Da der Geist dem Sohne gegenüber denselben Rang und dieselbe Natur besitzt wie der Sohn gegenüber dem Vater, wie soll dann jemand, der ihn ein Geschöpf nennt, das gleiche nicht notwendig auch vom 433 Sohn denken? Denn wenn der Geist das Geschöpf des Sohnes ist, müßten sie folgerichtig auch vom Logos behaupten, daß er ein Geschöpf des Vaters sei. Denn durch solche Phantastereien sind die Arianer in das Judentum des Kaiphas geraten. Wenn aber jene, die vom Geiste solches behaupten, die Lehre des Arius sich nicht zu eigen machen wollen, dann sollen sie auch seine Ausdrucksweise vermeiden und sich nicht gegen den Geist vergehen. Wie nämlich der Sohn, der im Vater ist und in dem der Vater ist, kein Geschöpf, sondern der Wesenheit des Vaters eigen ist — das behauptet vorgeblich auch ihr —, ebenso ist der Heilige Geist, der im Sohne ist und in dem der Sohn ist, billigerweise nicht den Geschöpfen beizuzählen noch vom Logos zu trennen, wodurch die Trinität der Vollkommenheit beraubt würde. Was die Aussprüche des Propheten und des Apostels betrifft, durch deren sinnwidrige Verdrehung sie in Irrtum gerieten, so genügt es, hiemit die Schmähung der Tropiker, die Folge ihrer Unwissenheit, widerlegt zu haben. Wir wollen nun weiterhin alles, was in den göttlichen Schriften über den Heiligen Geist gesagt ist, für sich betrachten, und wollen wie kundige Wechsler beurteilen, ob der Geist etwas mit den Geschöpfen gemein hat, oder ob er Gott eigen ist, um ihn dann entweder ein Geschöpf zu nennen oder es auszusprechen, daß er von den Geschöpfen verschieden, der in der Trinität bestehenden Gottheit eigen und ein Glied derselben sei. Vielleicht werden sie auf diese Weise zur Besinnung kommen, wenn sie merken, wie wenig die von ihnen ersonnenen Lästerungen mit den göttlichen Aussprüchen in Einklang zu bringen sind.