„Maria aber war es, welche den Herrn mit Salböl salbte und seine Füße mit ihren Haaren trocknete, deren Bruder Lazarus krank war. Da sandten dessen Schwestern zu ihm und ließen sagen.“ Wir verstehen schon, wohin sie sandten, dorthin, wo der Herr war, weil er abwesend war, jenseits des Jordans nämlich. Sie sandten zum Herrn mit der Meldung, daß ihr Bruder krank sei, damit er, wenn er sich würdigte, käme und ihn von seiner Krankheit befreite. Er verschob die Heilung, um ihn 716 erwecken zu können. Was also ließen seine Schwestern melden? „Herr, siehe, den Du lieb hast, der ist krank.“ Sie sagten nicht: Komm! Denn dem Liebenden braucht man es nur zu melden. Sie wagten nicht zu sagen: Komm und heile! Sie wagten nicht zu sagen: Befiehl dort, und es wird hier geschehen. Warum denn wagten nicht auch sie dies zu sagen, wenn doch der Glaube jenes Hauptmanns deshalb gelobt wird? Derselbe sagt nämlich: „Ich bin nicht würdig, daß Du eingehst unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, und mein Knecht wird gesund werden“. Nichts von dem jene, sondern sie sagten nur: „Herr, siehe, den Du lieb hast, der ist krank“. Es genügt, daß Du es weißt; denn nicht liebst Du ihn nicht und läßt ihn im Stich. Es sagt da einer: Wie wurde durch Lazarus der Sünder dargestellt und derselbe vom Herrn so geliebt? Er höre ihn, wie er sagt: „Ich bin nicht gekommen, die Gerechten zu berufen, sondern die Sünder“. Denn wenn Gott die Sünder nicht liebte, wäre er nicht vom Himmel auf die Erde herabgestiegen.