§ 84
1. Wie wir also bei der Sternkunde als Vorbild den Abraham haben, so auch bei der Zahlenkunde den nämlichen Abraham.
2. Nachdem er nämlich gehört hatte, daß Lot in Kriegsgefangenschaft geraten war, stellt er die Zahl seiner eigenen Knechte mit 318 fest, zog mit ihnen ins Feld und besiegte eine sehr große Zahl von Feinden.
3. Nun sagt man, daß das Zahlzeichen für 300 der Form nach ein Hinweis auf das Kreuz des Herrn sei, daß dagegen das Jota (= 10) und das Eta (= 8) auf den Namen des Heilands hinweisen.
4. Das bedeutet also, daß diejenigen, die dem Abraham hinsichtlich der Erlösung angehören, die nämlich ihre Zuflucht zu dem Kreuz und dem Namen (Jesus) genommen haben, über die Herr geworden sind, die Kriegsgefangene machten, und über die gar vielen ungläubigen Heiden, die jenen folgten.
5. Ferner ist aber die Zahl 300 die dritte Hundertzahl, und die Zahl 10 wird allgemein als eine vollkommene Zahl angesehen.
6. Die Zahl 8 aber, die erste Kubikzahl, bedeutet die Gleichheit in allen drei Dimensionen, der Länge, der Breite, der Tiefe.
7. „Und die Tage der Menschen“, so heißt es, „werden 120 Jahre sein.“ Diese Zahl ist aber, wenn man die Zahlen von eins an zusammenzählt, die fünfzehnte; der Mond wird aber am fünfzehnten Tage zum Vollmond.
§ 85
295 1. Außerdem ist die Zahl 120 auch eine Dreieckszahl und besteht aus einer gleichen Zahl 64, deren Teile, nämlich 1, 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15, zusammengezählt Quadratzahlen ergeben, und einer ungleichen Zahl 56, der Summe der sieben geraden Zahlen von 2 an, 2, 4, 6, 8, 10, 12, 14, die zusammengezählt Heteromeken (d.h.Produkte zweier, um eine Einheit verschieden großer Zahlen, wie 2 mal 3, 3 mal 4) ergeben.
2. Nach einer anderen Deutung wieder besteht die Zahl 120 aus vier Zahlen, nämlich einer Dreieckszahl, der Zahl 15, zweitens einer Viereckszahl, der Zahl 25, drittens einer Fünfeckszahl, der Zahl 35, viertens einer Sechseckszahl, der Zahl 45.
3. In der gleichen Weise wird nämlich in jedem Fall die fünfte Polygonalzahl genommen; denn wenn man von 1 an rechnet, ist die fünfte Dreieckszahl 15 und die fünfte Viereckszahl 25 und bei den folgenden Zahlen in entsprechender Weise.
4. Ferner soll die Zahl 25, die fünfte Viereckszahl von 1 an gerechnet, Sinnbild des Stammes Levi sein; und die Zahl 35 kommt bei der arithmetischen und der geometrischen und der harmonischen Proportion zwischen doppelt so großen Zahlen in Betracht, nämlich der von 6, 8, 9, 12, die zusammengezählt 35 ergeben; in so viel Tagen erhalten, wie die Juden behaupten, die Siebenmonatkinder ihre Gestalt. Die Zahl 45 aber kommt bei der Proportion zwischen 296 dreimal so großen Zahlen in Betracht, nämlich den Zahlen 6, 9, 12, 18, deren Summe 45 ergibt, und in diesen 45 Tagen erhalten in gleicher Weise, wie sie sagen, die Neunmonatkinder ihre Gestalt.
§ 86
1. Dieses ist also die Art des Beispiels aus der Rechenkunde; ein Zeugnis für die Geometrie aber soll der Bau der Stiftshütte und die Errichtung der Arche sein, die beide nach sehr sinnvollen Verhältnissen und nach göttlicher Eingebung erbaut werden, auf Grund der von Gott geschenkten Klugheit, die uns von dem sinnlich Wahrnehmbaren zu dem Geistigen, vielmehr noch von diesem zu dem Heiligen und Allerheiligsten emporführen will.
