Meere, auch bei den Königen; Alle reizten sich gegenseitig zur Grausamkeit auf und setzten den Christen nach, ärger als wilde Thiere. Und mitten in diese gewaltige Feuersbrunst hat sich der heilige Paulus hineingestürzt, er stand mitten zwischen den Wölfen und von allen Seiten ward auf ihn gezielt; aber er war nicht zu überwinden, nicht einzuschüchtern, ja was sage ich? er hat sie alle für die Wahrheit gewonnen.
§ 7
Soll ich euch nun von andern Kämpfen reden, die noch hinzutraten und sehr schwer waren? Dazu gehörte der Kampf gegen die falschen Apostel, der ihn mehr als alle andern betrübte, und auch der Kampf gegen schwach ge- 346 wordene Christen; es ließen sich nämlich viele Gläubige wieder verführen. Aber auch für diese Kämpfe war erstark genug. Was für eine Kraft war es doch, die ihn beseelte? „Unsere Waffen,“ sagt er, „sind nicht fleischlich, sondern mächtig für Gott, zum Niederwerfen von Befestigungen, indem wir Vernunftschlüsse darniederwerfen und jegliche Erhöhung, die sich erhebt wider die Erkenntniß Gottes.“ Das war also der Grund, weßhalb Alles auf einmal ganz umgewandelt war. Gleichwie dorniges Gestrüpp auf dem Acker durch die Gewalt des Feuers nach und nach verzehrt wird, wie es der Flamme weichen muß und nicht widerstehen kann, so daß der Acker bald gesäubert ist: ebenso mußte auf die Stimme des heiligen Paulus, deren Angriffe die Gewalt des Feuers noch überboten, Alles sich zurückziehen und das Feld räumen: Götterdienst, Feste, feierliche Zusammenkünfte, vaterländische Gewohnheiten, verderbliche Gesetze, Wuth des Volkes, Drohungen von Tyrannen, Nachstellungen von Angehörigen, listige Anschläge von falschen Aposteln. Oder sagen wir vielmehr so: Wenn die Sonne aufgeht, dann entweicht das nächtliche Dunkel, wilde Thiere ziehen sich zurück und halten sich nun verborgen, Räuber wenden sich zur Flucht, Mörder suchen ihre Höhlen auf, Piraten stehen von ihren Räubereien ab, Grabschänder flüchten, Ehebrecher, Diebe, gewaltthätige Verletzer fremden Eigenthums eilen in die Ferne, um sich zu verbergen, weil die Strahlen der aufgehenden Sonne im Begriffe sind, sie zu verrathen. Indem also die Sonne aus den Höhen des Himmels überallhin ihr Licht sendet, über das Meer, die Berge, die Länder und Städte, wird Land und Meer, wird Alles hell und durchleuchtet. So ging es auch damals, als die Lehre Christi auf Erden aufkam und von Paulus überall gepredigt ward. Da wurde die Nacht des Irrwahns vertrieben, und es ging auf die Sonne der Wahrheit. Jetzt 347 hörten die Götzenopfer auf zu dampfen; es ging zu Ende mit dem Lärm der Cymbeln und Pauken, mit jenen Trinkgelagen, Aufzügen, Buhlereien, Ehebrüchen und andern Greueln — man darf sie nicht einmal nennen —, die im Dienste der Götter vollbracht wurden; es war, wie wenn Wachs vom Feuer geschmolzen, wie wenn Spreu von den Flammen verzehrt wird. Die Wahrheit aber stieg wie eine lichte Flamme empor zu den Höhen des Himmels, gefördert selbst durch Hindernisse, vergrößert selbst durch gegnerische Bemühungen. Keine Gefahr vermochte ihre unbezwingliche Gewalt und Heftigkeit aufzuhalten, nicht die tyrannische Herrschaft uralter Gewohnheiten, nicht der große Einfluß althergebrachter Sitten und Gesetze, nicht die Strenge der neuen Sittenlehre, Nichts von Allem, was ich eben schon aufgezählt habe. Willst du wissen, was Das besagen will? So bedrohe einmal die Heiden — ich sage nicht: mit Gefahren, Tod, Hunger, nein nur mit einer geringen Geldstrafe, und du wirst sehen, wie bald sie ihren Sinn geändert haben. Wahrlich, so steht es mit unserer Sache nicht. Wenn auch Alle hingeschlachtet, niedergemacht oder überall auf die verschiedenste Weise angefeindet werden, so gedeiht das Christenthum nur desto mehr.
