„Als aber Maria dorthin gekommen war, wo Jesus war, fiel sie bei seinem Anblick ihm zu Füßen und sprach zu ihm: Herr, wenn Du hier gewesen wärest, so wäre mein Bruder nicht gestorben. Da nun Jesus sah, wie sie weinte und auch die Juden, die bei ihr waren, weinten, erschauerte er im Geiste und betrübte sich selbst und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt?“ Ich weiß nicht, was er uns angedeutet hat, indem er im Geiste erschauerte und sich selbst betrübte. Denn wer könnte ihn betrüben, außer er sich selbst? Darum, meine Brüder, beachtet zuerst die Macht und sodann forschet nach der Bedeutung. Du wirst ohne deinen Willen betrübt; Christus wurde betrübt, weil er wollte. Jesus hungerte, es ist wahr, aber weil er wollte; Jesus schlief, es ist wahr, aber weil er wollte; Jesus wurde traurig, es ist wahr, aber weil er wollte; Jesus starb, es ist wahr, aber weil er wollte; es stand in seiner Macht, so oder so affiziert zu werden oder nicht affiziert zu werden. Das Wort nahm nämlich die Seele und das Fleisch an, indem er sich die Natur des ganzen Menschen in der Einheit der Person anpaßte. Denn auch die Seele des Apostels ist durch das Wort erleuchtet worden, die Seele des Petrus ist durch das Wort erleuchtet worden, die Seele des Paulus, die Seelen der übrigen Apostel, der heiligen Propheten sind durch das Wort erleuchtet worden, aber von keiner heißt es: „Das Wort ist Fleisch 727 geworden“; von keiner heißt es: „Ich und der Vater sind eins“. Die Seele und das Fleisch ist mit dem Worte Gottes* eine* Person,* ein* Christus. Und darum wird, wo die höchste Macht ist, nach dem Winke des Willens die Schwäche regiert; das heißt: „Er betrübte sich selbst“.