Athanasius von Alexandrien · Epistula ad Marcellinum · Kapitel 21
Und willst Du Gott lobpreisen, trage den Inhalt des vierundsechzigsten, hast Du Jemand über die Auferstehung zu belehren, den des neunundsechzigsten vor. Flehst Du zum Herrn um Erbarmung, so lobpreise ihn, indem Du den Inhalt des sechsundsechzigsten singst. Siehst Du die Gottlosen glücklich in Frieden leben, so trage, um kein Ärgerniß zu nehmen und nicht irre zu werden, auch Du den 356 Inhalt des zweiundsiebzigsten Psalmes vor. Und ist Gott über das Volk erzürnt, so findest Du zu seinem Troste verständige Reden im dreiundsiebzigsten. Brauchst Du aber ein Bekenntniß, so singe den siebzigsten, vierundsiebzigsten, einundneunzigsten, hundertvierten, hundertfünften, hundertsechsten, hundertsiebenten, hundertzehnten, hundertsiebzehnten, hundertfünfunddreissigsten, hundertsiebenunddreissigsten. Willst Du die Heiden und Häretiker wegen ihrer Ansichten beschämen, weil es bei ihnen keine Gotteskenntniß gebe, sondern nur in der Kirche, so kannst Du mit Verständnis singen und vortragen, was der fünfundsiebzigste enthält. Sind aber die Feinde Deiner Flucht zuvorgekommen, und bist Du schwer bedrängt, so gib die Hoffnung nicht auf, magst Du auch bestürzt sein, sondern bete. Wird aber Dein Rufen erhört, so danke Gott und trage den sechsundsiebzigsten vor. Wenn aber die Feinde ausharren und eindringen und das Haus Gottes entweihen, die Heiligen tödten und ihre Leiber den Vögeln des Himmels vorwerfen, so laß Dich nicht überwältigen und fürchte ihre Grausamkeit nicht, theile vielmehr das Leiden mit den Leidenden und bete zu Gott, indem Du den achtundsiebzigsten vorträgst.