„Ich kann nichts von mir selbst tun; wie ich höre, so richte ich, und mein Gericht ist gerecht.“ Wenn du, wie du hörst, richtest, von wem hörst du? Wenn vom Vater, gewiß dann „richtet der Vater niemand, sondern hat alles Gericht dem Sohne übergeben“. Denn du bist gewissermaßen der Herold des Vaters, so daß du, was du hörst, redest. In der Tat, was ich höre, das spreche ich, weil ich* bin, was der Vater ist; denn sprechen ist mein Sein, weil ich das Wort des Vaters bin. Dies nämlich sagt dir Christus. Was heißt das: „Wie ich höre, so richte ich“, als: Wie ich bin? Denn wie hört Christus? Brüder, suchen wir, ich bitte euch. Hört Christus vom Vater? Wie spricht zu ihm der Vater? In der Tat, wenn er zu ihm spricht, richtet er Worte an ihn; denn jeder, der etwas zu einem sagt, drückt es durch Worte aus. Wie spricht der Vater zum Sohne, da der Sohn das Wort des Vaters ist? Was immer der Vater zu uns spricht, spricht er durch sein Wort; das Wort des Vaters ist der Sohn, durch welches andere Wort spricht er zum Worte? Gott ist nur einer, er hat nur ein* Wort, in dem* einen* Worte umschließt er alles. Was heißt also: „Wie ich höre, richte ich“? Wie ich vom Vater* bin, so richte ich; also „ist mein 388 Gericht gerecht.“ Denn wenn Du nichts aus dir tust, o Herr Jesus, in dem Sinne, wie es die Fleischlichen auffassen, wenn Du nichts aus Dir tust, wie konntest du weiter oben sagen: „So macht auch der Sohn lebendig, welche er will“? Jetzt sagst Du: Aus mir tue ich nichts. Allein was sonst will der Sohn andeuten, als daß er vom Vater ist*? Wer vom Vater ist, ist nicht von sich selbst. Wenn der Sohn von sich selbst wäre, so wäre er nicht Sohn; er ist vom Vater. Der Vater ist, um zu sein, nicht vom Sohne, der Sohn ist, um zu sein, vom Vater. Er ist dem Vater gleich, aber doch ist er von diesem, nicht dieser von ihm.