2. Denn der Ausdruck „viereckige Hölzer“ weist dadurch auf die Sicherheit hin, daß die viereckige Form nach jeder Richtung rechte Winkel bildet. Und die Länge des Baus ist 300, die breite 50 und die Höhe 30 Ellen. Und die Arche läuft oben bis auf eine Elle zusammen, indem sie sich aus der breiten Grundfläche nach Art einer Pyramide zuspitzt, als ein Bild für diejenigen, die durch das Feuer gereinigt und erprobt werden.
3. Dieses geometrische Verhältnis wird angeführt, um auf jene heiligen Wohnungen hinzuweisen, deren Unterschiede durch die Unterschiede der untereinander abgestuften Zahlen angedeutet sind.
§ 87
1. Die dabei verwendeten Verhältnisse sind das Sechsfache, wie 300 das Sechsfache von 50 ist, und das Zehnfache, wie 300 das Zehnfache von 30 ist, und das Einundzweidrittelfache; denn 50 ist einundzweidrittelmal 30.
2. Manche sehen aber in den 300 Ellen ein Bild des Kreuzes des Herrn, in den 50 ein Bild der Hoffnung und der Vergebung entsprechend dem 50. Jahr, und die 30 oder, wie es in einigen Texten heißt, 12 sollen auf die Predigt 297 des Herrn hinweisen, weil er im 30. Lebensjahr zu predigen begann und weil die Zahl der Jünger 12 war; und der Bau soll auf eine Elle zusammenlaufen, da die Entwicklung der Gerechten bei der Einzahl (der Monade) und „bei der Einheit des Glaubens“ endigt.
3. Der Tisch in dem Tempel aber hatte einen Umfang von sechs Ellen, und seine vier Füße waren je eine und eine halbe Elle hoch. Wenn man alles zusammenzählt, so erhält man 12 Ellen, übereinstimmend mit dem jährlichen Kreislauf der 12 Monate, während derer die Erde, unter dem Einfluß der vier Jahreszeiten, alles wachsen und zur Reife kommen läßt.
4. Ein Bild der Erde ist aber, wie ich meine, der Tisch, der auf vier Füßen ruht, dem Sommer, dem Herbst, dem Frühling und dem Winter, durch die das Jahr seinen Weg geht. Deshalb sagt Moses, daß der Tisch auch einen Rand mit gewundenen Wellenlinien habe, entweder weil alles sich in den Zeitumläufen im Kreise bewegt, oder vielleicht wollte er auch auf die rings vom Ozean umflossene Erde hinweisen.
§ 88
1. Als ein Beispiel aus der Tonkunst sei David aufgeführt, der Psalmen sang und weissagte und den Herrn in schönen Weisen pries. Es paßt aber sehr gut das enharmonische Klanggeschlecht zu der dorischen Tonart und das diatonische zur phrygischen, wie Aristoxenos sagt.
2. Die Tonart des barbarischen Psalters, die den Ernst des Liedes zeigt, ist die älteste und wird vor allem für Terpandros das Vorbild, wenn er nach der dorischen Tonart Zeus ungefähr so besingt: „Zeus, alles Lebens Anfang, Herr des Alls, Zeus, diesen Liederanfang weih’ich dir.“
3. Der Psalmensänger bezeichnet wohl mit Zither der ersten Bedeutung nach den Herrn, nach der zweiten aber diejenigen, die unter der Leitung des Herrn, der ihr Musenführer ist, ohne Unterbrechung auf ihren Seelen wie auf einem Saiteninstrument spielen.
4. Und wenn das Volk, das gerettet wird, „Zither“ heißt, so ist das so zu verstehen, daß es, erleuchtet von dem Logos und auf Grund 298 der Erkenntnis Gottes, in klangvoller Weise Gott preist, wenn es durch den Logos, wie ein Saiteninstrument zum Klingen, so zum Glauben gebracht wird.
