Auch aus dem ergibt sich also die Einheit der trinitarischen Wirksamkeit. Denn der Apostel zeigt nicht, daß von jedem Glied Verschiedenes und Geteiltes gegeben wird, sondern daß das, was gespendet wird, in der Trinität gespendet wird, und daß alles von einem Gott kommt. Wie kann also jemand, ohne geradezu gegen den Sohn selbst sich der Gottlosigkeit schuldig zu machen, den ein Geschöpf nennen, der kein Geschöpf, sondern mit dem Sohn vereinigt ist wie der Sohn mit dem Vater, der mit dem Vater und dem Sohn zugleich verehrt und mit dem Logos als Gott bekannt wird? Denn es gibt nichts, das nicht durch den Logos im Geiste geschieht und gewirkt wird. Das wird auch in den Psalmen erklärt: „Durch das Wort des Herrn sind die Himmel befestigt und durch den Geist seines Mundes all ihre Kraft„. Und im 147. Psalm: „Er wird sein 447 Wort senden, und sie schmelzen; sein Geist wird wehen, und die Wasser werden fließen“. Und gerechtfertigt sind wir, wie der Apostel sagt, „im Namen unseres Herrn Jesus Christus und im Geiste unseres Gottes„. Denn der Geist ist vom Logos untrennbar. Wenn nämlich der Herr ganz bestimmt versichert: „Ich und der Vater werden kommen“, so kommt zugleich der Geist mit, nicht anders als der Sohn, der in uns Wohnung nehmen will, da Paulus an die Ephesier schreibt: „Er möge euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit verleihen, durch seinen Geist an Kraft zu erstarken für den innern Menschen, daß Christus in euch wohne„. Wenn aber der Sohn in uns ist, so ist auch der Vater in uns, da der Sohn spricht: „Ich bin im Vater und der Vater ist in mir“. Weil also der Logos zu den Propheten kommt, weissagen sie im Heiligen Geiste selbst. Wenn daher die Schrift sagt: „es erging das Wort des Herrn„ an irgendeinen Propheten, so wird dadurch ausgedrückt, daß derselbe im Heiligen Geist weissage. Denn bei Zacharias steht geschrieben: „Nehmet doch meine Worte und meine Satzungen an, die ich durch meinen Geist meinen Dienern, den Propheten, auftrage“. Und kurz darauf tadelt er das Volk mit den Worten: „Und sie machten ihr Herz unfolgsam, damit sie mein Gesetz nicht hörten noch die Worte, die der Herr, der Allmächtige, durch seinen Geist mittels seiner früheren Propheten gesandt hat„. Auch Petrus spricht in der Apostelgeschichte: „Männer, Brüder! Es mußte die Schrift erfüllt werden, die der Heilige Geist vorherverkündet hat“. Und einmütig erhoben die Apostel ihre Stimme: „Herr, der du den Himmel, die Erde, das Meer und alles, was darin ist, gemacht hast, der du durch den Heiligen Geist aus dem Munde Davids, unseres Vaters, 448 deines Dieners gesprochen hast„. Und Paulus sprach während seines Aufenthaltes in Rom zu den Juden, die zu ihm kamen: „Treffend hat der Heilige Geist durch den Propheten Jesaias zu eueren Vätern geredet“. An Timotheus aber schrieb er: „Ausdrücklich sagt der Geist, daß in späteren Zeiten einige vom gesunden Glauben abfallen und Irrgeistern sich ergeben werden„. Wenn es also heißt, der Geist komme zu jemand, so ist darunter der Logos zu verstehen, der in ihm den Geist spendet. Da nun die Weissagung erfüllt ist: „Ich will von meinem Geist über alles Fleisch ausgießen“, sagte Paulus: „Durch die Hilfe des Geistes Jesu Christi in mir„. Und an die Korinther schrieb er: „Oder verlangt ihr einen Beweis dafür, daß Christus in mir redet?“ Wenn aber Christus in ihm redete, so war es offenbar Christi Geist, der in ihm redete, denn da Christus in ihm redete, sagte er in der Apostelgeschichte: „Und nun seht! Im Geiste gefesselt ziehe ich nach Jerusalem und weiß nicht, was mir dort widerfahren wird. Doch bezeugt mir der Heilige Geist in jeder Stadt, daß mich Fesseln und Bedrängnis erwarten„. Wenn daher die Heiligen sagen: „Das spricht der Herr“, so reden sie eben im Heiligen Geiste; und indem sie im Geiste reden, sprechen sie in Christus. Wenn also Agapos in der Apostelgeschichte sagt: „Das spricht der Heilige Geist„, so ist das nicht anders gemeint, als daß in ihm das Wort an ihn erging, der Geist ihm eingab, zu reden und anzukündigen, was für Paulus in Jerusalem bevorstand. In der Tat, als der Geist dem Paulus wieder Zeugnis gab, redete Christus selbst in ihm, so daß das Zeugnis, das vom Geiste kommt, das Zeugnis des Logos ist. So kam zugleich mit dem Logos, als er sich in die heilige Jungfrau herabließ, auch der 449 Heilige Geist in sie, und der Logos bildete und formte sich im Heiligen Geiste den Leib in der Absicht, durch sich die Schöpfung dem Vater zu verbinden und darzubringen und in ihm alles wieder zu versöhnen, „nachdem er Frieden gestiftet zwischen dem, was im Himmel, und dem, was auf Erden ist“.