Der Papst bezeugt seine Freude über die Bereitwilligkeit des Eusebius, sich den Gesandten anzuschließen, ermahnt denselben zur Standhaftigkeit und sagt, daß er auch den Fortunatianus zum Beitritte aufgefordert habe; daraus ergibt sich die Zeit der Abfassung dieses Schreibens.
Liberius, Bischof, dem geliebtesten Bruder Eusebius.
1. Ich wußte es, theuerster Herr Bruder, daß du, vom 214 Geiste Gottes entflammt, in der Sache des Glaubens., welcher uns dem Herrn empfehlen kann, unserem Bruder und Mitbischofe Lucifer und unserem Mitpriester Pancratius, welcher zugleich mit meinem Sohne, dem Diakon Hilarius, abgereist war, aufrichtigen Trost zu spenden bereit seist und dich ihnen nicht entziehen könnest, von welchen du wußtest, daß sie aus Verehrung für ihren Glauben eine solche mühevolle Reise auf sich genommen haben. Große Erleichterung also empfieng mein Gemüth aus dem Lesen Deines Schreibens; ja ich vertraue zuversichtlich, daß die Sache selbst mit Gottes Hilfe besser gedeihen könne, da du unsere Brüder nicht verlassen wolltest. Arbeite also wie ein guter Soldat, der du den Lohn des ewigen Herrschers erwartest, und bemühe dich, deine Geisteskraft, mit welcher du, wie ich weiß, die Lockungen der Welt verachtet hast, Jenen gegenüber zu bewähren, welche des Lichtes der Kirche beraubt sind. Da du also dieses Leben verachtest, erweise dich als einen die Wahrheit redenden Priester, damit durch euere Bemühungen für den Bestand der Kirche ein Concil gehalten werden kann, auf daß Alles, was die von verschiedenen Seiten Kommenden zum Nachtheile des Glaubens in feiner Weise ersonnen haben, verbessert werden könne. Diese Mühe, welche dein ausgezeichneter Glaube besser kennt, begleitet ewiger Lohn; gleich wie wir dieser stets obliegen müssen, mag auch die Ermahnung erkalten, so möge der in dir entzündete heilige Geist, um der Einheit der hl. Kirche willen, dein Herz von Zeit zu Zeit anspornen zu größeren Tröstungen.
2. Auch an unsern Bruder und Mitbischof Fortunatianus, von dem ich weiß, daß er die Menschen nicht fürchtet 215 und mehr der ewigen Vergeltung gedenkt, habe ich ein Schreiben gerichtet, daß auch er nach der Reinheit seines Herzens und nach seinem Glauben, den er auch mit Gefahr seines zeitlichen Lebens zu bewahren wußte, mit euch auch jetzt gemeinschaftliche Sorge trage. Ich weiß, daß er nach der Heiligkeit seines Herzens ohne Bedenken durch seinen Rath euere Klugheit bestärken und, wenn es euch gut scheint, in Nichts seine Gegenwart euerer Liebe entziehen wird. Gott behüte Dich unversehrt, theuerster Herr Bruder!