5. Man kann aber auch in anderer Weise als ein wohlklingendes Zusammenstimmen die kirchliche Übereinstimmung des Gesetzes und der Propheten und zugleich auch der Apostel mit dem Evangelium auffassen und ebenso auch die mehr untergeordnete, den Zusammenklang aller einzelnen Propheten bei allem Wechsel der Personen.
§ 89
1. Aber, wie es scheint, gleichen die meisten derer, die sich dem Namen (der Christen) verschrieben haben, den Gefährten des Odysseus, indem sie sich ohne Sinn für eine feinere Bildung an die Lehre heranmachen, und zwar nicht an den Sirenen, aber an dem Rhythmus und der Melodie vorübergehen und ihre Ohren durch ihre Ablehnung des Lernens verstopfen, weil sie wissen, daß sie den Weg nach Hause nicht mehr finden würden, wenn sie nur einmal ihre Ohren der griechischen Wissenschaft geöffnet hätten.
2. Wer aber das Brauchbare zum Vorteil der zu Unterweisenden auswählt, zumal wenn es sich um Griechen handelt („des Herrn ist die Erde und ihre Fülle“) der darf sich nicht von der Freude am Lernen abkehren wie ein unvernünftiges Tier; er muß im Gegenteil für seine Hörer möglichst viele Hilfsmittel zusammenbringen.
3. Man darf aber bei ihnen durchaus nicht dauernd verweilen, sondern nur soweit man von ihnen einen Nutzen gewinnen kann, so daß man, sobald man diesen Nutzen erhalten und sich zu eigen gemacht hat, nach Hause zu der wahren Philosophie heimkehren kann, nachdem man als feste Überzeugung für die Seele die aus allem hervorgehende Gewißheit gewonnen hat.
4. Man muß sich also mit der Tonkunst beschäftigen zur Veredlung des Charakters und zur Beruhigung des Gemüts.
§ 90
1. So fordern wir uns auch beim Trinken durch Zutrinken gegenseitig zum Psalmensingen auf und besänftigen durch unser Singen die Leidenschaft unserer Begierden und preisen Gott für die reiche Gabe der den Menschen gegebenen Genüsse und für die Nahrung, die uns für das Wachstum des Körpers und für die Förderung der Seele 299 jederzeit geschenkt wurde.
2. Zu verwerfen ist aber jede die richtigen Grenzen überschreitende Musik, die unsere Seele schwächt und uns in wechselnde Stimmungen versetzt, so daß wir bald leicht gerührt, bald ausgelassen und vergnügungssüchtig, bald wild aufgeregt und wie von Sinnen sind.
3. Das gleiche gilt auch von der Sternkunde. Denn sie sucht die Vorgänge am Himmel zu erforschen und die Gestalt des Weltalls und den Kreislauf des Himmels und die Bewegung der Gestirne. Auf diese Weise führt sie die Seele an die Macht des Schöpfes näher heran; sie lehrt auch wohl zu achten auf die Jahreszeiten, auf den Wechsel der Luftströmungen, auf die Aufgangszeiten der Gestirne; denn auch die Schiffahrt und der Landbau hat die Sternkunde in sehr vielen Fällen nötig, so wie andererseits die Architektur und die Baukunst die Geometrie nötig haben.
4. Diese letztere Wissenschaft macht in besonders hohem Maße die Seele geschickt, richtige Folgerungen zu ziehen, das Wahre zu erkennen und das Falsche zu widerlegen, Übereinstimmungen und entsprechende Verhältnisse aufzufinden, so daß wir beim Unähnlichen dem Ähnlichen auf die Spur kommen; und sie leitet uns an, uns eine Länge ohne Breitenausdehnung und eine Fläche ohne Tiefenausdehnung und einen unteilbaren Punkt vorzustellen, und führt uns von dem sinnlich Wahrnehmbaren hinüber zu dem Geistigen.
§ 91
1. Die Wissenschaften sind also Gehilfinnen der Philosophie, und die Philosophie selbst hilft mit bei der Erfassung der Wahrheit. So war das Gewand zuerst Schafwolle, dann wurde die Wolle gekrempelt und wurde zum Faden für den Einschlag und die Kette und wurde dann zum Tuch gewebt.
