Athanasius von Alexandrien · Epistula ad Marcellinum · Kapitel 19
Willst ferner auch Du auf Dich Acht haben, so singe, wenn Du den Feind anstürmen siehst – denn auf solche Menschen stürzt er dann heftiger los — und gegen ihn Dich kampfbereit machen willst, den achtunddreissigsten Psalm. Und hast Du von den Verfolgern Bedrängniß zu dulden, und willst Du den Nutzen der Geduld kennen lernen, so singe den neununddreissigsten Psalm. Siehst Du viele Arme und Bettler, und willst Da diesen Barmherzigkeit erweisen, so kannst Du die, welche bereits Barmherzigkeit erwiesen 354 haben, loben, die übrigen aber dazu ermuntern, indem Du den vierzigsten Psalm vorträgst, hast Du dann Dein ganzes Verlangen auf Gott gerichtet, und hörst Du die Feinde schmähen, so laß Dich nicht verwirren, sondern indem Du die unsterbliche Frucht einer solchen Sehnsucht Dir zu Gemüthe führst, tröste Deine Seele mit der Hoffnung auf Gott, und indem Du durch diese ihre Schmerzen in dieser Welt erleichterst und besänftigst, trage den einundvierzigsten vor. Willst Du unaufhörlich an die Wohlthaten Gottes Dich erinnern, die er den Vätern erwiesen, sowohl beim Auszug aus Ägypten als auch beim Aufenthalt in der Wüste, wie Gott gut und die Menschen undankbar waren, so hast Du den dreiundvierzigsten, siebenundfünfzigsten, achtundachtzigsten, hundertsten, hundertfünften, hundertsechsten, hundertdreizehnten, hast Du Dich aber zu Gott geflüchtet, und bist Du den Drangsalen entronnen, die über Dich gekommen sind, und willst Du Gott Dank sagen und die Dir erwiesene Menschenfreundlichkeit schildern, so hast Du den fünfundvierzigsten.