732 „Die Hohenpriester und Pharisäer hielten Rat und sagten: Was tun wir?“ Sie sagten jedoch nicht: Wir wollen glauben! Denn die verdorbenen Menschen waren mehr darauf bedacht, wie sie schaden könnten, um zu verderben, als wie sie für sich selbst Rat pflegen könnten, um nicht ins Verderben zu kommen; und doch waren sie in Sorge und hielten gleichsam Rat. Denn „sie sagten: Was tun wir? Dieser Mensch tut viele Zeichen; wenn wir ihn so gehen lassen, so werden alle an ihn glauben, und die Römer werden kommen und unser Land und Volk wegnehmen“. Sie fürchteten, Zeitliches zu verlieren, und dachten nicht an das ewige Leben, und verloren so beides. Denn die Römer nahmen ihnen nach dem Leiden und der Verherrlichung des Herrn Land und Volk, indem sie das Land eroberten und das Volk verpflanzten, und überdies traf bei ihnen das ein, was anderswo gesagt wird: „Die Kinder dieses Reiches aber werden in die äußerste Finsternis hinausgestoßen werden“. Das aber fürchteten sie, es möchte, wenn alle an Christus glauben würden, niemand mehr da sein, welcher der Stadt Gottes und den Tempel verteidigte, weil sie der Meinung waren, daß die Lehre Christi sich zum Tempel und zu ihren väterlichen Gesetzen feindlich verhalte.