„Sie nahmen also den Stein weg, Jesus aber hob seine Augen empor und sprach: Vater, ich danke Dir, daß Du mich erhört hast; ich wußte aber, daß Du mich immer erhörst; allein wegen des Volkes, das umhersteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, daß Du mich gesandt hast. Als er dies gesprochen hatte, rief er mit lauter Stimme.“ Er erschauerte, weinte, rief mit lauter Stimme. Wie schwer steht der auf, welchen die Last einer bösen Gewohnheit drückt! Aber er steht doch auf; er wird durch die verborgene Gnade innerlich 731 belebt; er steht auf nach einem lauten Ruf. Was ist geschehen? „Er rief mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Und sogleich kam der Verstorbene heraus, an Händen und Füßen mit Tüchern gebunden und das Angesicht umhüllt mit einem Schweißtuch.“ Wie er mit gebundenen Füßen herauskam, das wundert dich, und es wundert dich nicht, daß er nach vier Tagen auferstand. In beiden Stücken zeigte sich die Macht des Herrn, nicht die Kraft des Toten. Er ging hervor und war noch gebunden; er war noch eingehüllt und ging dennoch schon hervor. Was bedeutet das? Wenn du dir aus der Sünde nichts machst, liegst du tot da, und wenn du in dieser Beziehung so rücksichtslos bist, wie ich gesagt habe, liegst du im Grabe; wenn du bekennst, gehst du hervor. Denn was heißt hervorgehen, als aus der Verborgenheit gleichsam heraustreten und sich offenbaren? Aber daß du bekennest, bewirkt Gott, indem er mit lauter Stimme ruft d. h. mit einer starken Gnade ruft. Als daher der Tote hervorgegangen war, noch gebunden, bekennend und schuldbeladen, gab der Herr, damit seine Sünden gelöst würden, den Dienern den Befehl: „Löset ihn und lasset ihn gehen“. Was heißt: „Löset ihn und lasset ihn gehen“? „Was ihr auf Erden lösen werdet, wird im Himmel gelöst sein“.