[Forts. v. 374 ] Wohlan, gebet acht, welches die Geheimnisse der Worte sind. „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben.“ Nach dem ewigen Leben verlangen wir gewiß alle, und er sagt: „Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben“. Wollte er also nur, daß wir sein Wort hören, und daß wir es verstehen, wollte er nicht? Da ja gerade, wenn das ewige Leben im Hören und Glauben ist, es noch weit mehr im Verstehen ist. Aber die Stufe zur Gottseligkeit ist der Glaube, die Frucht des Glaubens ist das Verständnis, damit wir zum ewigen Leben gelangen, wo uns das Evangelium nicht mehr vorgelesen wird, sondern derjenige, der uns jetzt das Evangelium schenkte, ohne die Blätter der Lesung und ohne die Stimme des Lesers und Predigers all den Seinigen erscheint, die mit geläutertem Herzen vor ihm stehen und in ihrem bereits unsterblichen Leibe niemals mehr sterben werden. Diese reinigt und erleuchtet er, damit sie leben und sehen, daß „im Anfang das Wort war und das Wort bei Gott war“. Nun also lasset uns betrachten, wer wir sind, und erwägen, wen wir hören. Christus ist Gott, und er redet mit Menschen; er will, daß man ihn verstehe, er mache uns verständig; er will, daß man ihn sehe, er öffne uns die Augen. Nicht ohne Grund jedoch redet er zu uns, sondern nur weil wahr ist, was er uns verspricht.