Trotz meines Aufenthaltes in der Wüste habe ich also um der Dreistigkeit jener willen, die von der Wahrheit abgewichen sind, unbekümmert um ihren Spott über die Schwäche und Armseligkeit meiner Beweisführung, dieses kurze Schreiben abgefaßt. Ich 450 übersende es deiner Frömmigkeit mit dem dringenden Ersuchen, es zu lesen, manches zu verbessern, schwache Ausführungen aber nachsichtig zu beurteilen. Denn ich habe mich dem apostolischen Glauben gemäß ausgesprochen, der uns von den Vätern überliefert wurde, und habe nichts Fremdartiges ersonnen. Ich habe, was ich vernommen, in Übereinstimmung mit den heiligen Schriften niedergeschrieben. Das stimmt nämlich mit dem überein, was von mir zur Bekräftigung oben aus den heiligen Schriften angeführt wurde. Das ist auch keine Einbildung, die des Grundes entbehrte; der Herr Jesus Christus selbst hat vielmehr in eigener Person die Samariterin und durch sie uns über die Vollkommenheit der heiligen Trinität und ihre unteilbare und eine Gottheit belehrt. Die Wahrheit selbst bezeugt das, wenn sie zur Samariterin spricht: „Glaube mir, Frau …, es kommt die Stunde, und sie ist schon da, wo die wahren Verehrer den Vater im Geiste und in der Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht solche Anbeter. Gott ist Geist, und seine Verehrer müssen ihn im Geiste und in Wahrheit anbeten„. Daraus ergibt sich, daß die Wahrheit der Sohn selbst ist, wie er selber sagt: „Ich bin die Wahrheit“. Ihn rief auch der Prophet David herab mit den Worten: „Sende dein Licht und deine Wahrheit„. Die wahren Verehrer beten also den Vater an, aber im Geiste und in Wahrheit, indem sie den Sohn und in ihm den Geist bekennen. Denn der Geist ist vom Sohn untrennbar wie der Sohn vom Vater untrennbar ist. Die Wahrheit selbst bezeugt es mit den Worten: „Ich werde euch den Tröster senden, den Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, den die Welt nicht empfangen kann“, d.h. jene, die leugnen, daß er aus dem Vater im Sohne sei. Man muß also in Nachahmung der wahren Anbeter die Wahrheit bekennen und sich zu ihr halten. Wenn somit jene Leute nach diesen Ausführungen die Wahrheit weder erkennen 451 wollen noch begreifen können, so sollen sie doch von ihren Lästerungen abstehen und die Trinität nicht zertrennen, damit sie nicht vom Leben getrennt werden. Sie sollen den Heiligen Geist auch nicht zu den Geschöpfen zählen, damit nicht auch sie, wie einst die Pharisäer, die die Werke des Geistes dem Beelzebul zuschrieben, in gleicher Weise sich erdreisten und hier sowie nach diesem Leben die gleiche Strafe wie jene ohne Hoffnung auf Vergebung erdulden müssen.