Doch warum rede ich von den Heiden unserer Zeit, von diesen niedrig gesinnten, verächtlichen Menschen? Wir wollen einmal der bewunderten und wegen ihrer Weisheit hochgepriesenen Männer aus der alten Zeit gedenken, des Plato, des Diagoras und des Klazomemers [Anaxagoras], wie auch der vielen andern von ähnlicher Art, dann werden wir die Kraft des Evangeliums erkennen. Nachdem Sokrates den Schierlingsbecher hatte trinken müssen, gingen von ihnen die einen aus Furcht vor dem nämlichen Geschick nach Megara, die andern verloren Vaterland und Freiheit und gewannen nur — ein einziges Weib. Plato hat den Staat in seinen Schriften hinterlassen und ist dann aus der Welt gegangen. Und doch stand diesen Philosophen damals kein Hinderniß im Wege, weder Gefahren noch Mangel 348 an Gelehrsamkeit oder Niedrigkeit des Standes; sie erfreuten sich vielmehr einer großen Bildung und Beredsamkeit, eines bedeutenden Vermögens und eines in der ganzen Welt berühmten Vaterlandes. Trotzdem haben sie Nichts geleistet. So geht es mit falschen Lehren immer mehr abwärts, selbst wenn kein Hinderniß entgegensteht; so kommt die Wahrheit immer mehr in die Höhe, selbst wenn ganze Schaaren gegen sie in’s Feld ziehen. Das bezeugen laut unleugbare Thatsachen. Da bedarf es keiner Worte; denn die ganze Welt ruft es uns von allen Seiten zu; man hört es in den Städten und in den Dörfern, auf dem Lande und auf dem Meere, in bevölkerten Gegenden wie auch in der Wüste und auf den Gipfeln der Berge. Denn auch der Wüste wollte der Herr diese Wohlthat [die Wahrheit] nicht vorenthalten; gerade diese hat er durch die Stimme des heiligen Paulus und die ihm einwohnende Gnade ganz vorzüglich mit jenen Gütern erfüllt, die er uns vom Himmel herabgebracht hat. Weil Paulus nämlich eine Willfährigkeit bewies, welche dieser Gabe Gottes entsprach, darum leuchtete das Licht der Gnade um so stärker und glänzender, und darum wurden die meisten der aufgezählten Erfolge durch seine Stimme bewirkt. — Hat nun also Gott der Herr unser menschliches Geschlecht so sehr geehrt, daß er einen Menschen würdigte, für sich allein so ausserordentlich große Tugenden und Verdienste zu begründen, so laßt uns diesem doch recht eifrig nachfolgen, laßt uns streben, auch so zu werden wie er, und laßt uns Das nur nicht für unmöglich halten! Was ich nämlich schon oft gesagt habe, werde ich nicht aufhören zu sagen: er besaß den nämlichen Leib wie wir, genoß die nämliche Nahrung und hatte die nämliche Seele; aber stark war sein guter Wille, überaus groß sein Eifer; und Das hat ihn zu einem solchen Manne gemacht. Darum soll Niemand zagen, Niemand den Muth verlieren. Wenn du dem Herrn dein ganzes Herz darbietest, dann hindert Nichts, daß du derselben Gnade theilhaft werdest. Denn bei Gott gilt kein Ansehen der Person. Er hat den Paulus erschaffen und hat auch dich in die Welt gesetzt; wie er sein 349 Herr ist, so auch der deine; wie er ihn gerühmt hat, so will er auch dich krönen. Darum wollen wir uns ihm hingeben und unsere Seelen reinigen, damit auch wir, nachdem wir die Gnade in reichem Maße empfangen haben, derselben Glückseligkeit theilhaft werden durch die Gnade und Liebe unseres Herrn Jesus Christus, dem da ist die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit. Amen.
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