2. In ähnlicher Weise muß also die Seele vorbereitet und auf mannigfache Weise bearbeitet werden, wenn sie zur Vollkommenheit geführt werden soll; denn ein Teil der Wahrheit besteht im Erkennen, ein anderer im Tun; ihre Quelle ist die Versenkung in das Schauen; sie hat aber viele Schulung und Übung und Erfahrung nötig.
3. Aber auch das Schauen ist zweierlei Art; es richtet sich teils auf die anderen, teils auf den Beschauer selbst. Deshalb muß auch die Unterweisung so beschaffen sein, daß sie beiden Zielen angepaßt ist.
4. Wenn man nun das vollkommen erlernt hat, was unbedingt zur Erkenntnis hinführt, so kann man in Zukunft ungestört in Ruhe 300 verharren, indem man seine Taten nach dem geistigen Schauen richtet.
5. Wenn aber in der Absicht, die Nächsten zu fördern, die einen sich daran machen zu schreiben und die anderen sich anschicken, die Lehre mündlich weiterzugeben, so ist sowohl die sonstige Bildung nützlich als auch das Lesen der von dem Herrn erzählenden Schriften notwendig, um das Gesagte zu beweisen, und zwar vor allem, wenn die Hörer von der griechischen Bildung herkommen.
§ 92
1. Eine solche Gemeinde beschreibt David: „Zu deiner Rechten trat die Königin in einem golddurchwirkten Gewand und angetan mit bunten Kleidern“ (damit ist die griechische Bildung und die das Streben nach Wissen befriedigende Wissenschaft gemeint) „mit einem Kleide mit goldenen Fransen, angetan mit bunten Kleidern.“ „Die Wahrheit aber kommt durch den Herrn.“
2. „Denn wer“, so heißt es, „hat deinen Ratschluß erkannt, wenn du ihm nicht Weisheit verliehen und ihm deinen Heiligen Geist aus der Höhe gesandt hast? Und auf diese Weise wurden die Pfade der Erdenbewohner geradegerichtet und die Menschen darüber belehrt, was dir wohlgefällig ist, und durch die Weisheit wurden sie gerettet.“
3. Denn der Gnostiker „kennt“, wie wir früher sagten, nach dem Schriftwort „das Vergangene und weiß das Zukünftige zu erschließen; er versteht sich auf künstlich geformte Aussprüche und auf die Lösung von Rätseln; Zeichen und Wunder erkennt er im voraus, und er sieht, was das Ende von kurzen und langen Zeiträumen sein wird.“
§ 93
1. Siehst du, daß die Quelle der Wissenschaften aus der Weisheit entspringt? Nun wenden manche ein, was es denn nütze, zu wissen, zum Beispiel, wie sich die Sonne und die übrigen Gestirne bewegen und aus welchen Ursachen, oder über die geometrischen Lehrsätze nachgedacht zu haben oder über die Dialektik oder über jede einzelne von den anderen Wissenschaften; denn all das trage nichts aus für die Erkenntnis der Pflichten, und die griechische Philosophie sei nur ein Stück menschlicher Klugheit; denn sie sei nicht fähig, die Wahrheit zu lehren. Gegen solche Einwände ist folgendes zu sagen, zunächst, daß diese Leute 301 auch betreffs der wichtigsten Tatsachen im Irrtum sind, nämlich betreffs der freien Entschlußfähikeit des Geistes.
2. „Denn die, welche das Heilige“, so heißt es, „heilig beobachten, werden selbst geheiligt werden, und die, welche darin unterrichtet worden sind, werden Rechtfertigung finden.“ Denn der Gnostiker wird allein alles, was er tun muß, vernünftig und fromm tun, wie er es entsprechend der Lehre des Herrn durch Vermittlung von Menschen gelernt hat.
