[Forts. v. 376 ] Was heißt das: Und du kommst nicht ins Gericht? Und wer ist besser als der Apostel Paulus, welcher sagt: „Wir müssen alle vor dem Richterstuhle Christi erscheinen, damit dort ein jeder empfange, was er im Leibe getan hat, sei es Gutes oder Böses“. Paulus sagt: „Wir müssen alle vor dem Richterstuhle Christi erscheinen“, und du bist so keck, dir zu versprechen, daß du nicht ins Gericht kommen wirst. Es sei ferne, sagst du, daß ich so keck bin, mir solches zu versprechen, sondern ich glaube dem, der es verspricht. Der Erlöser redet, die Wahrheit verspricht, er selbst sagte zu mir: „Wer meine Worte hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben und geht vom Tode zum Leben über und wird nicht ins Gericht kommen“. Ich also habe die Worte meines Herrn gehört und geglaubt; ich war ungläubig und bin nun gläubig geworden; wie er mich mahnte, bin ich vom Tode zum Leben übergegangen, ich komme nicht ins Gericht, nicht wegen meines Selbstvertrauens, sondern durch seine Verheißung. Soll aber Paulus gegen Christus sprechen, der Diener gegen den Herrn, der Schüler gegen den Meister, der Mensch gegen Gott, so daß, während der Herr spricht: „Wer hört und glaubt, geht vom Tode zum Leben hinüber und wird nicht ins Gericht kommen“, der Apostel dagegen sagt: „Wir alle müssen vor dem Richterstuhle Christi erscheinen“? Oder wenn der nicht ins Gericht kommt, der vor dem Richterstuhle erscheint, so weiß ich nicht, wie ich es verstehen soll.