Athanasius von Alexandrien · Epistula ad Marcellinum · Kapitel 30
Es muß also, o Sohn, Jeder, der dieses Buch liest, mit reinem Herzen Alles lesen, was in Demselben von Gott eingegeben ist, und es dann wie aus dem Paradiese als Gewinn hinnehmen, wozu er es brauchen zu können glaubt. Ich glaube nämlich, daß in diesen Worten des Buches das ganze Leben der Menschen und die Stimmungen der Seele und die Bewegungen der Gedanken umfangen und um« schlössen seien, und daß unter den Menschen darüber hinaus sich Nichts mehr finde. Denn bedarf es der Reue oder des Bekenntnisses, oder hat Trübsal oder eine Versuchung uns erfaßt, oder hat Jemand Verfolgung gelitten, und ist er den Nachstellungen entronnen, oder hat ihn Schmerz oder Verwirrung erfaßt, und hat er so ein Leiden, wie deren im Vorhergehenden angegeben sind, oder sieht er auch, daß er selbst fortschreite, der Feind aber aufgehalten Werde, oder will er den Herrn loben, ihm Dank sagen, ihn preisen, so findet er die Unterweisung hierin in den göttlichen Psalmen. Denn er kann sie, da sie für Das alles ausgesprochen sind, aus wählen und das Geschriebene so vortragen, wie wenn es von ihm handelte, und indem er sich in die Stimmung versetzt, in der es geschrieben ist, es an Gott richten.