3. Und wiederum kann man hören: „Denn in seiner Hand“, das heißt in seiner Macht und Weisheit, „sind sowohl wir selbst als auch unsere Worte und alle Klugheit und die Geschicklichkeit für Arbeiten.“ „Denn Gott liebt nichts als den, der mit der Weisheit in vertrauter Gemeinschaft lebt.“
4. Sodann haben sie das nicht gelesen, was Salomon gesagt hat. Er sagt nämlich da, wo er vom Bau eines Schiffes spricht, ausdrücklich: „Die Weisheit war die Künstlerin, die es zustande gebracht hat; deine Fürsorge aber, Vater, steuert es.“
§ 94
1. Und wie sollte es nicht unvernünftig sein, die Philosophie für etwas Geringeres zu halten als Zimmermannsarbeit und Schiffsbaukunst?
2. Vielleicht speiste der Herr jene Menge, die sich gegenüber dem See Tiberias auf dem Rasen gelagert hatte, mit den zwei Fischen und den fünf Gerstenbrote, um damit auf den Unterricht hinzuweisen, durch den die Griechen und die Juden vorbereitet wurden, bevor sie den göttlichen Weizen, die durch das Gesetz zur Reife gebrachte Speise, erhielten.
3. Denn zur Sommerzeit ist die Gerste früher reif als der Weizen. Auf die griechische Philosophie aber, die in den stürmischen Wogen des heidnischen Lebens entstand und getrieben wurde, wiesen die Fische hin, die denen zu reichlicher Nahrung gegeben wurden, die noch auf dem Erdboden lagerten.
4. Denn ihre Menge wurde nocht größer, wie das bei den Brotbrocken geschah; aber sie hatten Anteil an den segnenden Worten des Herrn und wurden durch die Macht des Wortes mit dem Geiste der Auferstehung der Gottheit erfüllt.
5. Wenn du aber auch noch eine besondere Deutung wissen willst, so faß es so auf, daß der eine der beiden Fische auf die allgemeine, 302 die Einzelwissenschaft umfassende Bildung, der andere Fisch aber gerade auf jene höherstehende Philosophie hindeute, die freilich beide die Lehre des Herrn nicht übermitteln können. „Ein Schwarm von stummen Fischen schwamm jetzt rasch herbei“, hat die tragische Dichtung irgendwo gesagt.
6. „Und ich muß abnehmen, zunehmen aber muß“ von jetzt an in Zukunft nur mehr das Wort des Herrn, das das Ziel des Gesetzes ist; so hat der Prophet Johannes gesagt.
§ 95
1. Verstehe mir also das Geheimnis der Wahrheit und verzeihe mir, wenn ich zögere, in der Ausführung noch weiter fortzuschreiten, und nur noch dies eine verkündige: „Alles ist durch ihn geworden, und ohne ihn ist auch nicht eines geworden.“
2. Er ist ja „Eckstein“ genannt worden, „auf dem jeder Bau, fest zusammengefügt, zu einem heiligen Tempel Gottes emporwächst“, wie der göttliche Apostel sagt.
3. Ich will an dieser Stelle nicht von dem Gleichnis im Evangelium reden, das so lautet: „Das Himmelreich ist ähnlich einem Menschen, der ein Netz ins Meer geworfen hatte und aus der Menge der gefangenen Fische die besten auswählte.“
4. Ferner verkündigt unsere Weisheit ganz deutlich auch die vier Haupttugenden, ungefähr in der Weise, daß darnach die Griechen auch diese Tugenden ihrem Ursprung nach von den Hebräern zum Geschenk erhalten haben. Das kann man aus folgenden Worten ersehen: „Und wenn jemand die Gerechtigkeit liebt, so sind ihre Frucht die Tugenden; denn sie lehrt Mäßigkeit und Klugheit, Gerechtigkeit und Tapferkeit, und diese Tugenden sind das Nützlichste, was es im Menschenleben gibt.“
5. Obendrein sollten sie auch noch dieses wissen, daß wir von Natur für die Tugend geschaffen sind, indessen nicht so, daß wir sie von Geburt an hätten, sondern nur so, daß wir fähig sind, sie zu erwerben.