Athanasius von Alexandrien · Epistula ad Marcellinum · Kapitel 32
Jeder nun möge, indem er Dieß spricht. Vertrauen schöpfen, daß dadurch die Flehenden bei Gott Erhörung finden werden. Denn mag er bei dem Aussprechen dieser Worte beängstigt werden, so wird er den großen in ihnen liegend Trost sehen; oder mag er bei solchem Gesänge versucht und verfolgt werden, so wird er erprobter hervorgehen und vom Herrn geschützt werden, der auch den schützte, der das ausgesprochen hat, wird dadurch den Teufel stürzen und seine Dämonen verscheuchen. Indem er das sagt, wird er, wenn er gefehlt hat, Scham empfinden und umkehren; wenn er aber nicht gefehlt hat, wird er bei solchem Psalmengesange an sich die freudige Wahrnehmung machen, daß er nach vorne sich ausstreckt und im Kampfe stark ist. Er wird in Ewigkeit von der Wahrheit sich nicht abdrängen lassen, sondern wird vielmehr die Betrüger und die, welche irre zu führen suchen, überführen, und dafür bürgt uns sonst Niemand als die göttliche Schrift selbst. Denn Gott trug dem Moses auf, den großen Gesang zu schreiben und ihn dem Volke mitzutheilen. Dem aufgestellten Führer befahl er, das Deuteronomium zu schreiben, es in den Händen zu halten und stets über die darin enthaltenen Worte nachzudenken, weit die darin enthaltenen Gedanken hinreichen, um an die Tugend zu erinnern und denen Hilfe zu bringen, die mit reinem Sinne darüber nachdenken. Gewiß wenigstens ist Jesus, der Sohn des Nave. 365 als er das Land der Verheissung betreten hatte, indem er beim Anblick der heidnischen Heereshaufen und sämmtlicher zum Kriege versammelten Könige der Amorrhäer statt Waffen und Schwerter Allen das Deuteronomium vorlas, die Worte des Gesetzes in Erinnerung brachte und mit diesen das Volk waffnete, Sieger über die Feinde geworden. Der König Josias aber fürchtete, als das Buch gefunden und Allen vorgelesen war. die Feinde nicht mehr, und wenn irgend einmal das Volk einen Krieg zu führen hatte, so ging die Bundeslade, die die Gesetzestafeln enthielt, vor Allen her, und das genügte zum Schutze statt jeden Kriegsheeres, wenn nicht irgend eine Sünde und Verstellung bei den Trägern und dem Volke im Voraus die Oberhand gewonnen hatte. Denn es ist Glaube und die persönliche entsprechende Gemüthsrichtung nöthig, damit das Gesetz mit dem Gebete mitwirkt.